Definition Was ist Marispace-X?

Autor / Redakteur: zeroshope / Sarah Böttcher

Marispace-X ist ein deutsches Projekt, das sich der Digitalisierung des Meeres verschrieben hat. Die Ostsee steht dabei im Vordergrund. Eingebettet ist das Ganze in die europäische Cloud-Initiative Gaia-X. Es sucht nach Geheimnissen auf dem Grund des Gewässers.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Marispace-X steht für „Smart Maritime Sensor Data Space X“ und ist ein Projekt aus dem Norden Deutschlands. Unter der wissenschaftlichen Federführung der Universitäten aus Kiel und Rostock, dem Frauenhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung sowie dem Geomar-Zentrum für Ozeanforschung hat sich ein Konsortium gebildet, dessen unternehmerische Leitung bei Ionos liegt. Eingebettet ist das Vorhaben in die europäische Cloud-Initiative Gaia-X. Es handelt sich um eines der 16 „Leuchtturmprojekte“ für diese, die von der Bundesregierung finanziell unterstützt werden. Der offizielle Start von Marispace-X ist 2022.

Die Ziele von Marispace-X

Der Meeresgrund ist für die Menschen mit Chancen und Risiken behaftet. Beispielsweise liegen in Nord- und Ostsee rund 1,6 Millionen Tonnen Munition als traurige Zeugen der Kriege des 20. Jahrhunderts auf dem Meeresgrund. Sie setzen Giftstoffe frei und erschweren den Ausbau von Wind- und Wasserkraftanlagen. Von ihnen geht noch immer Explosionsgefahr aus. Marispace-X möchte neue Sensoren nutzen, um die Kriegsüberreste kartographieren zu können.

Dieselbe Technologie soll sich auch dazu nutzen lassen, um Seegraswiesen und Algen zu finden, die CO2 binden können. Diese Arbeit soll dabei helfen, das Klima zu schützen. Bauliche Maßnahmen wie beispielsweise Windkraftanlagen können durch diese Informationen so durchgeführt werden, dass sie nicht die wichtige Arbeit auf dem Meeresgrund behindern.

Wie passt das zur Initiative Gaia-X?

Gaia-X soll der EU wirtschaftliche Stärke und digitale Souveränität geben. Marispace-X kann dabei auf verschiedenen Wegen mitwirken:

  • Wertvolle Daten werden in die Cloud eingespeist, die es ansonsten nicht gibt.
  • Die Cloud selbst dient dazu, Informationen unter den teilnehmenden Partnern auszutauschen. Die neue Infrastruktur erfährt Belastungstests.
  • Das maritime Projekt nutzt eine Software im Open-Source-Format. Die Informationen sind also frei zugänglich. Wer die Daten verwenden möchte, muss allerdings Gaia-X einsetzen.
  • Durch die neuartigen Sensoren erwarten die Wissenschaftler, dass die Datenmenge in kurzer Zeit exponentiell wachsen wird. Ein skalierbares Speichersystem wie Gaia-X ist deshalb unverzichtbar.
  • Dadurch, dass Gaia-X offen ist, lassen sich bei Bedarf einfach auch die Daten von neuen Systemen hinzufügen, die beispielsweise Künstliche Intelligenz nutzen. Technischer Fortschritt in der täglichen Projektarbeit kann auf diese Weise auch auf der Datenseite sofort umgesetzt werden.

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