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Welche Chancen 5G für Netzbetreiber bringt – Teil 3 Wie die 5G-Zukunft für Mobilfunkbetreiber aussieht

Autor / Redakteur: Niall Hunt / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Auch wenn viele Betreiber und Unternehmen bereits fleißig ihre 5G-Botschaften verbreiten, ist mit 4G in der Realität noch lange nicht Schluss. 4G- und 5G-Netze werden auf absehbare Zeit nebeneinander bestehen bleiben und die gleiche drahtgebundene Netzinfrastruktur zwischen Basisstationen und Rechenzentren gemeinsam nutzen.

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Mobilfunkanbieter stehen bei der Einführung von 5G enormen Herausforderungen aber auch großen Chancen gegenüber.
Mobilfunkanbieter stehen bei der Einführung von 5G enormen Herausforderungen aber auch großen Chancen gegenüber.
(Bild: © pixelkorn - stock.adobe.com)

Da der mobile Breitband- und IoT-Verkehr in Mobilfunknetzwerken exponentiell zunimmt, wachsen die Anforderungen an Latenz, Durchsatz, Zuverlässigkeit und Sicherheit extrem und das wird mehr als nur ein einfaches Netzwerk-Upgrade oder eine Erweiterung erfordern. Die enormen Steigerungen bei Kapazität, Leistung und Geschwindigkeit, die von den Mobilfunknetzen erreicht werden müssen, müssen daher durch eine effiziente Festnetzinfrastruktur unterstützt werden. Mobilfunkbetreibern muss klar werden, dass die Konvergenz zwischen 5G-Festnetz und -Mobilfunk der Schlüssel zur vollständigen Realisierung des neuen Standards sein wird.

So müssen Netzbetreiber in den kommenden Jahren beispielsweise Millionen kleiner Mobilfunkzellen installieren, um das Netzwerk zu verdichten und sicherzustellen, dass sie den wachsenden Kapazitätsbedarf decken können. Die höheren Frequenzen, die 5G nutzt, haben eine geringere Reichweite wie die niedrigeren, heute verwendeten Frequenzen. Außerdem sind 5G-Frequenzen auch weniger in der Lage, physische Barrieren wie Wände oder Bäume zu durchdringen. Damit ist klar, dass in Zukunft Zellen gefordert sind, die kleinere Bereiche abdecken und weniger Menschen bedienen – wenn auch mit viel höherer Geschwindigkeit.

Herausforderungen und Chancen halten sich jedoch für Mobilfunkbetreiber die Waage. Um die Möglichkeiten von 5G zu maximieren, sollten sie sich von ihren traditionellen Geschäftsmodellen lösen. Eine Option wäre beispielsweise, verwaltete End-to-End-Breitbandlösungen anzubieten, die nahtlos sowohl innerhalb als auch außerhalb des Hauses funktionieren. Dies kann erreicht werden, indem Netzwerkfunktionen um drahtgebundene Funktionen erweitert werden, die ein flexibles Servicedesign und eine schnellere Markteinführung ermöglichen.

Auf der Unternehmensseite bieten Faktoren wie die Verlagerung von Workloads von der zentralen Cloud auf die dezentrale, eine mobile Belegschaft und neue Workloads am Edge (VR/AR, Smart Sensors, autonome Fahrzeuge etc.) eine immense Chance für Service Provider im 5G-Kontext.

Diese Faktoren eröffnen potenzielle neue Einnahmequellen wie drahtlose Sensoren und 4K-Streaming. Beides zeigt, wie wichtig Flexibilität bei der Tarifierung und Abrechnung ist, damit Mobilfunkbetreiber 5G-Dienste zukunftsfähig und profitabel anbieten können.

Im Wesentlichen gibt es vier Hauptanwendungsbereiche, in die Mobilfunkbetreiber einsteigen können. Der erste – und bei weitem der größte – ist Enhanced Mobile Broadband. Es wird prognostiziert, dass in diesem Bereich, der Anwendungen wie Echtzeit-Augmented und Virtual Reality umfasst, bis 2026 global rund eine Billion Dollar umgesetzt werden.

