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Cohesity-Studie zu Public-Cloud-Storage

Wenn die Daten in alle Wolken zerstreut sind

| Redakteur: Dr. Jürgen Ehneß

Der Weg in die Public Cloud ist eingeschlagen – eine Studie deckt nun die Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität auf.
Der Weg in die Public Cloud ist eingeschlagen – eine Studie deckt nun die Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität auf. (Bild: ©Dmitry - stock.adobe.com)

Laut einer weltweiten Cohesity-Umfrage unter IT-Entscheidern driften die Erwartungen an die Public Cloud und die tatsächlich erzielten Ergebnisse auseinander. Als Hauptursache für entstehende Probleme macht die Erhebung die Datenfragmentierung durch mehrere eingesetzte Lösungen aus.

Cohesity gibt die Ergebnisse einer Umfrage zur Zufriedenheit mit der Public Cloud bekannt, die das Unternehmen bei den Marktforschern von Vanson Bourne in Auftrag gegeben hat. Weltweit wurden dafür 900 IT-Entscheider befragt, darunter auch 100 aus Deutschland. Fazit der Erhebung: Es existiert „eine große Lücke zwischen den Erwartungen der IT-Manager an die Public Cloud und den realen Ergebnissen in ihren Unternehmen“.

Die Zahlen sprechen tatsächlich eine eindeutige Sprache: 91 Prozent der Umfrageteilnehmer versprachen sich von der Migration der Daten in die Cloud eine Vereinfachung der Unternehmensprozesse, eine Erhöhung der Agilität, eine Kostenreduktion und einen besseren Einblick in die Daten. Nach der Migration bietet sich ein anderes Bild: 68 Prozent zeigten sich in ihren Hoffnungen enttäuscht und konstatierten, dass nur einige (58 %) oder wenige dieser Ziele (10 %) erreicht wurden. Immerhin ein gutes Drittel (32 %) gab an, dass die erhofften Vorteile eingetreten seien.

Nutzung unterschiedlicher Public Clouds

Noch eindeutiger fiel die Suche nach den Ursachen aus: 91 Prozent der auf diese Weise Enttäuschten ermittelten als Grund für ihre Cloud-Probleme die starke Fragmentierung ihrer Daten wegen der Nutzung unterschiedlicher Public Clouds, was eine effiziente Datenverwaltung fast unmöglich mache. Ein knappes Drittel (31 %) der Umfrageteilnehmer gab an, vier oder mehr Kopien derselben Daten in Public Clouds zu speichern.

Raj Rajamani, Vice President of Products bei Cohesity, erläutert: „Die Public Cloud bietet zwar viele große Vorteile, führt aber auch zu Mass Data Fragmentation. So sagen beispielsweise 46 Prozent der Befragten, dass ihre IT-Teams heute zwischen 30 und 70 Prozent ihrer Zeit damit verbringen, Daten und Apps in Public-Cloud-Umgebungen zu verwalten.“

Cohesity definiert das Phänomen Mass Data Fragmentation als „die zunehmende Verbreitung von Daten über eine Vielzahl von verschiedenen Standorten, Infrastruktursilos und Managementsystemen. Dies hindert Unternehmen daran, ihren Wert voll auszuschöpfen – auch, aber nicht ausschließlich in Public-Cloud-Umgebungen.“

44 Prozent der Befragten gaben an, drei oder vier verschiedene Lösungen zur Verwaltung ihrer Daten in unterschiedlichen Public Clouds zu nutzen, weitere 17 Prozent bauten gar auf fünf oder sechs Produkte. Bei den in der Cloud gespeicherten Daten handele es sich vor allem um Backups, Archive, Dateien sowie Test- und Entwicklerkopien. Auf Grund dieser verteilten Speicherung und des Datenaustausches zwischen den lokalen und Public-Cloud-Umgebungen bestehen bei den Befragten Bedenken hinsichtlich der Sicherheit (51 %), der Kosten (40 %) sowie der Compliance (35 %).

Wachsende Wolken

Grundsätzlich sind die Vorstellungen der IT-Entscheider und der jeweiligen Unternehmensführung offenbar unterschiedlich. 92 Prozent der Teilnehmer ließen verlauten, von der Geschäftsführung mit der Datenmigration beauftragt worden zu sein, doch gab die Hälfte der Befragten an, „dass sie Schwierigkeiten bei der Entwicklung einer Strategie hat, um die Public Cloud effektiv zum vollen Nutzen des Unternehmens einzusetzen“. Wie Rajamani feststellt, gibt es ein weiteres Problem: „Laut 80 Prozent der Befragten glaubt ihr Führungsteam, es läge in der Verantwortung des Service Providers, alle in Public-Cloud-Umgebungen gespeicherten Daten zu schützen – das ist aber grundsätzlich falsch. Dies zeigt, dass Führungskräfte die Verfügbarkeit von Daten mit ihrer Wiederherstellbarkeit verwechseln. Es liegt in der Verantwortung des Unternehmens, seine Daten zu schützen.“

Allen Widrigkeiten zum Trotz glauben 94 Prozent der befragten IT-Entscheider an die positiven Seiten der Public-Cloud-Angebote – 99 Prozent gehen darüber hinaus davon aus, dass die vom eigenen Unternehmen genutzten Cloud-Speicher wachsen wird. Als Weg aus der Misere sehen 88 Prozent geeignete Lösungen zur Beseitigung der Datenfragmentierung. Rajamani fasst zusammen: „Es ist an der Zeit, die Erwartungslücke zwischen dem Versprechen der Public Cloud und dem zu schließen, was sie tatsächlich für Unternehmen in Deutschland leistet. Public-Cloud-Umgebungen bieten außergewöhnliche Agilität, Skalierbarkeit und Möglichkeiten für schnellere Tests und Entwicklungen. Aber es ist absolut erfolgskritisch, dass Unternehmen die Mass Data Fragmentation angehen, wenn sie die erwarteten Vorteile der Cloud realisieren möchten.“

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