Definition Was ist Supplier Fraud?

Autor / Redakteur: zeroshope / Ann-Marie Struck

Supplier Fraud ist ein Phänomen, das vor allem Unternehmen betrifft, die Teil weitreichender Lieferketten sind. Betrüger bringen Firmen dazu, Zahlungsdaten von Zulieferern zu ändern. Sie erhalten selbst das Geld. Dabei gibt es typische Abläufe.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Der Begriff Supplier Fraud beschreibt ein spezielles Betrugsschema, das weltweit verbreitet ist. Ziel sind in der Regel Unternehmen, die Teil großer Lieferketten sind. Die Kriminellen nehmen dabei vermeintlich die Identität von Zulieferern an, um einen finanziellen Vorteil zu erhalten. Dies kann auf zwei Wegen geschehen. Erstens versenden sie gefälschte Rechnungen im Namen des Zulieferers. Zweitens bitten sie darum, dass die beim Unternehmen hinterlegten Zahlungsdaten geändert werden. Gelder sollen fortan auf ein Konto fließen, auf das die Betrüger Zugriff haben.

Die typische Strategie beim Supplier Fraud

Versicherungsvereinigungen haben Schulungsmaterialien erstellt, um Unternehmen vor Supplier Fraud zu schützen. Der britische Verband hat die typische Strategie der Kriminellen aufgelistet:

  • umfassende Recherchen auf den Webseiten des Zulieferers und des Unternehmens, um plausibel klingende Erklärungen geben zu können
  • Studium der Pressemitteilungen der Zulieferer, wenn diese neue Kunden bekanntgeben, da diese besonders gute "Opfer" sind
  • unverdächtig erscheinende Kommunikationen wie z.B. Telefonate oder Mailings mit Angestellten, um weitere Informationen zu erlangen und sich selbst als "legitimen Gesprächspartner" zu etablieren
  • unerfahrene Mitarbeiter anschreiben oder anrufen und über die Änderung der Zahlungsdaten informieren bzw. die gefälschte Rechnung zukommen lassen

Supplier Fraud entgegenwirken

Die Versicherungen haben ebenfalls die gängigen Schritte aufgezählt, um Supplier Fraud entgegenzuwirken:

  • Alle Rechnungen müssen mit den bisherigen Zahlungsdaten abgeglichen werden. Spezialisierte Software kann diese Aufgabe automatisch übernehmen
  • Bei Änderungen von Zahlungsdaten soll das Unternehmen eine Rückfrage stellen, und zwar über die bislang hinterlegten Kontaktinformationen
  • Kontakte zwischen Unternehmen und Zulieferern sollen idealerweise immer über die identischen Personen laufen. Es soll gleichbleibende Ansprechpartner auf beiden Seiten geben
  • Mit den Zulieferern sollen rigorose Verfahren entwickelt werden, wenn es um die Änderung sensibler Daten geht. Dies betrifft beispielsweise bestimmte Kontakte, die immer mit informiert werden müssen. Diese Verfahren dürfen nicht öffentlich gemacht werden
  • Alle Mitarbeiter müssen wiederholt in Hinsicht auf Supplier Fraud und aktuelle Strategien geschult werden

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