Der zweite Bereich ist Fixed-Wireless Access (FWA), der ebenfalls große finanzielle Chancen verspricht. Es wird erwartet, dass in Ballungsgebieten in den nächsten acht Jahren weltweit rund 100 Milliarden Dollar durch die Vernetzung von Unternehmen und Wohngebäuden generiert werden.

Die letzten beiden Anwendungsbereiche betreffen das Internet der Dinge (IoT) und konsumbasierte Dienste. Das IoT dürfte den Mobilfunkbetreibern in den nächsten Jahren wichtige Einnahmequellen in verschiedenen Branchen bieten. Das Angebot von NaaS-Lösungen (Network as a Service) für Unternehmen und Verbraucher dürfte ebenfalls weitere Einnahmequellen eröffnen.

Die Mobilfunkbetreiber haben also offensichtlich einiges, worüber sie sich freuen können, aber was bedeutet das alles in der Praxis?

Geschäftsprozesse neu aufsetzen

Mobilfunkbetreiber müssen bereit sein, ihre Business Support Systeme (BSS) zu überarbeiten, wenn sie die neue Welle von Diensten und Geschäftsmodellen, die auf den Weg gebracht werden sollen, bewerten und berechnen wollen. Jeder Betreiber, der dies nicht tut, dürfte erhebliche Umsatzmöglichkeiten verpassen, die mit der innovativen 5G-Technologie möglich werden.

Dies wird durch eine Prognose des Beratungsunternehmens Ovum untermauert. Demzufolge sollen die Ausgaben für umsatzsteuerungsbezogene BSS von 8,2 Milliarden US-Dollar im Jahr 2017 auf 10,6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020 steigen. Insbesondere steigende Umsätze in den Bereichen Revenue Management und Analytics sollen hier das Gesamtwachstum im BSS-Bereich antreiben. Die BSS-Optimierung ist insbesondere aus FWA-Sicht wichtig. Zwischen Festnetz- und Mobilfunkteilnehmern können sich hier unterschiedliche Kooperationsformen entwickeln, wie die Vielzahl von bereits bestehenden Teaming-Modellen, beispielsweise Asset-Sharing, zeigt.

Fazit

Da Mobilfunkbetreiber bereits Großkunden von Festnetzbetreibern sind, ist davon auszugehen, dass diese Beziehung im Rahmen von 5G noch enger wird. In diesem Zusammenhang müssen die Mobilfunkbetreiber bei der Einführung von FWA in den kommenden Jahren Kreativität und Kundenorientierung einbringen. Letzten Endes soll über traditionelle mobile und neue drahtlose Festnetzdienste hinweg ein einheitliches Kundenerlebnis entstehen.

Die Technologie muss dabei einen nahtlosen Übergang zwischen der Konnektivität zu Hause und unterwegs ermöglichen, ohne die bestehenden Dienste zu stören. Dies erfordert die Bewertung und Abrechnung in Echtzeit, damit sich Kunden ohne Leistungseinbußen frei bewegen können. Schließlich bedarf es einer kreativen Bündelung der angebotenen Services. Ziel muss sein, dass Kunden die Kostenvorteile eines einzelnen Anbieters nutzen und – falls bereits zu Hause oder im Büro ein Breitbanddienst vorhanden ist – alle Dienste mit ihrem Mobilfunkanbieter zusammenführen können.

Niall Hunt.
Niall Hunt.
(Bild: SPECTRUM-TCR-LTD / BBWF)

Dies sind die wichtigsten Herausforderungen, denen sich Mobilfunkanbieter gegenübersehen, wenn sie den Übergang in die nächste Ära der Mobilkommunikation anstreben und in einer sich rasch verändernden Landschaft wettbewerbsfähig bleiben wollen.

Über den Autor

Niall Hunt ist Digital Content Lead beim Broadband World Forum (BBWF).

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