Definition Was ist ITIL?

Autor / Redakteur: zeroshope / Sarah Böttcher

Das Kürzel ITIL steht für eine Sammlung empfohlener Vorgehensweise, um IT-Dienste effizient bereitzustellen. Experten können sich ihre Kenntnisse über ITIL zertifizieren lassen. Der Beginn der Sammlung war ein Fehlschlag der britischen Regierung.

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Grundlagenwissen zum IT-Business
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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

ITIL ist die Abkürzung für die englischen Vokabeln „Information Technology Infrastructure Library“. Es handelt sich also um „eine Bibliothek über IT-Infrastruktur“. Erschaffen wurde sie etwas unfreiwillig in den 1980er Jahren von der britischen Regierung. Diese hatte IT-Dienste von schlechter Qualität eingekauft. Um eine Wiederholung zu vermeiden, beauftragte sie die Central Computing and Telecommunications Agency (CCTA) damit, Verfahren zu entwickeln, um die IT geeignet nachzurüsten und zugleich die Kosten zu senken. Die staatliche Behörde entwickelte in der Folge die Sammlung der empfohlenen Vorgehensweise für diese Aufgabe, die schnell rund um den Globus akzeptiert wurde.

Die Weiterentwicklung zur ITIL

Im Kern ist ITIL immer noch der von CCTA erstellte Katalog. Durch den technologischen Fortschritt und das Interesse von Unternehmen an den empfohlenen Vorgehensweisen gab es jedoch Anpassungen. ITIL v3 erschien 2011. Mitte der 2010er Jahre wurde ITIL 4 veröffentlicht. Die dritte Version führte Informationen zu Funktionen und Rollen im Detail ein. Die vierte Variante baute die Sammlung zu Themen wie der Verwaltung von Informationssicherheit oder der Kompatibilität mit Change-Prozessen aus.

Zertifizierungsmöglichkeiten für Personen und Organisationen

Die ITIL-Zertifizierung für Personen wurde lange von einem eigenen Board gesteuert. Zwischen 2007 und 2013 bot zudem die APM Group entsprechende Lehrgänge an. Seit 2018 ist einzig AXELOS dafür zuständig, Interessenten im ITIL-Prozess zu schulen. Dabei gibt es vier Zertifizierungsebenen:

  • ITIL Foundation: für Einsteiger
  • Managing Professional: für IT-Verantwortliche in Unternehmen
  • Strategic Leader: für die Verantwortlichen von digitalen Operationen
  • Master: Inhaber des Zertifikats können aufzeigen, wie sie komplexe ITIL-Prozesse nutzen, um gewünschte Geschäftsergebnisse zu erzielen

Für Organisationen gibt es keine eigene ITIL-Zertifizierung. Allerdings wurde die Norm ISO 20000 eingeführt, die auf dem ITIL-Prozess aufbaut. Interessierte Organisationen können sich nach ihr zertifizieren lassen.

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