Definition Was ist Open RAN?

Autor / Redakteur: zeroshope / Sarah Böttcher

Open RAN beschreibt ein Konzept, bei dem es darum geht, Mobilfunkzugangsnetze offen zu gestalten. Bislang sind diese an die einzelnen Hersteller gebunden. Die Verfechter der offenen Lösung versprechen zahlreiche Vorteile. Erste Tests bestätigen dies.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Die Abkürzung in Open RAN steht für die englischen Vokabeln „Radio Access Network“. Es handelt sich also um ein „offenes Mobilfunkzugangsnetz“. Die Netze, die die Deutsche Telekom, O2 oder Vodafone aktuell für Telefonate oder das Surfen im Internet per Smartphone anbieten, sind bislang geschlossen. Dies bedeutet, dass die Hersteller eigene Technologien zum Einsatz bringen – sowohl im Bereich der Hard- wie auch der Software. Das Ganze ist allerdings teuer und nicht besonders effizient. Der O2-Mutterkonzern Telefónica hat sich deshalb mit einigen anderen Anbietern zur Open RAN Alliance zusammengeschlossen. Diese möchte eine herstellerneutrale Architektur entwickeln.

Die Vorteile einer Open-RAN-Architektur

Das Ziel der Open-RAN-Architektur ist es, Hard- und Software-Anbieter zu trennen. Das Ganze soll ähnlich wie Software-as-a-Service-Angebote (SaaS) funktionieren, die über eine Cloud laufen. Beispielsweise Netflix betreibt seine Server nicht selbst, sondern stellt nur die Streams zur Verfügung. Um die Hardware kümmert sich ein anderes Unternehmen – im Beispiel von Netflix handelt es sich um Amazon Web Services (AWS).

Folgende Vorteile soll eine solche Open-RAN-Architektur erbringen:

  • Abbau von Redundanzen in der Hardware und dadurch günstigere Kosten für den Betrieb des Netzes.
  • Leichterer Zugang für neue Anbieter.
  • Einführung neuer Standards als „Software-Update“ durch einen Hersteller, da nicht mehr jedes Mal ein neues Netz aufgebaut werden muss.
  • Bessere Netzqualität, da die Pläne für die Bauteile öffentlich sind und auf diese Weise stetig optimiert werden können.

Der bisherige Werdegang von Open RAN

Die Open RAN Alliance hat das Konzept zuerst in Südamerika getestet. Hier kam es in mehreren Ländern zum Einsatz und war durchaus erfolgreich. Inzwischen gibt es auch Pilotprojekte in Europa. Hier hat die Allianz allerdings mit einem Problem zu kämpfen. Anbieter wie die Deutsche Telekom und Vodafone sind noch skeptisch, weil sie ihr Netz als Wettbewerbsvorteil begreifen. Ob das Konzept flächendeckend eingesetzt wird, bleibt deshalb abzuwarten.

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