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Mit Windows October 2018 Update zum Telefon

Windows 10 mit Android koppeln

| Autor / Redakteur: Frank-Michael Schlede, Thomas Bär / Andreas Donner

Android-Smartphones lassen sich bereits komfortabel mit Windows-10-PCs koppeln – für iPhones soll der volle Funktionsumfang noch folgen.
Android-Smartphones lassen sich bereits komfortabel mit Windows-10-PCs koppeln – für iPhones soll der volle Funktionsumfang noch folgen. (Bild: Schlede/Bär / Microsoft)

Mit dem October 2018 Update für Windows 10 kam neben anderen kleinen Neuerungen auch die Möglichkeit hinzu, ein Windows-10-System direkt mit einem Android-Telefon zu verbinden und dabei auch auf die SMS zuzugreifen. Wir zeigen die Installation, Konfiguration und den Einsatz dieses neuen Features.

Das Windows 10 October 2018 Update brachte den Anwendern die Version 1809 des Betriebssystems auf ihre Rechner. Leider machte auch dieses zweite Update des Jahres 2018 zunächst durch einige Fehler von sich reden. Wer aber entweder diese Version ohne Dateiverlust oder Probleme installieren konnte oder das mittlerweile gefixte Update installiert hat, konnte zunächst einmal feststellen, dass sich die Neuerungen bei diesem Feature-Update eher in Grenzen halten. Umso interessanter sind da Neuigkeiten, die sowohl für den „normalen Anwender“ als auch für den professionellen Nutzer im Business-Umfeld echte Vorteile bieten können. Eine davon verbirgt sich hinter dem unscheinbaren Eintrag „Telefon“ in den Windows-Einstellungen.

Was kann das Feature „Ihr Mobiltelefon“ bieten?

Wer sich etwas länger mit den aktuellen Versionen von Windows 10 befasst, wird sicherlich bemerkt haben, dass auch bei der vorherigen Version 1803 des Betriebssystems (die im April 2018 auf die PCs der Nutzer kam) bereits ein solcher Eintrag vorhanden war. Leider war das Feature aber zu diesem Zeitpunkt alles andere als stabil und so ist es auch nur gut, dass Microsoft es erst jetzt etwas größer herausbringt.

Neben dem Eintrag „Telefon“ in den Windows-Einstellung ist bei einigen Installationen auch ein Icon mit der Bezeichnung „Ihr Smartphone“ auf dem Desktop zu finden. Beide Verknüpfungen führen zu einer Einstellung, mit der das aktuelle System direkt mit einem Android- oder iOS-Telefon verbunden werden kann. Dabei stehen auf den iPhones aktuell nicht alle angebotenen Möglichkeiten zur Verfügung, da die restriktiveren Sicherheitseinstellung von iOS gewisse Zugriffe einfach nicht erlauben.

Wir haben daher eine aktuelle Windows-Version 1809 in Zusammenarbeit mit einem Android-Smartphone unter Android 8.1 getestet. Im Lauf des Testzeitraums bekam das Gerät ein Update auf die aktuelle Version 9 „Pie“ des Betriebssystems, was aber bei der Verbindung und bei den Funktionalitäten keinen Unterschied machte.

Eine ganz wichtige Vorbedingung zum Einsatz dieses Features ist ein Microsoft-Konto. Nicht nur dass die Anmeldung über dieses Konto läuft, sondern der Nutzer muss später auch mit dem gleichen Konto auf seinem Telefon wie auf seinem Windows-10-PC angemeldet sein, damit die Verbindung klappt.

Einrichtung, Verbindungsaufbau und Einsatzmöglichkeiten

Nach einem Klick auf „Smartphone verknüpfen“ muss der Anwender seine Telefonnummer eingeben. Diese kommt nur einmal zum Einsatz, da sie nur dazu dient, eine SMS mit dem Link auf eine Android-App zu senden, die auf dem Smartphone benötigt wird. Diese findet sich bei einem Android-Gerät im Google Play Store und trägt den Namen „Begleiter für ihr Smartphone“. Nach der Installation meldet sich der Nutzer auf dem Telefon mit seinem Microsoft-Konto an und die Software nimmt Kontakt mit dem Windows-10-System auf. Danach kann der Anwender kurze Zeit später seine Fotos, die auf dem Smartphone abgespeichert sind, auf dem Desktop sehen. Sehr praktisch ist, dass Fotos auf diese Weise nicht nur betrachtet, sondern auch direkt bearbeitet werden können.

