Definition Was ist Kanban?

Autor / Redakteur: Jelsag / Dr. Andreas Bergler

Kanban ist eine Managementmethode, die ursprünglich durch den japanischen Autobauer Toyota zur effizienten Steuerung der Produktion entwickelt wurde. Heute wird sie in der IT und anderen Bereichen eingesetzt, um ein agiles Projektmanagement zu etablieren.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Herkunft und Zielstellung von Kanban

Wörtlich übersetzt bedeutet der japanische Begriff Kanban „Signalkarte“. Als Methode zur Produktionssteuerung wurde es ab 1947 von Toyota eingesetzt. Ursprünglich diente es dazu, den Materialfluss für die Autoproduktion zu optimieren. Die Lagerhaltung sollte so gestaltet werden, dass sowohl Engpässe als auch Überbevorratung vermieden werden konnten. Material wird somit erst dann angefordert, wenn die Lagerbestände zu Ende gehen. Dieses Vorgehen wird auch als Pull-Methode bezeichnet. Später hat sich Kanban in der IT und in der Softwareentwicklung etabliert. Die Pull-Methode wurde dabei auf die Erledigung von projektbezogenen Aufgaben übertragen. Das Ziel von Kanban besteht darin, geordnete und stetige Workflows abzusichern, die Produktivität zu steigern und die Qualität der erbrachten Leistung zu verbessern. Im heutigen Projektmanagement wird Kanban oft zusammen mit anderen agilen Methoden wie beispielsweise Scrum verwendet.

Wie funktioniert Kanban?

Das Prinzip von Kanban beruht darauf, dass Aufgaben in kleine Schritte unterteilt und auf dieser Basis abgearbeitet werden. Hierdurch lässt sich die Methode sehr gut in bestehende Abläufe integrieren. Workflows werden anders organisiert, die übergreifende Prozessstruktur wird dabei jedoch nicht verändert.

Im Fokus der Methode steht die Visualisierung der einzelnen Arbeitsschritte mit Hilfe des Kanban-Boards, auf dem für alle Teammitglieder einsehbar alle anstehenden Aufgaben eingetragen werden. Ein solches Board besteht aus mindestens drei Spalten: Ganz links befindet sich das Backlog, das anstehende und noch nicht bearbeitete Aufgaben enthält. Bearbeitete Aufgaben befinden sich – oft unter dem Label „Work in Progress“ – in der darauffolgenden Spalte. Erledigte Aufgaben werden ebenfalls in eine entsprechende Rubrik verschoben. Diese Spalten lassen sich in weitere Unterbereiche unterteilen, um Workflows in detaillierter Weise abzubilden. Erstellt und geführt werden kann ein Kanban-Board analog beispielsweise auf einem Whiteboard oder einer Pinnwand. Die einzelnen Arbeitsschritte werden dabei auf Karten eingetragen. Ebenso ist es möglich, sie in eine digitale Projektmanagement-App zu integrieren.

Kanban ermöglicht:

  • Einen vollständigen Überblick über alle Aufgaben, die für das Team derzeit relevant sind
  • Priorisierung
  • Kapazitätssteuerung durch Begrenzungen der aktiv bearbeiteten Auftrags- oder Aufgabenmenge
  • Die Etablierung weiterer, in der Praxis agil zu handhabender Regeln für die Steuerung von Workflows.
  • Feedback und kontinuierliche Verbesserung

Wichtig für die Anwendung von Kanban sind auch regelmäßiger Austausch und Feedback im Team im Rahmen regelmäßiger Meetings. Hiermit ist das grundsätzliche Ziel verbunden, Produktions- oder Arbeitsabläufe fortlaufend zu verbessern. In den Managementwissenschaften wird diese Praxis auch als Kaizen (japanisch: fortwährender Wandel) bezeichnet: An Verbesserungen soll dauerhaft gearbeitet werden, ein Optimum gibt es dabei nicht.

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