Definition Was sind Communities of Practice?

Autor / Redakteur: zeroshope / Heidi Schuster

Der englische Begriff Communities of Practice beschreibt eine Organisationsform von Gruppenarbeit. Teams sind autonom tätig und motivieren sich durch den gegenseitigen Austausch. Im Zentrum steht die soziale Komponente, die auch anders hilft.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Der Ausdruck Communities of Practice beschreibt die Tätigkeit von Gruppen, die einem speziellen Organisationsprinzip folgt und in unserer Zeit insbesondere in der Softwareentwicklung weit verbreitet ist. Sie stammt allerdings nicht ursprünglich aus dem IT-Bereich, sondern auch aus den Sozialwissenschaften. Die erste Darstellung des Prinzips erfolgte in dem 1991 erschienenen Buch „Situated Learning: Legitimate peripheral participation“, das Jean Lave und Etienne Wagner schrieben. Letzterer veröffentlichte 2002 gemeinsam mit Richard McDermott und William Snyder eine weitere Arbeit. Diese vertiefte das Konzept und ist das, was wir in unserer Zeit unter Communities of Practice verstehen.

Die Grundzüge der Communities of Practice

Grundlegend führen Communities of Practice das soziale Lernen ein. Es ist nachgewiesen, dass der Austausch mit anderen Menschen ein wichtiger Faktor ist, um neue Dinge zu verstehen. Im ursprünglichen Konzept handelte es sich um Gruppen ähnlich interessierter Menschen, die sich gemeinsam neues Wissen aneignen möchten. Später wurden daraus Teams, die durch eine die gemeinsame Arbeit an einem Projekt verbunden sind. Dieses Thema trägt in der Fachsprache den Namen „Domain“. Practice meint das gemeinsame Üben bzw. Arbeiten der Community bzw. Gemeinschaft.

In den folgenden Phasen vollzieht sich die gemeinsame Tätigkeit idealtypisch:

  • Potenzial: Bestimmte Personen nehmen sich eines Themas (einer Domain) an.
  • Vereinigung/Verschmelzung: Die Grundstrukturen der gemeinsamen Tätigkeit werden von der Gruppe selbst erarbeitet und beschlossen. Dies betrifft beispielsweise Kommunikationswege, Ziele sowie Aufgaben.
  • Reifung: Die Arbeit beginnt. Es kommt zum Wissensaustausch der Beteiligten.
  • Verantwortung: Die Mehrheit der Mitglieder hält die Ziele in akzeptabler Weise für erreicht. Es wird beschlossen, dass keine weiteren Aktivitäten nötig sind.
  • Transformation: Die Gruppe löst sich auf und bildet sich mit einer anderen Domain neu. Alternativ wenden sich die Mitglieder anderen Communities zu oder kehren in ihre eigentlichen Projektteams zurück.

Der Unterschied der Communities of Practice zur Arbeitsgemeinschaft und die Folgen

Arbeitsgemeinschaften können sich zwar selbst organisieren. Allerdings sind sie in der Regel gewissen äußeren Vorgaben unterworfen – beispielsweise bezüglich der Ziele. Zudem können sie nicht selbst entscheiden, dass die Ziele erreicht sind. Communities of Practice eignen sich deshalb nicht für jede Arbeitsform. Dieses Organisationsprinzip kann z.B. nicht für ganze Projekte zum Einsatz kommen. Es ist hingegen hervorragend als kurzzeitiges Instrument für Problemlösungen oder bestimmte Entwicklungsschritte geeignet. Gerade, wenn crossfunktionale Teams in Sackgassen stecken, können flankierende Communities of Practice oft aus diesen heraushelfen.

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