gesponsertIntegration von High-Density-Infrastruktur für KI- und Edge Wie steigende Leistungsdichten die 19“-Ebene beeinflussen

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Karin Hernik, Head of IT Channel DACH bei Schneider Electric, erläutert im Gespräch, wie sich KI und Edge Computing auf die 19"-Ebene von Datacentern auswirken und welche Geschäftschancen sich daraus für IT-Reseller ergeben.

(Bild:  Gremlin/E+ via Getty Images)
(Bild: Gremlin/E+ via Getty Images)

Edge Computing und KI verändern momentan die IT-Landschaft. Welche Auswirkungen hat das auf die physische Infrastruktur von Rechenzentren und Serverräumen?

Karin Hernik: Die steigende Adaption von KI-Anwendungen führt momentan zu einer kleinen Revolution im Rechenzentrumsmarkt. Unsere Experten gehen davon aus, dass wir in den nächsten Jahren einen dramatischen Anstieg der Rack-Leistungsdichten verzeichnen werden. Waren früher Leistungen von 3 bis 5 kW pro Rack der Standard, erleben wir heute bei KI-Workloads Spitzenwerte von etwa 30 bis 100 kW. Das ist eine enorme Steigerung der Leistungsdichte, die uns vor einige Herausforderungen stellt – nicht nur was die physikalischen Eigenschaften von Racks selbst betrifft, sondern auch im Hinblick auf Stromversorgung und Kühlung.

Karin Hernik, Head of IT Channel DACH bei Schneider Electric(Bild:  Schneider Electric)
Karin Hernik, Head of IT Channel DACH bei Schneider Electric
(Bild: Schneider Electric)

Das klingt nach erheblichen Veränderungen. Welche konkreten Herausforderungen ergeben sich für die 19“-Ebene?

Karin Hernik: Bei KI-Clustern stoßen Racks in Standardausführung schnell an ihre Grenzen. Wir empfehlen daher für KI- und andere High-Density-Anwendungen Racks mit mindestens 750 mm Breite, 1200 mm Tiefe und 48 Höheneinheiten zu verwenden. Ein 19“-Schranksystem für KI-Workloads sollte zudem eine statische Tragfähigkeit von über 1800 kg unterstützen – das entspricht fast dem Gewicht eines Mittelklassewagens. Auch bei der Stromverteilung im Rack müssen Betreiber umdenken. Denn Standard-PDUs mit 60/63 A reichen hier oft nicht mehr aus. Deshalb müssen hier meist zusätzliche PDUs pro Rack eingeplant werden oder es kommen PDUs mit höherer Kapazität zum Einsatz.

Wie sieht das bei der Klimatisierung aus? Lassen sich GPU-Cluster und andere High-Density-Cluster mit einer klassischen Umluftklimatisierung betreiben?

Karin Hernik: Das hängt von der jeweiligen Rackdichte ab. Ab etwa 20 kW pro Rack stößt die klassische Luftkühlung an ihre physikalischen Grenzen. Deshalb beobachten wir im Rahmen von KI-Projekten auch einen klaren Trend zu Liquid Cooling. Die Integration von Liquid Cooling macht aber neue Konzepte für den Einbau der Kühlkomponenten in die Racks erforderlich. Gleichzeitig müssen die Schranksysteme aber flexibel genug bleiben, um sowohl luftgekühlte als auch flüssigkeitsgekühlte Systeme aufnehmen zu können - das gilt beispielsweise für Private-Cloud- und Edge-Computing-Architekturen.

Interessant, dass Sie Edge Computing erwähnen. Welche Rolle spielt dieses Thema für die Rack-Infrastruktur?

Karin Hernik: Edge Computing hat sich mittlerweile im IT-Channel etabliert und gehört bei vielen unserer Partner zum „Daily Business“. Insbesondere in Verbindung mit AI wird die Edge auch in naher Zukunft für die physikalische Rack-Infrastruktur eine entscheidende Rolle spielen. Wir sehen hier sowohl eine steigende Nachfrage als auch ein wachsendes Verständnis für die Möglichkeiten, die Edge AI bieten kann. Stellen Sie sich vor, Sie müssen ein Hochleistungsrechenzentrum, das komplexe KI-Berechnungen in Echtzeit durchführen kann, in einem normalen Bürogebäude oder einer Produktionshalle unterbringen. Das erfordert kompakte, autonome IT-Lösungen mit integrierter Kühlung, sicherer Stromversorgung und Fernverwaltungsmöglichkeiten. Außerdem muss die Infrastruktur robust genug sein, um auch in rauen Umgebungen zuverlässig zu funktionieren. Unsere vorkonfigurierten Micro-Datacenter lassen sich auch für Edge AI optimieren. Die Gehäuse unserer EcoStruxure MDC-Serie bilden die perfekte Basis für KI-fähige Rechenzentren aus der Box, die auch als schlüsselfertige Lösung geliefert werden können.

