Definition Was ist Kaizen?

Autor / Redakteur: Zeroshope / Dr. Andreas Bergler

Der Begriff Kaizen ist aus zwei japanischen Vokabeln zusammengesetzt. Diese verlangen nach Veränderungen zum Besseren. In der Arbeitswelt wird der Begriff deshalb eingesetzt, um ein bestimmtes Modell für Innovationsmanagement zu beschreiben.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Der Begriff Kaizen setzt sich aus zwei japanischen Vokabeln zusammen, die in ihrer Lautschrift angegeben werden: Kai für Veränderungen sowie Zen für zum Besseren. Direkt übersetzt bedeutet Kaizen also das Streben nach Verbesserungen durch Wandel. In Japan handelte es sich ursprünglich um eine Lebensphilosophie.

In den 1980er Jahren fand das Kaizen als Idee schließlich Eingang in die japanische Fertigungstechnik. Masaaki Imai erklärte es in seinem nach dem Konzept benannten Buch. Er prägte die Übersetzung für die Wirtschaft, die bis heute maßgeblich ist: Kaizen ist konsequentes Innovationsmanagement. Der Ansatz ist dabei rund um den Globus zum festen Bestandteil langfristiger Unternehmensstrategien geworden.

Kaizen als Innovationsmanagement

Die grundsätzliche Idee des Kaizens als Konzept des Innovationsmanagements ist es, Prozesse der fortwährenden Verbesserung zu etablieren. Es sollen nach Möglichkeit alle Arbeitsabläufe ständig auf Optimierungspotenziale hin überprüft werden. Hierfür erfasst das jeweilige Unternehmen in regelmäßigen Intervallen die gegenwärtige Situation und definiert bestehende Probleme. Zudem sollen Lösungen vorgeschlagen werden. Dies geschieht in Teamarbeit. Dabei werden alle Angestellten integriert. Den Schwierigkeiten wird überdies nicht nur symptomatisch begegnet. Ihre Grundursachen werden zuerst eingedämmt und schließlich beseitigt.

Kaizen-Grundlagen

Damit diese Prozesse funktionieren, müssen fünf Grundlagen bestehen:

  • Kritikorientierung: Es muss eine Umwelt geschaffen werden, in der Kritik als erster Schritt zur Verbesserung dient – und nicht zur Herabsetzung eines Kollegen. Ziel ist es, den sogenannten PDCA-Zyklus einzuführen. Die Buchstaben stehen für „Plan, Do, Check bzw. Critic, Act“, also für „Planungen, Tätigkeit, Kontrolle beziehungswei Kritik und Optimierung“.
  • Qualitätsorientierung: Unternehmen legen bestimmte Ziele für die Qualität ihrer Arbeitsabläufe, Produkte und Dienstleistungen fest. Diese dienen fortan als das Minimum, das es zu erreichen gilt.
  • Standardisierungen: Verbesserungsvorschläge, die helfen, werden zum neuen Standard. Dabei werden diese nacheinander eingeführt, um die Belegschaft nicht durch zu viele zeitgleiche Neuerungen zu überfordern.
  • Kundenorientierung: Alle Prozesse werden zentral nach dem Kriterium ausgerichtet, ob sie den Kunden bestmöglich nützen. Dieser Aspekt hilft auch, eigentlich überflüssige Abläufe zu identifizieren und zu streichen.
  • Prozessorientierung: Dieser Aspekt ist eng mit dem vorherigen verwandt. Sind die Abläufe effizient, kontrollierbar und dienen sie den Kunden? Welche Mängel bestehen, und wie lassen sich diese beheben?

Idealerweise führt das Kaizen dazu, dass die Arbeit von Beginn an qualitativ hochwertig ist und die vorhandenen Ressourcen effizient nutzt. Zudem werden Schwachstellen durch interne Abläufe erkannt und behoben.

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