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Kommentar von Bernd Wagner, Managing Director von FTS, zur Angst der Systemverwalter vor der Wolke

Wie Cloud Computing aus IT-Managern Business-Strategen macht

01.12.2010 | Redakteur: Rainer Graefen

Bernd Wagner, Managing Director bei Fujitsu Technology Solutions
Bernd Wagner, Managing Director bei Fujitsu Technology Solutions

Die ganze Welt spricht von Cloud Computing – nur die IT-Verantwortlichen der kleinen mittelständischen Firmen haben Berührungsängste. Ist es die Angst vor der neuen Herausforderung oder dass der eigene Job in die Cloud wandern könnte?

Meine Meinung ist: Der IT-Chef heute ist wichtiger denn je, er muss allerdings lernen, seine Rolle neu auszufüllen. Betrachtet man die statistischen Datenerhebungen von Markforschern, erscheint die Angst vor der „Wolke“ auf den ersten Blick paradox.

Schließlich wird nach Aussagen von IDC alleine der weltweite Umsatz mit Public Cloud-Angeboten bis zum Jahr 2014 von 16 Milliarden auf mehr als 55 Milliarden US-Dollar ansteigen. Trotz dieser erfreulichen Aussichten können sich mittelständische Unternehmen in Deutschland noch nicht so recht für die Cloud erwärmen.

Laut einer Studie der Experton Group beschäftigen sich gegenwärtig zwar 30 Prozent aller Firmen mit Cloud Computing. Doch von diesen sind derzeit gerade 21 Prozent dabei, entsprechende Projekte auch in die Tat umzusetzen.

Techconsult kommt im Rahmen seiner Befragung zum Mittelstandsindex August sogar zu dem Ergebnis, dass gerade sieben Prozent der befragten Mittelständler in den nächsten ein bis zwei Jahren planen, Cloud Computing einzuführen.

Panikattacken und Scheinargumente

Ein Grund für diese zögerliche Haltung: Die Mitarbeiter in der IT – gerade in mittelständischen Unternehmen – verspüren eine gewisse Panik, sie könnten sich durch ein allzu vehementes Plädoyer für die Cloud letztlich selbst überflüssig machen.

Bezieht ihr Arbeitgeber IT-Services online, so die Argumentation, benötige er nicht mehr so viele hauseigene IT-Fachleute für Administration, Wartung und Support.

Häufig müssen dann Scheinargumente herhalten, um der Geschäftsführung das Thema Cloud auszureden: Das Unternehmen verliere die Kontrolle über unternehmenskritische Daten, weil diese nun irgendwo im Wolkennebel auf externen Servern oder Storage-Systemen gespeichert würden.

Technische Probleme beim Service-Provider könnten Geschäftsprozesse völlig lahmlegen. Das interne IT-Know-how gehe verloren und das Unternehmen werde vom Cloud Computing-Anbieter abhängig.

Den Rollenwechsel annehmen

Doch CIOs und IT-Administratoren, die auf solche Argumente setzen, denken zu kurz. Denn: Die Cloud wird kommen – so oder so. Anstatt also weiterhin stur auf althergebrachte Strukturen und Verantwortlichkeiten zu setzen, wäre es smart, jetzt die eigene Rolle im Unternehmen neu zu definieren – und sich beizeiten im Unternehmen unentbehrlich zu machen.

Und zwar nicht als Verwalter von Bits und Bytes, sondern in einer deutlich aufgewerteten Position. Der IT-Chef von heute wird in Zeiten von Cloud Computing zum Strategen, der nicht nur die Technik, sondern Unternehmensprozesse plant und aufsetzt – und in der Lage sein muss, Management-Entscheidungen zu treffen.

Er muss den Bedarf für Cloud erkennen und analysieren, Services aus der Cloud in die Geschäftsprozesse integrieren, muss neue Geschäftsmodelle und Einnahmequellen entwickeln, die auf Cloud-Services aufsetzen. Kurz: Neue berufliche Herausforderungen in der Cloud gibt es genügend.

Die Konzentration auf Bits und Bytes reicht nicht mehr aus

Gelingt der Rollenwandel jedoch nicht, hat der IT-Verantwortliche tatsächlich ein Problem: Er riskiert, dass irgendwann der mittelständische Unternehmer das Thema Cloud Computing kurzerhand zur Chefsache macht.

Stellt dieser dann fest, dass hier plötzlich weitreichende Strategie- und Finanzentscheidungen anstehen, die er selbst in der Hand behalten will, so wird ein reiner Bits- und-Bytes-Manager keine zweite Chance bekommen.

Den Weg vom System-Verwalter zum Business-Strategen aktiv zu beschreiten, lautet also das Gebot der Stunde. Und mir fällt kein Grund ein, warum IT-Verantwortliche im mittelständischen Unternehmen von heute sich dieser Herausforderung nicht stellen sollten.

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