Gerade diese Möglichkeit macht das Feature auch für den Einsatz im professionellen Umfeld interessant: Wer sich beispielsweise gerade in einem Meeting befindet und das betreffende Foto oder die Skizze nur auf dem Smartphone hat, kann sie nun direkt auf seinem Notebook öffnen, ohne dass er dazu erst mit einem USB-Kabel (so es dann vorhanden ist) herumbasteln oder die Datei zunächst mal auf einem Cloud-Laufwerk ablegen muss.

In ähnlichen Situationen kann auch eine weitere Fähigkeit dieser Verbindung nützlich sein: Hat der Anwender beispielsweise eine interessante Web-Seite auf dem Browser auf seinem Smartphone entdeckt und klickt dort dann „Teilen“ an, so findet er nun unter dem Eintrag „Weiter auf dem PC“ die Möglichkeit, diese direkt an das verknüpfte Windows-10-System zu schicken. Dort öffnet sich dann automatisch ein Browser-Fernster mit der Web-Seite und kann so beispielsweise direkt und nahtlos in einer Präsentation eingesetzt werden.

Während diese Funktionen laut Aussagen von Microsoft auch auf einem verknüpften iPhone bereitstehen, ist es im Moment nur mit den Android-Geräten möglich, direkt auf die SMS-Nachrichten des verknüpften Systems zuzugreifen. Dabei werden alle Nachrichten in der gewohnten Weise auf dem Bildschirm angezeigt. Nicht nur, dass der Nutzer nun beispielsweise wichtige Nachrichten direkt per Copy-und-Paste in andere Programme auf dem PC übertragen kann, er hat auch die Möglichkeit, SMS-Nachricht direkt vom Windows-PC aus zu versenden.

Wer sich wie wir schon häufig über die arg fehlerträchtigen Eingabemöglichkeiten auf dem Smartphone geärgert hat, wird es zu schätzen wissen, nun komfortabel und mit einer „richtigen“ Tastatur schreiben zu können. Dabei stehen natürlich alle Features der SMS-App des Smartphones wie automatische Wortergänzung beziehungsweise Fehlerkorrektur ebenfalls zur Verfügung.

Fazit: Nützliche Funktion – auch im Arbeitsalltag

Wir haben diese Funktion einige Wochen lang in den verschiedensten Konstellationen getestet. Wir wollten dabei ein solches System auch virtualisiert einsetzen, was zunächst mit einer virtuellen Maschine unter VMware Workstation, die mit dem Windows-10-System bestückt war, problemlos funktionierte, solange wir den Netzwerkadapter im „Bridged“-Modus benutzten.

Probleme tauchten zunächst auf, nachdem wir die virtuelle Maschine auf ein anderes Windows-Host-System transferiert hatten. Zwar konnte der Windows-10-Rechner das Smartphone finden, aber die Verbindung und damit die Anzeige der Bilder und SMS wollte einfach nicht klappen. Alle Systeme waren im selben Netzwerk und alle waren mit einem Microsoft-Konto angemeldet. Nach längerem Suchen, bei dem uns die Fehlermeldungen von Microsoft nicht wirklich weiterhalfen, fanden wir dann endlich den Grund: Der Nutzer war zwar im Windows, das in der virtuellen Maschine lief, mit dem gleichen Microsoft-Account angemeldet, wie auch auf dem Smartphone – aber das Hostsystem, auf dem bei dieser Installation die VMware Workstation lief (also eigentlich das „darunterliegende“ Windows, das eigentlich transparent behandelt werden sollte) war mit einem anderen Konto bei Microsoft angemeldet. Nachdem wir uns auch hier mit dem gleichen Account angemeldet hatten, funktioniert auch diese Konstellation. Wer dieses Feature auch in virtualisierten Systemen einsetzen will, sollte das beachten.

Was entgegen vielen Behauptungen in der aktuellen Berichterstattung noch nicht funktioniert, ist die Möglichkeit, ein Windows-10-System auf diese Weise mit mehreren Smartphones zu verbinden. Hier erscheint nach wie vor die Meldung, dass dieser Weg „in Zukunft“ bereitstehen würde. Es funktionierte in unseren Tests aber problemlos, dass Smartphone abwechselnd mit verschiedenen Windows-10-Systeme zu verbinden, die entsprechend eingerichtet waren: Die App fragt dann nach, welche Verbindung der Nutzer aktuell nutzen will.

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