Cloud Computing: auf die richtige Definition kommt es an

Wie viele Clouds sind in deutschen Unternehmen wirklich im Einsatz?

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Prozentuale Verschiebung der Budgets

Lassen wir abschließend nochmals den Forrester-Analysten Dr. Ried zu Wort kommen, der die Frage nach der tatsächlichen Zahl der Cloud-Nutzung in Deutschland für überflüssig hält. Seit 2012 sei die Cloud-Nutzung auch in Deutschland so weiter fortgeschritten, dass die einfache Frage ob Unternehmen Cloud-Dienste nutzen, belanglos geworden sei. Vielmehr sei nun entscheidend, welchen Prozentsatz ihres Budgets nicht mehr für eigene Hardware oder eigenen Software-Lizenzen, sondern für Cloud-Dienste ausgegeben werde.

"Im kürzlich durchgeführten Forrester Forrsights Hardware Survey Q3/2012 geben Deutsche Unternehmen an, bis Mitte 2013 bereits 25 Prozent ihrer Server Instanzen in der Cloud zu betreiben", so Ried. "Auch wenn dies initial meist Entwicklungs- und Testserver sind, zeigt es deutlich wie viel Infrastruktur von einem Kapital in ein Betriebskosten Modell driftet. Noch dramatischer ist die Verschiebung bei Business Anwendungen: Im Forrester Forrsights Software Survey Q4/2012 gaben deutsche Unternehmen an, im Schnitt bereits 31,3 Prozent ihrer Lizenzausgaben für das Jahr 2013 in Cloud-Betriebskostenmodellen und nicht mehr in gekauften Lizenzen zu planen."

Da die Zahlen von Forrester mit denen von PAC/KMPG/Bitkom durchaus vergleichbar sind, können wir also tatsächlich davon ausgehen, dass ein Drittel der Ausgaben deutscher Firmen in die Cloud geht. Das bedeutet aber nicht, so Ried, dass auch nur ein Drittel die Cloud nutzt! "Üblicherweise startet die Cloud-Nutzung mit freien, sogenannten 'Freemium'-Modelle. Dann geht es mit kleinen Gebühren weiter und zum Schluss kommt eine große SaaS-Anwendung die funktional und kostenmäßig vergleichbar mit traditionellen Enterprise Applikationen ist", berichtet der Forrester-Analyst über die gängige Praxis in Deutschland.

Die jüngst erhobenen Zahlen lassen erkennen, dass "die Spiel- und Freemium-Phase" auch in Deutschland überwunden ist. Ried geht daher davon aus, dass rund 75 Prozent der Deutschen Unternehmen mindestens irgendeinen Cloud-Service - und sei es nur Dropbox oder Box.net - einsetzen. Damit liegt Ried wieder auf Augenhöhe mit der eingangs erwähnten Untersuchung des TÜV Rheinland, wonach sich im Laufe dieses Jahres rund 80 Prozent aller deutschen Unternehmen für eine Lösung rund um die Datenwolke entscheiden werden.

Übrigens: Ried weist auch darauf hin, dass die besagten 31,3 Prozent der Lizenzvolumen klar machen, dass es bei sehr vielen Firmen nicht mehr um Kleinigkeiten geht – sie beziehen vielmehr ernsthafte und größere Anwendungen aus der Cloud. Bald wird es also keine Frage mehr sein, wie viele deutsche Firmen die Cloud nutzen – demnächst tun das nämlich alle.

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