Definition Was sind Rich Communication Services (RCS)?

Autor / Redakteur: zeroshope / Sarah Böttcher

Rich Communication Services (RCS) ist offiziell ein Mobilfunkstandard für die Übertragung von Nachrichten. Tatsächlich bieten die Netzprovider damit aber eine Möglichkeit für Handyhersteller, Messengern wie Whatsapp Konkurrenz zu machen.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Rich Communication Services (RCS) ist rein technisch gesehen ein Mobilfunkstandard für die Übertragung von Kurznachrichten. In Deutschland unterstützen ihn alle wesentlichen Netzprovider. Seinen Namen verdankt der Dienst dem Umstand, dass er die klassische SMS um einige Funktionen „bereichern“ kann. Hierzu zählen beispielsweise Video-Anrufe, das Versenden von Bildern oder auch Gruppenchats sowie Sprachnachrichten.

Diese Vorteile bietet die Nutzung von RCS-Apps

RCS ging 2012 an den Start, setzte sich aber nie so wirklich durch. Apple vertraute lieber auf iMessage und FaceTime. In der Android-Welt setzten sich Messenger wie WhatsApp durch, die schließlich allgemeinen Anklang fanden. Seit etwa 2019 feiert RCS aber ein Comeback durch spezialisierte Apps und macht auf diese Weise den etablierten Nachrichtendiensten Konkurrenz. Beispielsweise stellt die Telekom die App Message+ sowohl für iOS wie auch für Android zur Verfügung. Zahlreiche Smartphone-Hersteller bieten ebenfalls eigene Anwendungen. Dies gilt beispielsweise für Samsung, Sony, HTC, Google oder auch LG sowie Nokia.

Verantwortlich hierfür sind die Vorteile, die RCS-Apps im Vergleich mit anderen Messengern bieten:

  • Sender und Empfänger müssen nicht den identischen Dienst nutzen. Im Zweifel wird die Nachricht als normale SMS zugestellt.
  • Der Dienst lässt sich besser verschlüsseln als viele Web-Messenger und kann deshalb auch auf Firmenhandys laufen.
  • RCS lässt sich leicht über die Smartphone-Einstellungen aktivieren oder deaktivieren – es müssen also nicht extra Apps installiert oder gelöscht werden.
  • RCS eignet sich als „Rückfall“-System, wenn der normale Messenger eine Nachricht wegen mangelnder Netzverbindung nicht zustellen kann.

Bestehende Probleme

Tatsächlich würden viele Netzbetreiber lieber heute als morgen RCS-Apps auf allen Smartphones sehen, weil sich die Nachrichten wie früher SMS monetarisieren ließen. Allerdings unterstützt Apple das System für eigene Nachrichten-App bislang nicht. Die Kalifornier befürchten, dass eben dieser Umstand eher abschreckend auf die eigenen User wirkt. Deshalb scheiden derzeit noch etwa ein Fünftel aller Nutzer aus. Im Android-Bereich gibt es bei einigen Apps Kompatibilitätsprobleme, wenn zwischen einer Übertragung mittels Mobilfunk und Internet gewechselt werden soll. Ob sich RCS deshalb wirklich doch noch in der Breite durchsetzen kann, ist deshalb offen.

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