Definition Was ist Nomophobie?

Autor / Redakteur: Christian Schreiber / Heidi Schuster

Seit einigen Jahren gibt es eine neue psychische Erkrankung: Nomophobie. Hierbei handelt es sich um die Angst, nicht über das Handy erreichbar zu sind. Die Bezeichnung leitet sich dabei von der englischen Formulierung „No-Mobile-Phone-Phobia“ ab.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Im Jahr 2011 wurde im Rahmen einer von der britischen Post in Auftrag gegebenen Studie festgestellt, dass immer mehr Menschen Probleme damit haben, nicht über ihr Mobiltelefon erreichbar zu sein. Die daraus resultierenden Ängste und Zwangshandlungen wurden sodann unter dem Begriff „No-Mobile-Phone-Phobia“ (dt.: Nomophobie) subsumiert. In der genannten Studie – an der 1.000 Personen teilnahmen – sprachen 54 Prozent davon, im Alltag reale Angst zu haben, wenn sie nicht jederzeit sofort auf ihr Handy bzw. Smartphone zugreifen konnten. 20 Prozent gaben der Befragten gaben ferner an, selbst noch im Bett ihre E-Mails auf dem Mobiltelefon zu überprüfen. Bis zu 40 Prozent der Studienteilnehmer äußersten sich zudem dahingehend, dass sie ihr Handy bzw. Smartphone nicht zu Hause bzw. im Hotel liegen lassen könnten, wenn sie an den Strand gingen oder Spaziergänge unternahmen. Hinsichtlich dienstlicher Mobiltelefone antworteten 28 Prozent der Befragten, dass sie auch in der Freizeit regelmäßig auf das Gerät schauen würden; 25 Prozent der Studienteilnehmer gaben ferner an, sich nicht gegen den Zwang zur Nutzung des Mobiltelefons wehren zu können, wenn sie unterwegs sind.

Körperliche Symptome als Krankheitszeichen

Personen die - aus welchen Gründen auch immer – zeitweise nicht auf ihr Handy zugreifen und somit ihrem gewohnheitsmäßigen Verhalten nicht folgen können, entwickeln zum Teil starke körperliche Symptome wie Herzrasen, Schweißausbrüche, Reizbarkeit oder innere Unruhe. Die genannten Symptome können nicht allein durch den fehlenden Zugriff auf das Gerät selbst ausgelöst werden, sondern treten beispielsweise auch bei fehlender Internetabdeckung oder einem Ausfall des Mobilfunknetzes auf. Menschen, die an Nomophobie leiden, fürchten sich zudem häufig übertrieben stark vor einer unzureichenden Akkuladung und führen daher häufig Ersatz-Akkus oder eine Powerbank mit. Der übermäßige Drang und die Gier nach dem Smartphone können schnell auch zu sozialen Problemen führen und sich negativ auf das Umfeld des Betroffenen auswirken.

Professionelle Hilfe bei Nomophobie sinnvoll

Menschen, die unter Nomophobie leiden, benötigen meist professionelle Hilfe von speziell ausgebildeten Psychologen oder Therapeuten, um sich von den bestehenden Zwängen lösen zu können. Allein ist der Ausstieg aus dieser krankhaften Persönlichkeitsstörung kaum möglich. Bei der Behandlung wird häufig auf Konfrontation gesetzt, die gefürchtete Situation also bewusst herbeigeführt. Wenn der Betroffene dann merkt, dass ein Leben auch ohne Handy oder Smartphone möglich ist, wird die Therapie letztlich erfolgreich sein.

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