Definition Was ist Virtual Desktop Infrastructure?

Autor / Redakteur: Pandora Bells / Ann-Marie Struck

Bei der Virtual Desktop Infrastructure (VDI) handelt es sich um ein Hosting von Desktop-Umgebungen auf einem zentralen Server. Dabei werden einzelne Desktop-Images in virtuellen Maschinen (VMs) ausgeführt und Anwendern über Netzwerke bereitgestellt.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Wenn Desktop-Umgebungen auf zentralem Server gehostet werden, spricht man von einer Virtual Desktop Infrastructure (VDI). Dabei werden einzelne Desktop-Images in virtuellen Maschinen (VMs) ausgeführt und Anwendern über Netzwerke bereitgestellt.

Funktionsablauf einer VDI

Die Server in einer VDI werden von einem Hypervisor in VMs segmentiert, die wiederum virtuelle Desktops hosten, auf die End-Clients remote über ihre Geräte zugreifen können. Dieser Zugriff kann geräteunabhängig an jedem Standort erfolgen, während die gesamte Verarbeitung auf dem Hostserver stattfindet. Die End-Clients stellen über einen Verbindungs-Broker die Verbindung zu ihren Desktop-Instanzen her. Der Verbindungs-Broker ist ein softwarebasiertes Gateway. Es fungiert als Mittler zwischen Anwender und Server. VDIs lassen sich in einem persistenten und einem nicht persistenten Modus ausführen.

Persistierender Modus

Bei diesem Modus verbinden sich die End-Clients stets mit demselben Desktop. Nehmen sie an ihm persönliche Änderungen vor, werden diese auch nach dem Zurücknehmen der Verbindung beibehalten. Das heißt, im persistierenden Modus verhalten sich die Umgebungen von VDIs genau wie persönliche physische Desktops.

Nicht persistierender Modus

Im nicht persistierenden Modus verbinden sich End-Clients mit generischen Desktops. Auf ihnen können keine Änderungen gespeichert werden. VDIs im nicht persistierenden Modus sind im Normalfall kostengünstiger und einfacher zu verwalten. Dieser Modus bietet sich beispielsweise für Unternehmen mit vielen Mitarbeitern an, die keinen auf sie persönlich abgestimmten Desktop benötigen und regelmäßig bestimmte Aufgaben durchführen.

Vorteile einer VDI

  • Flexibilität
  • zentrales, einfaches Management
  • Kosteneinsparungen, da die Verarbeitung auf dem Server stattfindet
  • Remote-Zugriff aller Mitarbeiter
  • verbesserte Sicherheit, da sich die Daten auf dem Server befinden und nicht auf dem Client-Endgerät

Was sind die Unterschiede zwischen einer VDI und einer Desktop-Virtualisierung?

VDI ist eine Form der Desktop-Virtualisierung. Die Desktop-Virtualisierung selbst ist ein Begriff für jede Technologie, die eine Desktop-Umgebung von der für den Zugriff auf sie verwendete Hardware trennt. Desktop-Virtualisierungen lassen sich auf unterschiedliche Art und Weise implementieren, zum Beispiel in Form von Remote-Desktop-Diensten, bei denen End-Clients eine Verbindung zu einem gemeinsam genutzten und auf einem Remote-Server ausgeführten Desktop herstellen.

Bereiche, in denen eine VDI besonders gut geeignet ist

Eine VDI ist zum Beispiel zur Integration von privaten mobilen Endgeräten in die Netzwerke von Unternehmen oder Schulen, Bibliotheken, Universitäten und anderen Institutionen sehr gut geeignet (Bring Your Own Device (BYOD)). Ebenso für Remote-Mitarbeit, beispielsweise Telearbeit. Die Anwendung von nicht persistenten VDIs lässt sich beispielsweise in der Schichtarbeit oder Sachbearbeitung sehr gut realisieren.

Ablauf einer VDI-Implementierung

  • 1. Netzwerk vorbereiten
  • 2. Ressourcenermittlung/ausreichendes Provisioning
  • 3. Anwenderanforderungen ermitteln
  • 4. Pilottest durchführen

Größere Unternehmen sollten ihre VDI in eine Hyperconverged Infrastructure (HCI) implementieren, da sie über die erforderliche Performance und Skalierbarkeit für die Ressourcenanforderungen einer VDI-Umgebung verfügt. Für kleinere Unternehmen, für die weniger als 100 Desktops notwendig sind, ist das Implementieren in eine HCI eventuell zu teuer und nicht unbedingt notwendig.

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