Stefan Engel und Marcus Küppers im Sechs-Augen-Gespräch Wenn der Cashflow stimmt, ist die Krise für den Acer-Channel halb so wild

Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Am Rande einer Partner-Kick-off-Veranstaltung, sprachen Acer-Chef Stefan Engel und Service Manager Marcus Küppers über den Markt und Umbaumaßnahmen, die Acer derzeit bewegen.

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ITB: Haben wir eine Krise im IT-Markt, oder ist alles halb so wild, Herr Engel?

Engel: Was den Privatkunden als Abnehmer angeht, haben wir definitiv keine Krise. Der Sellout von Consumer-Produkten bei den Distributoren ist gut und ich hoffe das bleibt auch so. Was den Firmenkundenmarkt angeht, haben wir derzeit eine außergewöhnliche Situation, ich würde aber dennoch nicht Krise dazu sagen. Fakt ist, dass die Kreditversicherer gegenwärtig sehr vorsichtig sind, was derzeit einige Unternehmen scheitern lässt – das konnte man ja auch durch die Eilmeldungen von IT-BUSINESS verfolgen. Ich schätze auch, dass die letzte hier noch nicht verschickt wurde. Allerdings würde ich dies weniger an der Auftragslage festmachen. Ich kann den Händlern gegenwärtig nur raten, auf ihre Liquidität zu achten. Cashflow heißt das Gebot der Stunde. Insgesamt sehe ich, nachdem vielerorts einige verschreckt inne gehalten haben, derzeit wieder optimistische Marktbewegungen. Dass alles halb so wild ist, würde ich aber auch nicht sagen, denn die Finanzrestriktionen bereiten schon einigen erhebliches Kopfzerbrechen.

ITB: Sie sehen das Problem also immer noch auf Finanzseite und eher weniger in der Realwirtschaft, wie es so schön heißt?

Engel: Es gibt Branchen, denen sind definitiv die Aufträge weggebrochen. Automation und Sicherheitstechnik, die Textilbranche, die Printbranche – hier tun sich die Entscheider schon schwer mit dem Grundsatz, man solle antizyklisch investieren. Aber insgesamt gesehen ist die Dramatik, die aufgebaut wird, definitiv übertrieben. Gerade eben habe ich mich mit einem Händler unterhalten, für den es vor einem viertel Jahr noch ziemlich schlecht aussah. Inzwischen hat er wieder richtig viel zu tun und die Auftragslage sprengt seine Kapazitäten. Und das ist kein Einzelfall. Momentan läuft es ganz gut, die Unternehmen investieren durchaus weiter. Wir haben Projekte in der Pipeline wie bisher. Ich weiß nur von einem einzigen Fall, bei dem ein Projekt für Acer verschoben wurde. Ich kann also nur sagen: Leute, lasst Euch nicht runter reden; achtet auf die Finanzierung, dann läuft das Geschäft.

ITB: Im Online-Handel sind die Wachstumsraten immer noch hoch, aber nachdem die Kreditversicherer Euler-Hermes und Atradius die Kreditlinien zurückgefahren haben, herrscht vielerorts Ernüchterung. Wie ist es aus Ihrer Sicht um dieses Segment bestellt?

Engel: Der Online-Handel ist im Consumer-Bereich groß geworden, aber gegenwärtig verzeichnen wir in diesem Segment einen starken Push im B2B-Bereich, beispielsweise bei Bechtle direct, bei Inmac oder bei der Firmenkunden-Abteilung von Notebooksbilliger.de, um nur einige zu nennen.

ITB: Wobei Onliner im Gegensatz zum Fachhändler keinen Vor-Ort-Service leisten, im Sinne von Wartung und Implementierung …

Engel: Richtig, deswegen beschränkt sich das Wachstum dort vorwiegend auf Kunden, die Support und Service durch Inhouse-Teams stemmen und kleinere Unternehmen, in denen sich beispielsweise der Chef selbst um die IT kümmert.

ITB: Ihre Einschätzung insgesamt lautet also?

Engel: Online-Händler werden im Professionell-Bereich weiter zulegen, insgesamt wird sich die Marktkonsolidierung aber zunächst noch weiter fortsetzen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie Acer sein Produktportfolio anpassen wird und wie Acer-Reseller als Service-Partner eingebunden werden.

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