Was der NaaS-Anbieter für Partner zu bieten hat Wilder Westen oder Megaport?

Von Sylvia Lösel

Keine Wartezeiten, nie wieder Carrier-Wildwuchs. Das Network as a Service von Megaport „haue Kunden um“, sagt Martin Bichler, deren Head of EMEA Channel Sales. Seit kurzem setzt der Anbieter rein auf den indirekten Vertriebsweg und hat den ersten Distributor ins Boot geholt.

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Statt Wilder Westen bei Carrier-Verträgen: weltweite Konnektivität auf Knopfdruck
Statt Wilder Westen bei Carrier-Verträgen: weltweite Konnektivität auf Knopfdruck
(Bild: Dmitry Dedyukhin - stock.adobe.com)

Beginnen wir mit einem Beispiel. Ein Unternehmen hat eine Niederlassung in Dallas, die dort bei einem Rechenzentrumsbetreiber Kunde ist. Die zweite Niederlassung ist in London und arbeitet dort mit einem anderen Hoster zusammen. Die Abteilung in Dubai arbeitet mit AWS Services. Um das alles unter einen Hut zu bringen und alles miteinander zu verbinden, muss man schnell mal einige Carrier-Verträge aushandeln und managen. Das ist zeitaufwändig und dauert – manchmal bis zu zwei Monate, bis der Service dann auch wirklich funktioniert. Für Martin Bichler, Head of EMEA Channel Sales bei Megaport hat das wenig mit dem As-a-Service-Gedanken zu tun. Gleiches gilt für Anbieter, die ihre Lösung zwar als NaaS verkaufen, die sich dann aber lediglich als Leasingmodell entpuppt. Auf die Hardware muss man dann doch wieder warten und von Instant-On ist keine Rede.

Weniger als eine Minute

Martin Bichler, Head of EMEA Channel Sales, Megaport
Martin Bichler, Head of EMEA Channel Sales, Megaport
(Bild: Megaport)

Megaport hat in den vergangenen Jahren eine eigene „Parallelwelt“ zum Internet aufgebaut. „Wir sind in über 700 Rechenzentren unterschiedlicher Anbieter und haben ein eigenes, weltweites privates Layer-2-Netzwerk. Das ist ein wichtiger Punkt für Kunden. Denn im Unterschied zum Internet, ist diese private Verbindung sicher und performant.“ Weitere Entscheidungsmaßstäbe, die Kunden ansetzen, sind Flexibilität, Agilität und schnelle Skalierbarkeit – sowohl nach oben, als auch nach unten. Und ein Bezahlmodell, das sich nur nach dem tatsächlichen Verbrauch richtet. All das könne Megaport bieten. Gepaart mit einer Management-Plattform mit deren Hilfe man sich mit wenigen Klicks die passende Verbindung zusammenstellen und aktivieren könne – „und das in weniger als einer Minute“, erläutert Bichler. Was Kunden dann nur noch benötigen, ist die Verbindung mit einem möglichst nahen Megaport-Rechenzentrum. Diese läuft dann meist über das Internet und eine SD-WAN-Verbindung. „Dort macht es Sinn, auf bestehende Hersteller zu setzen, um diese Distanz auch sicher zu überbrücken. Dazu gehören beispielsweise Cisco, HPE Aruba oder Fortinet. Mit all diesen Herstellern kooperiert Megaport.

Gebühren sparen, Lock-in vermeiden

Ein weiteres Argument, das in Kundengesprächen sofort für Aufmerksamkeit sorgt, sind die geringen Gebühren, die anfallen, wenn man von einer Cloud in die andere wechselt. In Zeiten der hybriden Multicloud ein häufiges Thema für Unternehmen. Diese so genannten „Egress“-Gebühren erheben Provider, um es Kunden möglichst unattraktiv zu machen, zu wechseln. Oft ist in diesem Kontext auch vom Lock-in-Effekt die Rede – also dem quasi Zwang, immer beim gleichen Provider zu bleiben. „Weil wir ein privates Netzwerk sind, hat der Kunde 66 Prozent geringere Egress-Gebühren, wenn er von einer Cloud in die andere wechselt,“ sagt Bichler trocken. Das liege an der privaten Verbindung, die der Kunde dank Megaport nutze. Für die Hyperscaler ist das in Ordnung, da ihre eigene Infrastruktur geschont wird, und neben Kosteneinsparungen geht es für den Kunden auch schneller, da eine höhere Bandbreite zur Verfügung steht.

Die Infrastruktur hat Megaport in den vergangenen Jahren sukzessive aufgebaut und über Direktgeschäft mit großen Kunden refinanziert. Nun will der Anbieter skalieren und hat sein Geschäftsmodell auf indirekten Vertrieb umgestellt. Mit Arrow hat man nun den ersten Distributor in EMEA gezeichnet und auch ein Partnerprogramm aufgesetzt.

Wo liegen die Vorteile für Partner?

Doch was macht die NaaS-Lösung nun so interessant für Partner? Da ist einmal das zentrale Portal, das Multi-Mandanten-fähig ist. Dank 100-prozentiger API-Steuerung kann es zudem komplett in ein bereits vorhandenes Partnerportal integriert und als Whitelabel-Lösung angeboten werden. Der Partner kauft sich sozusagen seinen „Megaport" in einem Rechenzentrum und kann darüber die Verbindungen des Kunden einrichten und ausrollen. Er benötigt keinen Pre-Invest, sondern kann so beispielsweise ganz ohne Risiko in das Managed-Service-Provider-Geschäft einsteigen und Kunden Flexibilität, hohe Bandbreite und schnelle Umsetzung gewährleisten. Auch für ihn ist das interessant, weil er sich ebenso wenig wie der Kunde mit unterschiedlichen Carrier-Verträgen herumschlagen muss. „Es gibt einen Wilden Westen an Carriern, weil keiner alles abdeckt. Kein Partner will sich damit herumschlagen. Denn man hat ein hohes Risiko, dass hierbei etwas schiefgeht“, erläutert Bichler. Die Megaport-Lösung sei charmant, weil der Partner seine eigenen Services drum herum bauen könne. Wer bereits Nutanix im Portfolio habe oder Cloudian, der kann dann nicht nur Datacenter-Technologie anbieten, sondern auch noch die dazu passende Konnektivität. „Wir zahlen dem Partner eine feste Marge, unabhängig, wie viel der Kunde tatsächlich bezieht.

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