Definition Was ist Telemedizin?

Autor / Redakteur: Erik1 / Ann-Marie Struck

Digitale Hilfsmittel wie Apps oder Videotechnik bieten Ärzten die Möglichkeit, räumliche und zeitliche Distanzen zu überwinden. Werden Informations- und Kommunikationstechnologien zur Patientenversorgung eingesetzt spricht man von Telemedizin.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Obwohl der Begriff – nicht zuletzt aufgrund seiner Neuartigkeit – nach wie vor eine gewisse inhaltliche Unschärfe aufweist, lassen sich einige Merkmale identifizieren, die auf alle telemedizinischen Leistungen zutreffen. So lässt sich die Telemedizin als das Erbringen medizinischer Dienstleistungen unterschiedlichster Art über eine räumliche Distanz unter Zuhilfenahme von Informations- und / oder Kommunikationstechnologie definieren. Es handelt sich dabei immer um konkrete Anwendungen, beispielsweise Telekonsile, Fernuntersuchungen oder Ähnliches. Der etwas weiter gefasste Begriff E-Health schließt dagegen auch Administration, Forschung und Lehre im digitalen medizinischen Kontext mit ein.

Ziel der Telemedizin: Ärztliches Handeln unterstützen, ohne es zu ersetzen

Das vorrangige, konkrete Ziel der Telemedizin und zugleich ihr Hauptinhalt ist das Messen, Erfassen und Übermitteln von medizinisch relevanten Daten bzw. die Anwendung medizinischer Verfahren mit Hilfe von IKT (Informations- und Kommunikationstechnologie). Der Begriff deckt sowohl die Arzt-Patienten-Kommunikation als auch die Kommunikation unter Ärzten verschiedener Fachbereiche sowie zwischen Arzt und nichtärztlichem Fachpersonal ab. Telemedizinische Dienstleistungen sollen die medizinische Versorgung durch Bereitstellung von Informationen verbessern. Außerdem soll Telemedizin die überregionale Kooperation aller Beteiligten im Gesundheitswesen erleichtern sowie den Zugang zu Gesundheitsdiensten niederschwelliger machen. Ärztliches Handeln und Entscheiden soll dadurch unterstützt, aber keinesfalls überflüssig gemacht werden.

Anwendungsbeispiele für Telemedizin

Telemedizin setzt sich in der Patientenversorgung – spätestens seit Inkrafttreten des E-Health-Gesetzes 2015 – zunehmend durch. Die Möglichkeiten reichen von Televisiten nach abgeschlossenen Akutbehandlungen über Telekonsile verschiedener Fachärzte zur Beurteilung eines Befundes bis hin zu digitalen Betreuungs- und Überwachungsleistungen (Telemonitoring) im Haus eines Patienten (Beispiel: Schlaganfallnachsorge).

Telemedizinische Leistungen in der vertragsärztlichen Versorgung

Nach anfänglichem Zögern gehören mittlerweile zahlreiche telemedizinische Dienstleistungen zur vertragsärztlichen Versorgung. So wurden folgende Leistungen in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgenommen:

  • Patientenüberwachung mit einem Defibrillator oder CRT-System
  • Telekonsile zur Befundbeurteilung von Röntgen-/ Computertomographie-Aufnahmen
  • Videosprechstunden zwischen Arzt und Patient nach Operationen oder bei langen Anfahrtswegen

Daneben existieren bundesweit einige Modellprojekte, in denen telemedizinische Leistungen erprobt werden. Es ist damit zu rechnen, dass der Bedarf in Zukunft weiter wächst.

Mit diesen Problemen sieht sich die Telemedizin konfrontiert:

  • Mängel in der flächendeckenden Digitalisierung
  • keine einheitlichen Technologie-Standards
  • fehlende Interoperabilität zwischen den Kommunikationspartnern
  • schlechte Akzeptanz oder mangelndes Verständnis seitens der Patienten
  • juristische Unklarheiten
  • fehlende Wirtschaftlichkeit aufgrund nicht übernommener Kosten

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