Webseitenanalyse

Welche Alternativen gibt es zu Google Analytics?

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Nico Litzel

Google ist mit „Google Analytics“ Marktführer. Doch jenseits von Google gibt es weitere interessante Tools zur Analyse von Webseiten.
Google ist mit „Google Analytics“ Marktführer. Doch jenseits von Google gibt es weitere interessante Tools zur Analyse von Webseiten. (Bild: © NAN – stock.adobe.com)

Auf den meisten Webseiten wird auf Google Analytics gesetzt, um die Besucher und Zugriffsdaten zu analysieren. Es gibt allerdings durchaus interessante Alternativen zum Marktführer.

Viele Unternehmen oder private Webseitenbetreiben sehen die Vormachtstellung von Google kritisch. Das ist einer der Gründe, warum Alternativen für die Analyse durchaus sinnvoll sind, um den Datenschutz etwas effektiver zu gestalten. Dazu kommt, dass die Analyse mit Google Analytics nicht immer sehr einfach ist und Entwickler mit anderen Tools teilweise besser zurechtkommen. In jedem Fall lohnt es sich, wenn sich Entwickler und Administratoren mit den Alternativen auseinandersetzen. Wir stellen die bekanntesten vor.

StatCounter – Rohdatenerfassung

Eine der Nachteile von Google Analytics ist die fehlende Unterstützung von Rohdaten. Mit StatCounter lassen sich auch diese Daten erfassen. Das Webtool kann bis zu 30 Tage kostenlos getestet werden. Kleinere Webseiten lassen sich kostenlos analysieren. Durch die Erfassung der kompletten Protokolle können umfassende Daten analysiert werden. StatCounter arbeitet auch mit Google-AdWords zusammen und kann Kampagnen auswerten.

AWStats – das Urgestein der Analyse

Wenn die Protokolldateien korrekt vorliegen, beginnt AWStats mit der Analyse. In der Mitte des Fensters ist eine Zusammenfassung zu sehen. Im oberen Bereich kann der Zeitraum ausgewählt werden, in dem die Analyse erfolgen soll.
Wenn die Protokolldateien korrekt vorliegen, beginnt AWStats mit der Analyse. In der Mitte des Fensters ist eine Zusammenfassung zu sehen. Im oberen Bereich kann der Zeitraum ausgewählt werden, in dem die Analyse erfolgen soll. (Bild: T. Joos)

Das Open Source Tool AWStats baut auf Perl auf und wird auf einem Webserver installiert. Über eine Weboberfläche oder eine Befehlszeile wird das Tool konfiguriert. Sobald die Einrichtung erfolgt ist, lassen sich angebundene Webseiten analysieren. Der große Vorteil von AWStats besteht darin, dass die Software die vorhandenen Protokolldateien grafisch aufbereiten kann. AWStats kann nicht nur herkömmliche Protokolldateien einlesen, sondern auch spezielle Protokolle der Internetinformationsdienste (IIS) von Windows-Servern oder die Protokolle von Apache.

Setzen Unternehmen eine heterogene Umgebung ein, bietet AWStats eine zentrale, einheitliche Oberfläche, welche auch verschiedene Systeme analysieren kann. Bei AWStats handelt es sich um kein alleinstehendes Tool, das auf einem Rechner installiert werden kann, sondern das Tool muss auf einem Webserver betrieben werden. Hier können Administratoren zum Beispiel auch auf XAMPP setzen.

Eine Alternative zu AWStats ist W3Perl. Auch dieses Tool ist in Perl geschrieben und bietet ähnliche Funktionen wie AWStats. Das Tool steht ebenfalls kostenlos über eine Open-Source-Lizenz zur Verfügung.

Econda – Online-Shops analysieren

Mit Econda lassen sich ebenfalls Webserver analysieren. Im Fokus von Econda stehen die Daten von Webshops. Viele Versandhändler setzen auf diese Lösung. Der Anbieter betreibt alle Server in Deutschland, daher werden die deutschen Datenschutzrichtlinien eingehalten.

Open Web Analytics – Open-Source-Alternative

Bei Open Web Analytics ist eine Software, die sich ähnlich wie Google Analytics bedienen lässt. Auch diese Software kann für Webshops verwendet werden. Die Software steht kostenlos zur Verfügung. Der Nachteil der Umgebung sind die seltenen Updates.

Kostenlose Protokollanalyse mit GoAccess

Mit GoAccess können die Protokolle von Webservern kostenlos analysiert werden. Das Open Source Tool hilft auch bei der Echtzeitananalyse. Zur Analyse kann also festgelegt werden, ob die Protokolle des Webservers in der Vergangenheit analysiert werden sollen oder in Echtzeit. Die Ausgabe erfolgt auf Wunsch im Browser, kann aber auch über die Befehlszeile weiterverarbeitet werden. Die Lösung basiert generell auf mac OS X und Linux, also auf Unix-basierten Systemen. Allerdings kann die Installation auch auf Windows durchgeführt werden.

Piwik/Matomo – die bekannteste Alternative zu Google Analytics

Eine der bekanntesten Alternativen für Google Analytics ist Piwik (neuer Name „Matomo“. Im Vergleich Google Analytics bietet Piwik sehr viele Einstellungen bezüglich des Datenschutzes. Daher ist die Lösung ideal für den Einsatz in Europa geeignet.

Das Tool wird mit einer Open-Source-Lizenz kostenlos bereitgestellt. Basis von Piwik sind MySQL als Datenspeicher sowie PHP für die Entwicklung. In den meisten Webumgebungen wird Piwik standardmäßig unterstützt. Der Vorteil der Lösung besteht auch darin, dass die Funktionen mit Plug-ins erweitert werden können. In größeren Umgebungen ist interessant zu wissen, dass Piwik alle Arten von Protokollen analysieren kann, auch Protokolle von Webservern.

Clicky, Etracker und Gauges – Webdienste zur Analyse

Mit Clicky lassen sich Webseiten genauso analysieren, wie mit Google Analytics.
Mit Clicky lassen sich Webseiten genauso analysieren, wie mit Google Analytics. (Bild: Clicky.com)

Clicky steht generell kostenlos zur Verfügung, allerdings nur für kleinere Umgebungen. In größeren Netzwerken muss die Lösung lizenziert werden. Die aktuellen Preise sind auf der Webseite in Erfahrung zu bringen.

Clicky muss nicht selbst bereitgestellt werden, sondern steht als Clouddienst zur Verfügung. Die Analyse in Clicky ist auch für weniger geübte Administratoren schnell umsetzbar. Für fortgeschrittene Administratoren steht ein API zur Verfügung, mit der sich die Daten auslesen lassen. Die Premium-Funktionen können gegen monatliche Gebühren freigeschaltet werden.

Auch bei Gauges handelt es sich um einen Webdienst, der allerdings kostenpflichtig ist. Wer sich die Lösung ansehen will, kann sie einige Tage kostenlos testen.

Das deutsche Webtool Etracker steht ebenfalls als Webdienst zur Verfügung und bietet eine sehr moderne Oberfläche. Das Produkt kann einige Tage kostenlos getestet werden, muss danach aber kostenpflichtig betrieben werden, es gibt keine kostenlose Variante. Die Entwickler stellen verschiedene Pakete zur Verfügung, die unterschiedliche Daten analysieren. Etracker bietet Funktionen, die es kaum in anderen Tools gibt, wie zum Beispiel Analyse der Mausbewegungen sowie Analysen der Kundenzufriedenheit. Alle Server des Anbieters sind in Deutschland.

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