Für Unternehmen und unsere Channel-Partner, die schnell und flexibel Edge-KI-Kapazitäten aufbauen müssen, sind solche Lösungen Gold wert, etwa als Grundlage für Anwendungen, die KI-gestützte Entscheidungen in Echtzeit treffen können und im Rahmen von Industrie 4.0, Smart Cities oder beim autonomen Fahren eingesetzt werden. Die Tatsache, dass Edge Computing im Channel angekommen ist, eröffnet unseren Partnern in Kombination mit KI jetzt sogar noch weitergehende Geschäftsmöglichkeiten für hochleistungsfähige Rack- und IT-Gehäuse-Infrastrukturen.

Wie wirken sich diese Trends auf die Planung und den Betrieb von Rechenzentren aus?

Karin Hernik: Die deutlich höheren Leistungsdichten erfordern eine präzisere Planung. Fehler bei der Dimensionierung können im High-Density-Umfeld schnell zu Überlastungen oder Ausfällen führen, denn gerade bei hohen Auslastungen sinkt die Fehlertoleranz erheblich. Wir empfehlen daher grundsätzlich den Einsatz von Remotemanagement und Monitoring-Lösungen. Unsere Rack-Systeme lassen sich leicht in Lösungen wie EcoStruxure IT Expert einbinden und erlauben so eine umfassende Infrastrukturüberwachung. Das hilft enorm, Kapazitäten optimal zu nutzen und Risiken zu minimieren. Ein weiterer wichtiger Aspekt dabei ist auch weiterhin das Thema Nachhaltigkeit. Gerade Flüssigkeitskühlung ermöglicht hier deutliche Effizienzsteigerungen. Gleichzeitig sehen wir, dass Kunden verstärkt auf nachhaltige Materialien und Recyclingfähigkeit bei den Racks selbst achten. Das ist ein Trend, den wir sehr begrüßen und in unserem Green Premium Programm auch aktiv unterstützen.

Welche Chancen ergeben sich aus diesen Entwicklungen für IT-Reseller?

Karin Hernik: Trends frühzeitig zu erkennen und in praktische Lösungen umzusetzen, war im IT-Channel immer schon der Schlüssel zum Erfolg. Mit AI und Edge Computing stehen wir aktuell vor einer neuen Ära der digitalen Transformation. Partner, die jetzt die passenden Voraussetzungen mitbringen, können Entwicklungssprünge wie diese nutzen, um ihr Geschäft auf die nächste Stufe zu heben. Um „am Ball zu bleiben", wird es immer wichtiger, kontinuierlich in das eigene Know-how zu investieren. Nur wer sich am Puls der Zeit bewegt, kann seine Kunden auch optimal beraten. Schneider Electric unterstützt den Channel deshalb mit speziellen Schulungen und Zertifizierungen zu Themen wie Flüssigkeitskühlung oder Edge-Infrastruktur.

Das klingt nach einem guten Ausgangspunkt. Welche weiteren Maßnahmen sollten Partner jetzt in Betracht ziehen?

Karin Hernik: Ein wichtiger Erfolgsfaktor im Channel sind starke Partnerschaften. Die Komplexität von KI-Lösungen erfordert oft Expertise aus ganz verschiedenen Bereichen. Deshalb fördern wir aktiv die Zusammenarbeit zwischen Technologiepartnern wie NVIDIA, führenden Spezialisten für Serverhardware und unseren Lösungspartnern. VARs haben so die Möglichkeit, unser Ökosystem gezielt für sich zu nutzen, um komplexe, schlüsselfertige IT-Lösungen anbieten zu können. Ein weiterer wichtiger Aspekt bleibt dabei die kontinuierliche Erweiterung des eigenen Lösungsportfolios. Neben der Rack-Infrastruktur werden bei steigenden Leistungsdichten auch Themen wie intelligente Stromverteilung, effiziente Kühlung und DCIM-Software immer relevanter.

Lassen Sie uns einen Blick in die Zukunft werfen: Auf welche Weiterentwicklungen sollten sich Integratoren derzeit einstellen?

Karin Hernik: Gerade bei der Flüssigkühlung erwarten wir noch weitere Innovationen, etwa bei der Entwicklung neuer dielektrischer Flüssigkeiten mit noch besserer Wärmeübertragung. Langfristig sehen wir deshalb auch einen Trend zu tieferen Racks. Das klingt vielleicht trivial, ist aber wichtig, um neue Server-Generationen und die zunehmenden Verkabelungsdichten, etwa bei LWL-Mesh-Netzen für KI-Anwendungen, auch aufnehmen zu können. Spannend finde ich auch die Idee, erneuerbare Energien und Energiespeicher direkt in der Rack-Infrastruktur zu integrieren. Das könnte die Energieeffizienz und Nachhaltigkeit von Rechenzentren auf ein ganz neues Level heben.

Wie gehen Reseller jetzt am besten vor, um ihre Kunden bei der Transformation zu KI-fähiger Infrastruktur zu unterstützen?

Auch Dienstleistungen wie Planung, Installation und Wartung bieten großes Potenzial für den Channel. Partner sollten deshalb aktiv den Dialog mit ausgewählten Bestandskunden suchen, gerade im Hinblick auf KI-fähige Infrastruktur. Viele Unternehmen stehen gerade jetzt vor der Herausforderung, ihre bestehende Infrastruktur fit für die nächste IT-Generation zu machen. Hier können unsere Partner mit proaktiver Beratung punkten und gemeinsam mit uns spannende Projekte anstoßen.

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