Definition Was ist Windows 11?

Autor / Redakteur: Nicole / Wilfried Platten

Windows 11 ist ein Betriebssystem, das es laut Microsoft nie geben sollte. Denn nach der langen Reihe von mehr oder weniger erfolgreichen Windows-Versionen sollte Schluss sein mit den „disruptiven“ Versionssprüngen. Die „letzte“ Windows-Ausgabe 10 soll stetig weiterentwickelt werden.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Dennoch fiel im Oktober 2021 der Startschuss für Windows 11, das als kostenloses Upgrade für Windows 10 oder mit Lizenz als komplette Neuinstallation verfügbar ist. Neu sind vor allem optische Details sowie funktionelle Aspekte und Bedienelemente.

Laut Microsoft soll mit dieser Windows-Version insbesondere die Benutzerfreundlichkeit und die Produktivität gesteigert werden. Die auffälligste Änderung nach dem ersten Aufruf ist das Startmenü, welches mittig über der Taskleiste schwebt und Symbole in neuem Design mitbringt. Manuell kann sie aber auch wieder wie bisher gewohnt nach links gesetzt werden. Für den schnellen Überblick sind Widgets mit Infoschnipseln verfügbar, wie sie einigen Nutzern noch aus Vista bekannt sein dürften. Verschwunden sind dagegen die Live-Elemente.

Der so genannte Snap-Assistent optimiert das Fenster- und Displaymanagement: Für die Arbeit mit mehreren Fenstern lassen sich diese beliebig, auch übersichtlich nebeneinander anordnen und bei der Verwendung mehrerer Bildschirme merkt sich das System, welches Programm auf welchem Display läuft. Die zuletzt genutzten Programme und Dateien werden außerdem im oberen Bereich des Startmenüs angezeigt, die Steuerelemente finden sich darunter.

In der Installation ist Microsoft Teams für Anrufe, Videos und Chats bereits integriert, womit die Konnektivität und soziale Vernetzung verbessert werden soll. Nutzer können über den Store einen aufgestockten App-Umfang durchstöbern und Apps, wie vom Smartphone gewohnt, direkt aus dem Store heraus installieren. Insgesamt verspricht Microsoft eine bessere Performance, einen schnellen Zugriff auf wichtige Funktionen sowie schlankere Updates als bei den Vorgängerversionen.

Upgrade oder Neuinstallation?

Um ein Upgrade durchzuführen, muss Windows 10 installiert und auf dem aktuellen Stand sein. In diesem Fall ist Windows 11 kostenlos installierbar. Alternativ kann eine Update-Version auf USB-Stick installiert werden. Eine ISO-Datei für die komplette Neuinstallation ist downloadbar. Allerdings steigen unabhängig von der Installationsweise mit Windows 11 die Hardwareanforderungen. Werden diese nicht erfüllt, steht das Upgrade entweder nicht zur Verfügung oder es erfolgen während der Installation entsprechende Warnungen. Ein Versuch ist unter Umständen dennoch möglich.

Mindest-Hardwareanforderungen

Windows 11 setzt für die Installation folgende Hardwareausstattung voraus:

  • 1 GHz-Dual-Core, 64-Bit-Unterstützung
  • 64 GB Speicherplatz
  • 4 GB RAM
  • Grafikkarte mit DirectX 12-Kompatibilität, WDDM 2.0-Treiber
  • Display 9-Zoll-Diagonale, Auflösung 720p, 8-Bit-Farbkanäle
  • UEFI, Secure-Boot
  • Trusted Platform Module Version 2.0

Rückblick

Alles begann Mitte der Achtziger Jahre mit einem Plagiat. Und einem ziemlich schlechten noch dazu. Nachdem das für November 1983 angekündigte Windows 1.0 auf der IT-Messe Comdex in Las Vegas lediglich in diversen Hotels als Kopfkissenmotiv sichtbar war, verstrichen knapp zwei weitere Jahre, bis Windows als Version 1.01 tatsächlich erhältlich war. Als Vorbild der überarbeiteten Start-Version hatte unverkennbar der Anfang 1984 erschienene Macintosh von Apple gedient. Und dessen Mastermind Steve Jobs hatte sich seinerseits bei Erfindungen der Xerox-Labs in Palo Alto bedient. Diese erste Windows-Version war kein Betriebssystem im eigentlichen Sinne, sondern eine grafische Benutzeroberfläche für das PC-Betriebssystem MS-DOS. Das sollte über viele Folgeversionen so bleiben – und erwies sich immer mehr als Hemmschuh.

Der Durchbruch

Zum Renner wurde Windows dann Anfang der Neunziger mit der Version 3.0, denn endlich brachten die zeitgenössischen PCs die notwendige Leistung für den Ressourcenfresser mit. Der Hype war so groß, dass kaum ein IT-Verlag es sich leisten konnte, keine Windows-Zeitschrift herauszubringen: Win-DOS, Windows Konkret, Win und wie sie alle hießen, die dann der Fluss verschlang…

Mit der Multimedia-Erweiterung (ME) wurde Windows erstmals musikalisch. Parallel etablierte sich der Win NT 3.1. Server auch als ernstzunehmendes Server-Betriebssystem neben dem Netzwerk-Pionier und -Marktführer Novell. Mit Windows 95 und 98 setzte Microsoft die Erfolgsstory bis zur Jahrtausendwende konsequent fort – und dann kam XP! Es machte Schluss mit den beiden so unterschiedlichen Wurzeln DOS und NT, kam aber trotzdem anfangs in zwei Versionen für berufliche (Professional) und private (Home) Anwender. Daraus wurde schnell ein fast undurchschaubares Variantenwirrwarr, bis hin zu Spezial-Versionen für bestimmte 64-Bit-Prozessoren. Der Beliebtheit tat das keinen Abbruch: Dank seiner Stabilität und der mauen Akzeptanz für die Nachfolgeversion Vista musste das Supportende mehrfach verschoben werden, denn viele Anwender – privat und professionell – weigerten sich schlicht und einfach umzusteigen. Da halfen auch keine Vista-Spielereien wie die Aero-Oberfläche mit Flip 3D.

Sieben, acht und aus

Erst das Ende 2009 erscheinende, auf Vista aufsetzende Windows 7 konnte die Scharte wieder auswetzen. Mit Windows 8 wird dann die Kachel zum grafischen Orientierungspunkt. Sie ist das beherrschende optische Element der neuen Metro-Oberfläche. Erstmals muss man nicht mehr den Start-Button klicken, um Windows herunterzufahren. Eine logische Bedienungs-Absurdität, die Windows seit den Anfängen begleitet hat.

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Und dann war erstmal Schluss – nicht mit Windows, aber mit dem Versionskarussell, das die Anwender in Atem gehalten, und die Hardware-Hersteller glücklich gemacht hat. Denn da jede neue Windows-Version höhere Ressourcenansprüche hatte, durften sie sich über steigende Umsätze freuen. Intel lieferte die passenden Prozessoren dazu, und so entstand das Bild von der sich selbst perpetuierenden „WinTel“-Welt. Windows 9 gab es nie, Windows 11 und Nachfolger sollte es nie geben. So zumindest das Versprechen – oder die Drohung (?) – von Microsoft.

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