Distri-Award
– Jetzt zur Umfrage!

Suchen

Reseller sollten Kreditthemen aktiv und offen kommunizieren Wie Actebis Peacock mit der Finanzkrise umgeht

| Autor / Redakteur: Caroline Häfner / Regina Böckle

»Cash ist Trumpf, das war nie wahrer als jetzt«, konstatiert Actebis-Vorstand Klaus Hellmich. Nach seiner Einschätzung hat Actebis-Kreditversicherer Euler Hermes mit Blick auf die sich abzeichnende Finanzkrise bislang sehr besonnen gehandelt, während bei anderen Versicherern teilweise Kreditlinien um 50 Prozent gekürzt wurden.

Firmen zum Thema

Stefan Wisst, Leiter Finanzen bei Actebis Peacock
Stefan Wisst, Leiter Finanzen bei Actebis Peacock
( Archiv: Vogel Business Media )

Stefan Wisst, Leiter Finanzen bei Actebis Peacock, bestätigt, dass die Finanzkrise zwar schon Auswirkungen auf das Geschäft zeige, diese jedoch in erster Linie die Kunden spüren. »Der enge Kontakte zu den Kunden ist uns auch deshalb sehr wichtig, weil wir so einerseits bereits im Vorfeld potenzielle Risiko-Fälle klären können und andererseits wo immer möglich Reseller über das Kreditlimit des Kreditversicherers Euler Hermes hinaus beliefern können«, stellt Wisst klar. Denn der Broadliner beurteilt von Fall zu Fall selbst, ob er das Limit erhöht. Wichtig für die Entscheidungsfindung sei ein vertrauensvoller, partnerschaftlicher Umgang und eine offene Kommunikation.

Eine Linienerhöhung sei auch durch spezielle Lösungen möglich, ergänzt Wisst, beispielsweise über Garantien, Forderungs-Abtretungen oder Gemeinschaftskonten. »Wir prüfen jeweils im Einzelnen, welches Instrument wann für welchen Kunden geeignet ist«, so der Finanz-Experte. Darüber hinaus bietet der Distributor auch selbst gemeinsam mit Herstellern Möglichkeiten zur Projekt- und Absatzfinanzierung an.

Auswirkungen der Finanzkrise

An der Neukundenprüfung habe sich nichts geändert, beteuert Wisst, die Kunden durchlaufen denselben Prozess wie sonst auch. Geprüft werde beim Kunden die Tragfähigkeit seines Geschäftsmodells, sein Angebot an Mehrwert-Services und die Validität seiner angesprochenen Zielgruppe, merkt Hellmich ergänzend an. Die Ausfallstatistik spricht für sich: Laut Wisst sei die Finanzkrise dort noch nicht angekommen.

Wisst ist sich sicher, dass »einige Kunden die Krise auch gut bewältigen können. Gerade jene Fachhandelspartner, die Mittelstandskunden betreuen, verfügen noch über genügend Aufträge.« Bislang hat die Finanzkrise besonders die börsennotierten Unternehmen und damit auch die großen Systemhäuser mit dieser Kundenklientel schwer getroffen.

»Unter den Actebis-Peacock-Partnern sind Systemhäuser insofern von der Krise betroffen, als deren Kunden komplexe Projekte verschieben«, berichtet Actebis-Peacock-Geschäftsführerin Bärbel Schmidt.

Actebis-Vorstand Klaus Hellmich hält vor allem den Online-Handel angesichts der weniger guten Eigenkapitalquoten für gefährdet: »Die Finanzkrise spült einige eTailer heraus«, so sein bisheriges Fazit. Zudem sei im TK-Segment die Kapitalausstattung im Handel in der Regel dünner als im IT-Bereich. »Für Kunden, die bei Actebis und NT plus einkaufen, gibt es aufgrund des Zusammenschlusses jedoch nirgendwo pauschale Linienkürzung«, betont er. Vielmehr werde hier ganz individuell über die Linien entschieden.

(ID:2018696)