Studie zu Hybrid Work Wie bereit ist Deutschland für digitales Arbeiten?

Von Amélie Gietl-Hörger

Durch die Corona-Pandemie haben sich in einigen Unternehmen hybride Arbeitsmodelle durchgesetzt. Einer Studie von Kantar im Auftrag von Slack zufolge sollten Firmen solche Modelle in Zukunft vermehrt möglich machen, um ihre Mitarbeiter langfristig zu binden.

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Sind Sie bereit für digitales Arbeiten?
Sind Sie bereit für digitales Arbeiten?
(Bild: Nattakorn - stock.adobe.com)

Die Corona-Pandemie hat das Selbstverständnis des typischen 9-to-5- Bürojobs grundlegend verändert. Die Mehrheit der Deutschen möchte auch in Zukunft nicht auf die neu gewonnene Flexibilität und die bessere Work-Life-Balance durch das Homeoffice verzichten. Das zeigt der im November 2021 erschienene Digital Work Index von Slack und Kantar. Doch wie bereit ist Deutschland wirklich für das digitale Arbeiten?

Arbeitnehmer sind für hybrides Arbeiten

Die Studie macht deutlich: Vor allem die Arbeitnehmer sind für einen permanenten Wechsel zu hybriden Arbeitsmodellen. So sprechen sich 40 Prozent der Befragten dafür aus, ihren Job zu wechseln, läge sich ihr Arbeitgeber wieder auf eine tägliche Anwesenheit im Büro fest. Eine ständige Büropflicht wird demnach nicht mehr einzuführen sein. Mitarbeiter möchten jedoch nicht gänzlich auf die physische Zusammenarbeit verzichten. 59 Prozent der Befragten ist der Face-to-Face-Kontakt vor Ort in der Firma noch immer wichtiger als die digitale Infrastruktur. Sie fordern eine auf wenige Tage begrenzte Anwesenheit und mehr firmeninterne Mitsprache bei der genauen Umsetzung eines hybriden Arbeitsmodells.

Führungskräfte zweifeln

Das größere Umdenken ist laut den Studienautoren auf der Arbeitgeberseite notwendig. Obwohl 75 Prozent der befragten Führungskräfte angeben ihre Mitarbeiter an deren Leistung zu messen, befürchtet die Hälfte eine verminderte Qualität der Arbeit im Homeoffice. Die Wahrnehmung der Mitarbeiter ist in diesem Punkt konträr. So sehen 68 Prozent einen Vorteil beim Homeoffice in der gesteigerten Produktivität und einige auch in der verbesserten Arbeitsweise.

Arbeitgeber müssen aktiv werden

Um hybride Arbeitsmodelle auch langfristig möglich zu machen, sind der Studie zufolge vor allem ein ständiges Nachrüsten der technischen Umsetzung und Umstrukturierung der Arbeit im Team nötig. Über 70 Prozent der Studienteilnehmer fühlen sich von ihrem Unternehmen gut für das hybride Arbeiten ausgerüstet. 32 Prozent berichten sogar von neuen Software-Anwendungen für Hybrid Work, die während der Coronapandemie in ihr Unternehmen Einzug hielten. Verbesserungsfähig ist hingegen die Meeting-Kultur. Der Studie zufolge empfinden die Befragten im wöchentlichen Durchschnitt ungefähr die Hälfte ihrer Online-Meetings als überflüssig. Die Mehrheit (59 %) würde mehr asynchrone Zusammenarbeit, auch in schriftlicher Form, begrüßen.

Hybrides Arbeiten ist das Arbeitsmodell der Zukunft. Um jedoch die zahlreichen Vorteile nutzten zu können und die Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden, müssen laut Slack-Studie in einigen Unternehmen interne Arbeitsstrukturen angepasst werden, um ein neues, digitales Headquarter zu schaffen. Die Umsetzung der hybriden Arbeit ist den Ergebnissen zufolge aber auf einem guten Weg.

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