Definition Was macht ein technischer Informatiker?

Autor / Redakteur: zeroshope / Ann-Marie Struck

Ein technischer Informatiker ist Spezialist für die gerätemäßige Realisierung. Dies bedeutet, er entwirft technische Bestandteile von Kommunikations- und Informationssystemen. Je nach Schwerpunkt kann er eher Elektrotechniker als Informatiker sein.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Ein Technischer Informatiker arbeitet in einem Schnittstellenberuf. Er bewegt sich an der Grenze von Informatik und Elektrotechnik. Dies bedeutet, er entwirft Hardwarekomponenten und stattet diese mit der funktionalen Software aus, also dem Code, der die Basisfähigkeiten der Bauteile steuert. Seine Arbeit wird deshalb auch als gerätemäßige Realisierung beschrieben, weil er für die einzelnen Komponenten verantwortlich ist, die nötig sind, um ein Gesamtgerät zu bauen.

Unterschiedliche Schwerpunktsetzungen sind möglich

Die technische Informatik ist ein Studienfach, das je nach Universität und Fachhochschule entweder der Elektrotechnik oder der Informatik beigeordnet ist. Dies zeigt einen wichtigen Umstand an: Interessenten können als technische Informatiker unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Sie können sich entweder auf die Arbeit mit der Hardware spezialisieren und zusätzlich ein rudimentäres Verständnis für die Entwicklung der Firmware gewinnen – oder umgekehrt.

Früher galt, dass die oder andere Variante je nach Branche besser war. Im Bereich der Schwerindustrie waren beispielsweise elektrotechnische Informatiker lieber gesehen. Im Computerbereich ging es in die andere Richtung. Teilweise gilt dies bis heute. Durch das Internet der Dinge (IoT) bzw. das industrielle Internet der Dinge (IIoT) haben sich die Verhältnisse allerdings verschoben. Die funktionale Software muss nicht nur die Basisfähigkeiten der Bauteile steuern, sondern auch mit den weiteren Systemen kommunizieren, damit Daten gewonnen werden können. Deshalb ist die Spezialisierung auf die Software wichtiger geworden. Konkret benannt werden diese Schwerpunkte beispielsweise mit Begriffen wie Computational Neuroscience.

In jedem Fall müssen technische Informatiker in den folgenden Bereichen geschult sein:

  • Messtechnik
  • Sensorik
  • eingebettete Systeme
  • Signalverarbeitung
  • Betriebssysteme

Viele Studiengänge bieten zudem Veranstaltungen zum Patentrecht oder zu wirtschaftswissenschaftlichen Fragen an. Dies liegt daran, dass ein technischer Informatiker durch seine Schnittstellenposition an einem möglicherweise wertvollen neuen Produkt arbeitet. Er muss dessen Potenzial einschätzen können.

Arbeitsgebiete von technischen Informatikern

Technische Informatiker sind üblicherweise in den folgenden Bereichen neben der Produktentwicklung tätig:

  • Gerätesicherheit
  • Verfahrensentwicklung
  • Begutachtung
  • Systemadministration
  • Netzwerkstrukturen

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