Definition Wer ist SAP?

Von Agnes Panjas jelsag 3 min Lesedauer

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SAP ist ein deutsches Softwareunternehmen, das weltweit zu den größten Anbietern von Unternehmenssoftware zählt. Das Hauptquartier der Firma befindet sich in Walldorf/Baden-Württemberg. SAP-Produkte verwenden heute mehr als 440.000 Kunden in über 180 Ländern.

Der Hauptsitz von SAP in Deutschland liegt in Walldorf, Baden-Württemberg.(Bild:  SAP)
Der Hauptsitz von SAP in Deutschland liegt in Walldorf, Baden-Württemberg.
(Bild: SAP)

Das Unternehmen SAP wurde im Juni 1972 von fünf ehemaligen IBM-Ingenieuren gegründet. Das Kürzel steht für die ursprüngliche Firmenbezeichnung System Analysis and Program Development (Systemanalyse und Programmentwicklung). Der Konzern ist börsennotiert und beschäftigt heute weltweit circa 109.000 Mitarbeiter. (Stand 2023)

Umbrüche in der IT-Branche als Gründungsanlass

SAP wurde von fünf ehemaligen IBM-Mitarbeitern – Dietmar Hopp, Hasso Plattner, Claus Wellenreuther, Klaus Tschira und Hans-Werner Hector – im Jahr 1972 in Weinheim, Deutschland, gegründet. Die Gründer legten den Grundstein für ihre Vision, Geschäftsprozesse mithilfe von Softwarelösungen effizienter zu gestalten. Anfang der 1970er Jahre bereitete das US-amerikanische Unternehmen Xerox seinen Ausstieg aus der Produktion von Anwendungssoftware vor, der 1975 endgültig abgeschlossen war. Im Zuge dieser Planung übernahm der Computerkonzern IBM die Rechte an den Xerox Business-Systemen für den Betrag von 80.000 US-Dollar.

Wenig später entschied sich auch IBM, die Entwicklung dieser Systeme aufzugeben. Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten die fünf SAP-Gründer an einem unternehmensweiten System, das auf der Xerox Software basierte. Da sie, anders als von IBM geplant, ihre Arbeit an diesem Projekt nicht stoppen wollten, entschieden sie sich für die Gründung ihres eigenen Unternehmens. Ihre Vision bestand darin, eine Standardsoftware für die Echtzeitverarbeitung von Unternehmensdaten zu entwickeln.

Zu ihren ersten Kunden zählte die deutsche Dependance von Imperial Chemical Industries, für die sie ein digitales Datenbanksystem zur Verwaltung aller Unternehmensdaten programmierten.

Wichtige Meilensteine

  • Erste Softwareentwicklung (1973): Die erste Softwarelösung von SAP, das R/1-System, wurde entwickelt. Es handelte sich um eine Finanzbuchhaltungssoftware, die auf einem Mainframe-Computer lief.
  • Einführung von R/2 (1979): SAP brachte R/2 auf den Markt, das auf Mainframe-Umgebungen abzielte und die Integration von verschiedenen Geschäftsprozessen wie Finanzen, Logistik und Produktion ermöglichte.
  • Durchbruch mit R/3 (1992): SAP veröffentlichte R/3, eine client-seitige Server-basierte Unternehmenssoftware, die unter Unix und Windows ausführbar war. Dies markierte einen wichtigen Meilenstein, da es sich um eine plattformunabhängige Software handelte, die einen wesentlichen Beitrag zum globalen Wachstum des Unternehmens leistete.
  • Börsengang (1988): SAP ging an die Börse, was dem Unternehmen die finanzielle Stärke verlieh, um global zu expandieren und weiter in Forschung und Entwicklung zu investieren.
  • Einführung von SAP HANA (2010): SAP führte SAP HANA ein, eine In-Memory-Datenbankplattform, die eine schnellere Datenverarbeitung und Analyse ermöglichte. Diese Innovation revolutionierte die Art und Weise, wie Unternehmen mit ihren Daten arbeiten.
  • Expansion in Cloud-Technologien (2010er Jahre): SAP machte bedeutende Fortschritte im Bereich Cloud-Computing durch Akquisitionen wie die von SuccessFactors (2011), Ariba (2012) und Concur (2014). Diese strategischen Akquisitionen halfen SAP, im Cloud-Computing-Sektor Fuß zu fassen.
  • SAP S/4HANA (2015): Die Einführung von SAP S/4HANA, der neuen Business Suite, ermöglichte es Unternehmen, einfache und effizientere Geschäftsmöglichkeiten mit Echtzeitdatenanalysen zu nutzen.

Spezialist für ERP-Systeme

Heute präsentiert sich SAP als globaler Spezialist für ERP (Enterprise Resource Planning)-Systeme. Die Unternehmenssoftware des Konzerns folgt einem modularen Aufbau und ermöglicht, sämtliche Geschäftsprozesse - beispielsweise Produktion, Vertrieb, Buchhaltung, Business Intelligence oder Personalverwaltung - in einer komplett integrierten IT-Umgebung zu betreiben. Auf die vorhandenen Datenbanken haben sämtliche SAP-Module innerhalb des Unternehmens Zugriff, so dass zusätzliche Dateneingaben und Datenaufbereitungen überflüssig sind. Die Programme ermöglichen eine effektive Nutzung aller Unternehmensressourcen sowie ein regelkonformes Accounting und Reporting. Daneben existieren verschiedene branchenspezifische Systeme. Inzwischen bietet der Konzern seinen Kunden auch Cloud-Computing-Lösungen, hybride IT-Architekturen sowie On-Premise-Lösungen an.

Kunden: KMUs und Konzerne

Ursprünglich hatte SAP seine Produkte vor allem für Großbetriebe konzipiert. Inzwischen zählen jedoch vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) zu den Anwendern der SAP-Systeme. Der Konzern selbst gibt an, dass 80 Prozent seiner Kunden dem KMU-Spektrum zuzurechnen sind und 75 Prozent aller globalen Geschäftsaktivitäten zumindest teilweise auf der Grundlage von SAP-Anwendungen abgewickelt werden.

Ermittlungen der EU-Kommission gegen SAP

Im September 2025 hat die EU-Kommission Ermittlungen gegen SAP wegen möglicher wettbewerbswidriger Praktiken im Bereich Wartungs- und Supportdienstleistungen eingeleitet. Konkret geht es um die Frage, ob konkurrierende Unternehmen, die ebenfalls Wartungen für die Software des deutschen Konzerns anbieten, wettbewerbswidrig benachteiligt werden.

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