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Definition Was ist On-Premises?

Autor / Redakteur: Jelsag / Dr. Andreas Bergler

On Premises oder On Premise sind Begriffe aus der IT, die sich auf Nutzungs- und Lizenzmodelle für Software beziehen, die auf den Servern des Anwenders betrieben wird.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Im Rahmen von On-Premises-Modellen werden Computerprogramme für bestimmte Anwender lizenziert. Optionen für On Premises sind sowohl der Kauf als auch die Miete der jeweiligen Software. Die Lizenzen können pauschal für ein Unternehmen oder für eine bestimmte Anzahl von Anwendern vergeben werden. Für den Lizenznehmer fallen neben den Anschaffungskosten beziehungsweise den Lizenzgebühren Wartungskosten für die Software an. Viele Anbieter von On-Premises-Lösungen unterstützen ihre Kunden mit fortlaufendem und ebenfalls kostenpflichtigem technischen Support.

Hosting und Entwicklung von On-Premises-Software

Im Hinblick auf das Hosting von On-Premises-Software sind zwei unterschiedliche Varianten möglich:

  • Der Kunde hostet die gekauften oder gemieteten Programme eigenverantwortlich in seinem eigenen Rechenzentrum/ auf seinen eigenen Servern (in-house)
  • Er greift dafür auf angemietete Server in einem fremden Rechenzentrum zurück.

Ausgeschlossen ist dagegen, dass der Software-Anbieter das Hosting der Programme übernimmt.

Entwickelt werden On-Premises-Programme als Open-Source-Software oder in einem geschlossenen kommerziellen Kontext. Bei Open-Source-Lösungen übernimmt die Entwicklergemeinschaft die Weiterentwicklung der Software sowie den Anwender-Support. Basis-Versionen von Open-Source-Programmen werden häufig gratis angeboten. Für Versionen mit höherem oder kundenspezifischem Leistungsumfang fallen Lizenzgebühren und Zusatzkosten an.

Vorteile und Nachteile von On-Premises

On-Premises-Lösungen erlauben, Computerprogramme an bestimmte Einsatzbereiche und spezielle Nutzeranforderungen anzupassen. Anwender sind hierdurch in der Lage, für ihr Unternehmen zentrale Software-Lösungen zu entwickeln und dafür Experten ihrer Wahl heranzuziehen. Ein wichtiger Vorteil von On-Premises-Lösungen besteht in der vollständigen Kontrolle über die eigenen Daten.

Mögliche Nachteile bestehen im hohen Zeit- und Kostenaufwand für die Anpassung eines On-Premise-Systems. Zudem können aus kundenindividuellen Anpassungen ohne Einbindung des ursprünglichen Software-Anbieters Kompatibilitätsprobleme resultieren.

On Premises versus Off Premises

Bis vor etwa einem Jahrzehnt waren On-Premises-Lösungen das vorherrschende Modell der Software-Nutzung. Inzwischen haben sich Off-Premises-Angebote aus der Cloud auf breiter Basis durchgesetzt. Der Anbieter liefert hierbei „Software as a Service“ (SaaS) und stellt den Nutzern mittels Cloud Computing alle benötigten Ressourcen zur Verfügung. Software-Anpassungen sowie das Hosting der Daten werden durch den Anbieter übernommen. Der Mietpreis für SaaS schließt die Bereitstellung von Hard- und Software, Kosten für die Datenübertragung sowie Wartungskosten ein. Neben reinen Cloud-Angeboten spielen in der Praxis auch hybride Lösungen eine Rolle: Besonders sensible Daten werden nach wie vor On Premises, also auf den eigenen Unternehmensservern, gehostet und verwaltet.

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