Definition Was ist Smard Grid?

Autor / Redakteur: therealfizzi / Sarah Böttcher

Ein als Smart Grid bezeichnetes intelligentes Stromnetz vernetzt und steuert die Erzeugung, die Speicherung sowie den Verbrauch von elektrischem Strom. Dank dieser modernen Kommunikationstechnik können erneuerbare Energien effizient genutzt werden.

Grundlagenwissen zum IT-Business
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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Ein Smart Grid verbindet Infrastrukturen und Akteure des Energiesystems von der Stromerzeugung bis zum Stromverbrauch miteinander und gewährleistet eine reibungsfreie Abstimmung. Auf diese Weise können Leistungsschwankungen, die durch fluktuierende erneuerbare Energien ausgelöst werden, ausgeglichen und eine bestmögliche Auslastung des Netzes erreicht werden. Dabei wird nicht nur elektrischer Strom aus erneuerbaren Energiequellen transportiert, sondern auch die dazugehörigen Datensätze, für deren Erhebung und Verarbeitung moderne Informations- und Kommunikationstechnologien zuständig sind. Sie ermöglichen eine stabile Koordination des Energienetzes, indem beispielsweise Betreiber einer dezentralen Erzeugungsanlage die Einspeisung ihrer Energie in das Netz nachvollziehen und steuern können.

Intelligente Stromnetze und „Energie-Prosuming“

Immer mehr Haushalte und Unternehmen decken ihren Stromverbrauch durch eigens produzierte Energie aus erneuerbaren Quellen, beispielsweise mithilfe einer privaten Photovoltaikanlage auf dem Gebäudedach. Die mit dem Wandel vom klassischen Stromkonsumenten hin zum „Prosumer“ einhergehende Dezentralisierung der Energieerzeugung benötigt jedoch auch eine besondere Abstimmung und Kommunikation in der Energieversorgung. So kann ein Smart Grid die vorübergehende Lagerung von überschüssigem Strom in hauseigenen Speichern organisieren und die erzeugte Energie so lange lagern, bis sich eine Verwendungsmöglichkeit ergibt.

Smarte Messsysteme und Datenkommunikation als Grundlage

Die Kommunikation zwischen Erzeugern, Speichern und Verbrauchern von Energie basiert innerhalb eines Smart Grids auf einer beidseitigen Datenkommunikation. Durch die Kombination von Strom- und Datenleitungen wird das Smart Grid zu einem Vorzeigebeispiel des modernen Internet der Dinge (IoT). Zur Vermittlung zwischen dem einzelnen Verbraucher, dem Stromnetz sowie dem Energienetzbetreiber dienen intelligente Messsysteme, sogenannte Smart Meter. Ihre Funktion besteht in der Messung des Stromverbrauchs sowie der verschlüsselten Übertragung der Verbrauchsdaten an den Lieferanten. Dabei werden spezielle Datenschutz- und Sicherheitsbestimmungen eingehalten, deren Einhaltung vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) stets überprüft wird.

Das Smart Grid als Voraussetzung für eine erfolgreiche Energiewende

Als Teil der digitalen Infrastruktur sind Smart Grids im Zusammenhang mit einer intelligenten Energiewende nicht wegzudenken. Beim Umstieg auf erneuerbare Energiequellen in den Bereichen der Wärmeversorgung sowie dem Verkehr kann die Smart-Meter-Technologie ebenfalls zum Einsatz kommen. Beispiele hierfür sind das Aufladen von Elektrofahrzeugen sowie die smarte Steuerung von Heizungsanlagen, welche mit einem Smart Home verbunden sind. Aufgrund des großen Potenzials werden Smart Grids aktuell in fünf deutschlandweiten Modellregionen im Rahmen des Förderprogramms „Schaufenster intelligente Energie“ erprobt. Um eine sichere und ökonomisch sowie ökologisch verträgliche Lösung zu entwickeln, werden Anforderungen untersucht, Rahmenbedingungen überprüft und Musterlösungen ausgearbeitet.

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