Langfristiger Erfolg zu erwarten, aber kein kurzfristiger Boom Windows 8 bringt Microsoft wieder auf Spur

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Harry Jacob / Harry Jacob

Der PC-Markt schwächelt, Tablets und Smartphones machen das Rennen. Das lief bisher fast unter Ausschluss von Microsoft. Mit Windows 8 meldet sich der Software-Riese im Mobilfunkmarkt zurück. Doch wie geht es im PC-Markt weiter?

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„Ein aufregender, aufregender Tag“: Steve Ballmer beim weltweiten Launch von Windows 8, dem wichtigsten Produkt für Microsoft seit 17 Jahren.
„Ein aufregender, aufregender Tag“: Steve Ballmer beim weltweiten Launch von Windows 8, dem wichtigsten Produkt für Microsoft seit 17 Jahren.
(Bild: Microsoft)

Mit dem 26. Oktober 2012 hat bei Microsoft eine neue Zeitrechnung begonnen. Nun soll alles besser werden. Den Wettbewerbern Apple und Google soll der Mobile-Markt nicht länger kampflos überlassen bleiben. Und auch in den Markt für Desktop-Rechner, Note- und Ultrabooks soll die jüngste Betriebssystem-Version wieder frischen Wind blasen. Das suggerieren zumindest die Aussagen der Verantwortlichen, die große Hoffnungen in das neue Windows-Release setzen – vielleicht auch setzen müssen.

Denn im Rennen um die Zukunft des IT-Marktes galt Microsoft mit seinen PC- und Server-Betriebssystemen viele Jahre als uneinholbarer Primus. Ausgerechnet Apple, langjähriger Wettbewerber und vor Jahren unter anderem durch eine 100 Millionen Dollar große Finanzspritze von Microsoft vor dem Untergang gerettet, hat in nur wenigen Jahren dieses Image nachhaltig zerstört.

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Harter Wettbewerb

Mit dem mobilen Betriebssystem iOS, speziell dafür zugeschnittene kleinere Applikationen, den Apps, die direkt über einen Online-Store vertrieben werden, und natürlich die extrem erfolgreiche Hardware in Form von Ipad und Iphone, die dem Touch-Screen zum Durchbruch verhalfen, hat Apple sowohl den PC-Markt als auch das Handy-Geschäft massiv umgekrempelt. Google hängte sich mit aller Macht an diesen Trend und hat mit dem „freien“ Mobile-Betriebssystem Android seinen Beitrag zu dieser Entwicklung geleistet, unter der Marktführer wie Nokia und RIM mit seinen Blackberry-Produkten beinahe zusammengebrochen sind.

Microsoft hatte den Mobile-Trend und die aufkommende Touchscreen-Welle schlicht verschlafen und konnte den Konkurrenten lange Zeit nichts Entscheidendes entgegensetzen. Doch nun gibt Redmond die Antwort auf iOS, Android & Co., und sie lautet: Windows 8, als segmentübergreifende Lösung für den PC und Notebooks, Tablets sowie Smartphones. Die neue Betriebssystem-Version ist konsequent auf die Bedienung über Touch-Screens getrimmt.

Im Desktop-Bereich können zwar Tastatur und Maus weiterhin genutzt werden, allerdings müssen sich die Anwender dort umgewöhnen. Beispielsweise funktioniert der Wechsel von einer Applikation zur nächsten nicht mehr über die Taskleiste – die gibt es nämlich nicht mehr, ebenso wenig der Start-Button. Diese Änderungen hat bereits zu heftigen Diskussionen geführt. Der neue Deutschland-Chef von Microsoft, Christian P. Illek, sieht das nur als Problem auf Zeit: „Die Zukunft liegt beim Touch-Screen!“

Look & Feel vereinheitlicht

Gegenüber den Kunden muss es an der ein oder anderen Stelle vielleicht noch einmal klargestellt werden, um Enttäuschungen zu verhindern: Hinter der Plattform „Windows 8“ verbergen sich drei Produkte:

  • das Windows-Betriebssystem für Workstations, Desktop-PCs, Notebooks, Ultrabooks und Netbooks, aber auch für Tablet-PCs mit x86-kompatibler Intel- oder AMD-CPU
  • das WindowsRT-Betriebssystem für Tablets auf Basis von ARM-CPUs. WindowsRT gibt es nicht zu kaufen, es ist stets vorinstalliert, zusammen mit der Microsoft-Office-Variante Home & Students, die kein Outlook enthält und damit nicht für den Unternehmenseinsatz geeignet ist. Desktop-Anwendungen (für x86-Prozessoren) sind.
  • das Windows 8 Phone, das am Montag vorgestellt wird. Es ist ebenfalls vorinstalliert und verarbeitet wie WindowsRT spezielle Apps aus dem Online-Store, so wie man das auch von Apples iOS und Googles Android kennt.

Einer der Vorteile der Windows-8-Plattform soll sein, dass die Anwender nun auf allen Geräten ein einheitliches Look & Feel bekomme, und sich nicht bei jedem Wechsel auf andere Bedienungsweisen einstellen müssen. Zudem soll die gemeinsame Plattform auch den Administratoren und den Entwicklern das Leben vereinfachen, indem das Zusammenspiel der verschiedenen Hardware-Plattformen sowohl bei der Verwaltung und Vernetzung als auch bei den Anwendungen verbessert.

Lesen Sie auf der folgenden Seite, wie sich Windows 8 von der Mobile-Konkurrenz abgrenzt und was die wichtigsten Neuerungen gegenüber Windows 7 im Desktopbereich sind

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