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Definition Was ist Powerline?

| Autor / Redakteur: Laimingas / Dr. Andreas Bergler

Powerline ist eine Technologie, die eine Datenübertragung über elektrische Leitungen im Niederspannungsnetz ermöglicht (Powerline ist das englische Wort für Stromleitung). Andere Begriffe dafür sind Powerline Communication (PLC) und PowerLAN.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Der Powerline-Betrieb erfordert zwei Adapter, von denen einer als Sender und einer als Empfänger dient. Beide Adapter werden über normale Steckdosen an das Stromnetz angeschlossen. Der Sender wird mit einem Ethernet-Kabel mit dem Router verbunden. Er wandelt die digitalen in analoge Signale um, die anschließend mit hoher Frequenz über die Leitung alle Steckdosen im Haus oder in der Wohnung erreichen. Der Empfänger-Adapter, der die analogen Signale wieder in digitale umwandelt, kommt in eine andere Steckdose, zum Beispiel neben dem Schreibtisch, und wird ebenfalls per Ethernet-Kabel mit einem PC oder Notebook verbunden. Die meisten Sende-Adapter verfügen allerdings auch über eine WLAN-Funktion.

Zu beachten ist, dass die Adapter direkt in einer Steckdose platziert werden sollten. Viele Produkte funktionieren an einem Verlängerungskabel oder an einer Steckdosenleiste entweder überhaupt nicht, oder aber die Übertragungsqualität wird deutlich schlechter.

Powerline-Adapter können je nach Standard bis zu 1.500 Mbit/s übertragen. Diese Rate sinkt allerdings, wenn es viele Kabelabzweigungen oder sogar Kabelschäden im häuslichen Stromnetz gibt. Auch eingestöpselte Netzteile von mobilen Endgeräten verringern die Leistung.

Vorteile der Powerline-Technologie

Die WLAN-Funktion eines Routers kommt schnell an ihre Grenzen, wenn die Signale durch Wände abgeschwächt werden oder die Distanz zum Endgerät zu groß ist. Eine Möglichkeit, die Signalqualität sicherzustellen, ist die in der Regel aufwändige Verlegung von Ethernet-Kabeln im Haus oder in der Wohnung oder die Einrichtung von WLAN-Repeatern inklusive Abstimmung mit dem Access Point.

Mit Powerline-Adaptern stellen sich diese Probleme nicht, denn die Stromleitungen sind bereits vorhanden und erreichen jeden Raum. Ein solches über Steckdosen aufgebautes Netzwerk ist eine gute Alternative vor allem für stationäre Geräte wie einen Desktop-PC oder Drucker. Auch die Optik profitiert davon, denn die Stromkabel sind unsichtbar in den Wänden verlegt, während ein Ethernet-Kabel normalerweise sichtbar durch die vorhandenen Räume verlegt werden muss.

Die Installation gestaltet sich ebenfalls unkompliziert. Nach dem Anschluss an eine Steckdose wird die Verbindung meist durch einen Tastendruck hergestellt, ähnlich wie beim WLAN mit seinem WPS-Button. Die Konfiguration kann auch über mitgelieferte Tools der Hersteller erfolgen.

Unter Sicherheitsaspekten bietet PowerLAN ebenfalls Vorteile gegenüber WLAN. Letzteres sendet seine Signale nicht selten bis in Nachbarwohnungen oder sogar auf die Straße und birgt deshalb das Risiko eines unbefugten Eindringens durch Dritte. Signale, die über die Stromleitung laufen, enden am Hausanschluss, so dass eine Attacke von außerhalb der Wohnung oder des Hauses unmöglich ist.

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