Data-Center-Lösungen aus einem Guss für Systemhäuser und Endkunden

Was sich für Avocent unter dem Emerson-Dach ändern wird

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ITB: Welche Folgen hat die stärkere Industrie-orientierung von ENP für Avocent?

Kühn: Vom Produktportfolio her betrachtet hat sich Avocent schon lange in Richtung Industrie entwickelt. Dem ursprünglichen Ansatz eines Anbieters im Umfeld von KVM-Switches sind Produkte gefolgt, die eine effiziente Steuerung und Kontrolle des Rechenzentrums ermöglichen. Den Erfahrungen, die wir durch ENP nun aus dem Industrieumfeld gewinnen können, steht unser deutsches Team sehr offen gegenüber. Das wird an unserem Partnermodell und den festen Bindungen zu unseren Partnern aber natürlich nichts ändern.

ITB: Herr Müller, Avocent ist der jüngste Neuzugang im Emerson-Portfolio. Welche Strategie für den deutschen Markt steckt hinter diesen Zukäufen?

Mathias Müller ist Geschäftsführer von Emerson Network Power. (Archiv: Vogel Business Media)

Müller: ENP ist ein lösungsorientierter Komplettsortimenter im Bereich Rechenzentren und Infrastruktur. Mit den Übernahmen verfeinern wir dieses Angebot in relevanten Teilbereichen, beispielsweise bei rack-basierten Lösungen und dem Infrastructure Management. Hinzu kommt, dass ENP damit neben Enterprise-Kunden auch den Mittelstand mit kompletten Lösungen bedienen kann. Exemplarisch hierfür sind Lösungen wie etwa unser „All in One“ Daten-Center XDFN. Es umfasst in nur einem Gehäuse die komplette Infrastruktur für die Energie und das Klima – mit allen notwendigen Redundanzen.

ITB: Wie grenzen Sie sich hierzulande von Ihren Wettbewerbern ab?

Müller: Zum einen kommen wir aus der Großindustrie und haben eine zunehmende Tendenz in Richtung Mittelstand. Andere Unternehmen haben den umgekehrten Weg gewählt. Von der technischen Seite aus betrachtet tun wir uns damit sehr leicht. Hinsichtlich der Absatzmodelle erfordert es jedoch auch ein hohes Maß an Umdenken. Zum anderen muss man mit Blick auf das Produktportfolio erwähnen, dass ENP im Vergleich zum Wettbewerb der einzige Anbieter ist, der keinen Kernbestandteil seiner Rechenzentren bei Drittanbietern zukauft, sondern alles aus dem eigenen Haus bietet.

ITB: Dem Kunden dürfte der Ursprung eines Produkts doch eher egal sein. Hauptsache, seine Leistungsanforderungen werden erfüllt...

Müller: Diese Vergleichbarkeit ist ein großer Irrglaube. Gerade im Umfeld kritischer Datenumgebung spielt der Ursprung der Technik und die nahtlose Verzahnung ihrer Funktionalität eine große Rolle. Unser komplettes Angebot für das Rechenzentrum erlaubt uns eine viel homogenere Produktausrichtung, als dies bei Zukäufen möglich wäre. Alle Prozesse bei der Entstehung eines Produktes und bei der Weiterentwicklung bestehender Produkte folgen dem Ziel, die Gesamtlösung bestmöglich zu unterstützen. Das gilt sowohl für die technische Lösung selbst als auch für Beratung, Projektierung, Installation, Dienstleistungen und die zentrale Beschaffung. Fremd- oder Drittinteressen, wie sie bei unabhängigen Zulieferern immer gegeben sind, spielen bei uns schlicht keine Rolle.

ITB: Können Sie diesen Punkt anhand eines einfachen Beispiels noch weiter verdeutlichen?

Müller: Gerne. Nehmen wir das Beispiel Avocent. Das Unternehmen ist nunmehr seit vier Monaten in den Reihen der ENP. Selbst hier, also auf deutscher und damit lokaler Ebene, gibt es bereits seit Wochen einen intensiven Austausch auf allen Unternehmensebenen. Das gilt für die Entwicklung und das Produktmanagement, aber gleichermaßen auch für alle anderen Abteilungen der beiden Unternehmen. Der gemeinsame Pool an Ideen und potentiellen Multiplikatoren zum Nutzen des Kunden ist schon nach dieser kurzen Zeit von enormer Größe. Dieser Innovationspool wurde genau durch die nun gemeinsam verfolgten Lösungsansätze und somit gemeinsamen, übergreifenden Unternehmensziele möglich.

Was beide Manager vom laufenden Jahr noch erwarten, erläutern Sie auf der nächsten Seite.

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