Definition Was macht ein Wirtschaftsinformatiker?

Autor / Redakteur: zeroshope / Ann-Marie Struck

Wirtschaftsinformatiker entwickeln computergestützte Systeme, um betriebswirtschaftliche Fragen zu lösen. Sie betrachten die Informatik also mit dem Auge eines Ökonomen. Verlangt wird aber auch eine Leidenschaft für tiefgehende Analysen.

Firmen zum Thema

Grundlagenwissen zum IT-Business
Grundlagenwissen zum IT-Business
(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Wirtschaftsinformatiker sind an einer zentralen Schnittstelle tätig: Sie arbeiten an informations- sowie kommunikationstechnischen Systemen, die für die Lösung betriebswirtschaftlicher Probleme eingesetzt werden sollen. Vereinfacht gesagt sorgen sie dafür, dass die IT eines Unternehmens den Zielen der Firma dient. Dies verlangt eine Reihe von Fähigkeiten bzw. Voraussetzungen:

  • die Fähigkeit für betriebswirtschaftliche Analysen
  • die Beherrschung zentraler Programmiersprachen
  • das Verständnis für soziologische Zusammenhänge
  • Prozessdenken
  • psychologische Grundkenntnisse für die Analyse von Kundenverhalten und Nutzermustern
  • Talent für Mathematik
  • technisches Verständnis

Wirtschaftsinformatiker werden: Ein Studium ist notwendig

Wer Wirtschaftsinformatiker werden möchte, muss eine Universität oder eine Fachhochschule besuchen. Die entsprechenden Studiengänge sind weit verbreitet. Sie gehorchen durchschnittlich einem 40-40-20-Aufbau. Dies bedeutet: 40 Prozent des Studiums sind Informatik, 40 Prozent sind Wirtschaft und die restlichen 20 Prozent entfallen auf die weiteren Bereiche. Je nach Hochschule kann es diesbezüglich leichte Abweichungen geben. Im Master sind klare Schwerpunktsetzungen möglich.

Aufgaben von Wirtschaftsinformatikern

Wer sich auf den IT-Anteil spezialisiert, bleibt in der Regel in der Entwicklung. ERP-Systeme sind das typische Aufgabenfeld. Die Arbeit kann sich aber auch um die Erschaffung von neuartigen Softwarelösungen drehen, die besser als die bisherigen Varianten monetisiert werden können und/oder das Kundenerlebnis verbessern. Wirtschaftsinformatiker kommen beispielsweise oft mit Anwendungen in Kontakt, die auf künstliche Intelligenz vertrauen.

Absolventen, die sich für einen Wirtschaftsschwerpunkt entschieden haben, wechseln oft auf die "andere Seite des Zauns". Sie vermarkten beispielsweise IT-Produkte oder erstellen Datenmodelle, die der Geschäftsführung und dem Marketing helfen. Sie schulen zudem neue Mitarbeiter und sind Leiter von Software- und IT-Projekten.

Mitdenken ist gefragt - und die Bereitschaft für tiefgehende Analysen

Wirtschaftsinformatiker kommen im Rahmen ihrer Arbeit mit einer Vielzahl potenziell interessanter Datensätze in Kontakt, von denen vorher niemand wusste. Dies liegt an der besonderen Schnittstelle, an der sie arbeiten. Oft geht es um Kontexte. Als Beispiel aus dem ERP-Zusammenhang: Wenn Waren die Fertigung zu einer bestimmten Uhrzeit verlassen, sind sie durchschnittlich aufgrund des Verkehrs schneller beim Kunden als zu anderen Terminen. Verlangt ist deshalb ein Mitdenken in solchen Momenten - und die Bereitschaft für tiefgehende Analysen, um diese Daten nutzbar zu machen.

(ID:47806927)