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Am Anfang war die Vernetzung

Wertschöpfung und Potenziale der Industrie 4.0

| Autor: Dr. Andreas Bergler

Insbesondere für Deutschland sehen Analysten erhebliches wirtschaftliches Potenzial durch die „vierte industrielle Revolution“.
Insbesondere für Deutschland sehen Analysten erhebliches wirtschaftliches Potenzial durch die „vierte industrielle Revolution“. (Bild: fotohansel-Fotolia.com)

Fast unmerklich, aber umso wirkungsvoller hat die „Industrie 4.0“ begonnen. Doch es bleiben noch viele ungeklärte Fragen.

Genau 7.478.894.192 Dinge sind derzeit mit dem Internet verbunden. Diese Zahl hat Boris Bärmichl, Vorstand des KoSiB (Kompetenzzentrum für Sicherheit in Bayern), in seiner Keynote auf der „IT-Security Management & Technology Conference 2015“ für den Stand 23. Juni 2015, etwa 9:20 Uhr, bekanntgegeben. Die Zahl, so hoch sie auch erscheinen mag, stimmt allerdings nur für einen winzigen Sekundenbruchteil. Mit extrem hoher Geschwindigkeit gehen derzeit alle möglichen Dinge und Maschinen ans Netz der Netze. Schon vor etwa drei Jahren überstieg das weltweit produzierte Datenvolumen aus der Kommmunikation von Maschinen untereinander dasjenige, das von Menschen produziert wurde. Der M2M-Traffic (Machine-to-Machine) wächst rasant.

Erhoffte Vorteile

Das durch Maschinen produzierte Datenvolumen ist lediglich ein Symptom für eine gesamtgesellschaftliche Umwälzung, die das Leben der Menschen tiefgreifend verändern wird: die vierte industrielle Revolution, „Industrie 4.0“. Zwar leben wir alle schon seit ein paar Jahren mit Erfindungen wie Computer, Internet oder Smartphones, doch die Vernetzung aller möglichen Dinge und Gegenstände untereinander und deren Einbindung in größere Systeme ist neu. Gleich ob Maschine, Produkt, Lager- oder Warenwirtschaftssystem: im Zug der Industrie 4.0 wird alles via Internet Protokoll miteinander verbunden.

Dass beispielsweise Geräte, Güter oder Fertigungsstationen über IP ansprechbar sind, bietet handfeste Vorteile für die Produzenten. Laut einer Studie von PriceWaterhousCoopers (PWC) verspricht Industrie 4.0 der Deutschen Wirtschaft einen zusätzlichen Umsatz von insgesamt 30 Milliarden Euro pro Jahr. Im Jahr 2020 sollen den Analysten zufolge über 80 Prozent der deutschen Unternehmen ihre Wertschöpfungskette digitalisiert haben. Durchschnittlich würden knapp 20 Prozent mehr Effizienz von den Vernetzungsmaßnahmen erwartet.

Unsicherheiten

Starken Handlungsbedarf sieht Olaf Reus, Mitglied der Geschäftsleitung bei Ericsson: „Aufgrund seiner starken industriellen Basis sowie des ­ausgeprägten Mittelstandes wird insbesondere für Deutschland ein großes wirtschaftliches Potenzial in dieser Entwicklung erkannt.“ Lange nicht alle Branchen hätten die technologischen Möglichkeiten einer effizienten, smarten (Selbst-)Steuerung von industriellen Prozessen erkannt. Die hier mitspielende Furcht, die Maschinen könnten eigenmächtig Entscheidungen treffen und sich so der menschliche Kontrolle entziehen, verweist ­Stephen Prentice, Vice President von Gartner, in den Bereich Science Fiction (s. Kasten).

Ergänzendes zum Thema
 
Maschinen brauchen Ethik

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