Studie der Uni Bochum Weniger Smartphone, mehr Wohlbefinden

Von dpa

Wie viel Smartphone-Nutzung tut gut? Das wollte ein Forscherteam der Ruhr-Uni Bochum wissen. Rund 620 Personen wurden in drei Gruppen aufgeteilt – eine reduzierte ihren Konsum, eine war ganz abstinent, eine änderte nichts an der Handynutzung.

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Nach einer Studie der Uni Bochum hat sowohl der komplette Verzicht als auch eine Reduktion des Handykonsums positive Effekte auf das Wohlbefinden.
Nach einer Studie der Uni Bochum hat sowohl der komplette Verzicht als auch eine Reduktion des Handykonsums positive Effekte auf das Wohlbefinden.
(Bild: DisobeyArt - stock.adobe.com)

Ein vorübergehender Totalverzicht auf das Smartphone und eine Senkung der täglichen Nutzung um eine Stunde können sich einer Studie zufolge positiv auf das Wohlbefinden auswirken. Das ergab eine Analyse, für die rund 620 Erwachsene im Durchschnittsalter zwischen 20 und 30 Jahren befragt worden waren, wie die Ruhr-Uni Bochum mitteilte. Ein Forscherteam wollte wissen: „Ob unser Leben ohne Smartphone tatsächlich besser ist oder vielmehr: Wie viel weniger Smartphone am Tag uns guttut“. Die Untersuchung war zuvor im psychologischen Fachmagazin „Journal of Experimental Psychology“ publiziert worden.

Ausgangspunkt der Befragung: Das Smartphone wird nach Uni-Angaben in der Bevölkerung im Schnitt mehr als drei Stunden täglich genutzt. Studien belegten, dass mit intensiver Nutzung sinkende körperliche Aktivität, Nackenschmerzen, eingeschränkte Leistungsfähigkeit oder auch suchtähnliches Verhalten einhergehen könnten.

Suchtähnliches Verhalten

Die Teilnehmer – allesamt mit Smartphone-Nutzungsdauer von mindestens 75 Minuten täglich – waren in drei Gruppen mit je rund 200 Testpersonen unterteilt worden. Eine Gruppe verzichtete eine Woche komplett aufs Handy, die zweite senkte die tägliche Nutzung um eine Stunde, die dritte veränderte nichts. Direkt im Anschluss an die Maßnahme sowie einen Monat und noch einmal vier Monate später befragte das Forscherteam alle Teilnehmenden zu ihren Lebensgewohnheiten und ihrem Befinden.

Sowohl der komplette Verzicht als auch die einstündige Reduktion hatte positive Effekte auf Lebensstil und Wohlbefinden. In der Gruppe mit gesenkter Nutzungszeit hielten sich diese Positiveffekte sogar länger als in der Abstinenzgruppe. Forschungsleiterin Julia Brailovskaia vom Forschungs- und Behandlungszentrum für psychische Gesundheit bilanzierte: „Langfristig am besten ging es denen, die die Nutzung reduziert hatten.“

Die Ergebnisse der Studie sind allerdings nicht repräsentativ. Teilnehmen durften Personen ab 18 Jahren, die ein Smartphone besitzen und dieses mindestens 75 Minuten pro Tag nutzen. Die Forschenden verteilten Flyer, machten Werbung über TV und Zeitung, um Teilnehmer zu gewinnen. Im Durchschnitt waren sie 20 bis 30 Jahre alt. Die Daten wurden durch Online-Umfragen erhoben, die Anweisungen wurden per E-Mail zugeschickt.

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