Definition Was ist Volatile Memory?

Autor / Redakteur: Blue Floyd / Ira Zahorsky

Flüchtiger Speicher ist allgegenwärtig und steckt in jedem modernen computerähnlichen System. Im Vergleich zu nicht-flüchtigem Speicher – wie in Festplatten – bringt er zahlreiche Vorteile mit.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Die bekannteste Form von Volatile Memory liegt im RAM (Random Access Memory) vor: Der Arbeitsspeicher eines computerähnlichen Geräts (PCs, Notebooks, Smartphones, Tablets, Fernseher und auch beispielsweise Taschenrechner) ist stets flüchtig. Das heißt, dass die Inhalte des Speichers komplett geleert werden, sobald kein Strom mehr anliegt – also das Gerät ausgeschaltet wird. Beim erneuten Systemstart wird flüchtiger Speicher wieder mit Daten gefüllt.

Welche Vorteile hat Volatile Memory?

RAM ist signifikant leistungsfähiger als selbst die bereits sehr schnellen NVMe-Festplatten. Zugriffszeiten liegen im Nanosekundenbereich vor und nicht, wie bei Festplatten, in Millisekunden. Um mit Daten jeglicher Art in einer zumutbaren Geschwindigkeit umgehen zu können, ist RAM daher unerlässlich. Die Alternative bestünde darin, jegliche von der CPU angeforderten Daten stets auf die Festplatte auszulagern. Dies würde beträchtliche Geschwindigkeitseinbußen zur Folge haben. Nur flüchtiger Speicher wie RAM ist schnell genug, um diese Aufgaben zu erfüllen. Dadurch ergeben sich auch Anwendungsbereiche wie die RAM-Disk: Damit wird das gesamte Betriebssystem in den Arbeitsspeicher ausgelagert. Dies bringt große Geschwindigkeitsvorteile, allerdings ist der Umgang aufgrund der flüchtigen Natur der Daten schwierig.

Welche Lebensdauer hat flüchtiger Speicher?

In Form von RAM ist die Haltbarkeit theoretisch unbegrenzt. NVMe-Festplatten – also nicht-flüchtiger Speicher – beispielsweise bringen stets einen TBW-Wert mit: Total Bytes Written. Eine Festplatte dieser Art lässt sich nur über einen begrenzten Byte-Wert mit neuen Daten beschreiben, bevor ein Ausfall wahrscheinlich wird. Volatile Memory hingegen ist auf eine permanente Belastung durch Schreiben und Lesen ausgelegt. Die Hersteller geben für Speicher dieser Art keine Lebensdauer an, allerdings wird dieser in der Praxis bei mehreren Hunderttausend Stunden liegen. Elektrischer und mechanischer Verschleiß oder ein Hitzetod durch schlechte Kühlung ist wahrscheinlicher als ein technikbedingter Ausfall.

Hoher Preis und niedrige Kapazitäten

Im Vergleich zu nicht-flüchtigem Speicher ist Volatile Memory deutlich teurer. Beispielsweise kosten derzeit (Stand: Juli 2021) 128 GB DDR4-RAM mindestens 440 Euro. Eine 120 GB große NVMe-Festplatte hingegen ist für 23 Euro erhältlich. Computersysteme mit sehr viel RAM verlangen daher nach hohen Investitionen im Vergleich zu klassischen Festplatten. Da dieses Verhältnis zwischen flüchtigem und nicht-flüchtigem Speicher bereits seit Jahrzehnten besteht, ist nicht davon auszugehen, dass sich dies in absehbarer Zeit ändern wird. Weil die meisten Anwender im Alltag jedoch keine hohen Mengen aus RAM benötigen, fällt dieser Nachteil in der Praxis selten ins Gewicht.

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