Definition Was ist IT-Recht?

Autor / Redakteur: Laimingas / Sarah Gandorfer

Das IT-Recht beschäftigt sich mit der juristischen Betrachtung informationstechnologischer Sachverhalte. Frühere oder ähnliche Bezeichnungen sind EDV-Recht, Computer-, Multimedia-, Internet-, Informations- und Softwarerecht. Hierzulande gibt es keine Legaldefinition.

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Grundlagenwissen zum IT-Business
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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Die ersten Ansätze für IT-Recht als ein selbstständiges Rechtsgebiet gab es in Deutschland in den 1980er Jahren. Begriffe wie Computer- oder EDV-Recht finden auch heute noch Anwendung, allerdings nur, wenn auf ältere Werke Bezug genommen wird, etwa aus den 1990er Jahren. Beispiele sind die allererste Fachzeitschrift "Computer und Recht" für dieses Gebiet oder die im Jahr 1992 gegründete Vereinigung "Deutscher EDV-Gerichtstag". Sie lassen sich darauf zurückführen, dass in den 1980er und 1990er Jahren der Fokus vor allem auf Computersoftware gerichtet war. Mit der Verbreitung des Internets kamen dann weitere Themen auf wie das Online-Recht, Domainrecht oder E-Commercerecht.

Ein grundlegendes Problem des IT-Rechts sind die ständigen Veränderungen, die durch den technologischen Fortschritt und die zunehmende Digitalisierung aller Lebensbereiche, sei es im öffentlichen, unternehmerischen oder im privaten Bereich, hervorgerufen werden. Die Netzwerke der Sozialen Medien, Internet der Dinge, Cloud-Computing oder Big Data führen zu neuen Rechtsfragen mit informationstechnologischen Sachverhalten.

Keine Legaldefinition in Deutschland

In der deutschen Gesetzgebung gibt es keine eindeutige Definition des IT-Rechts. Im Jahr 2006 wurde allerdings der Titel „Fachanwalt für Informationstechnologierecht“ durch die Fachanwaltsordnung (§ 14 FAO) eingeführt, so dass der Begriff des IT-Rechts eine eigene Bedeutung erlangt hat. Die FAO liefert eine Beschreibung in einem Abschnitt, in dem die erforderlichen Kenntnisse und praktischen Erfahrungen von Fachanwälten aufgelistet werden.

Eine Definition ist auch nicht wirklich notwendig, denn informationstechnologische Abläufe finden sich in nahezu sämtlichen Bereichen des Alltags. War ein Einkauf beim Bäcker oder Lebensmittelhändler früher lediglich ein schlichter Kauf, können solche Besorgungen mittlerweile auch online erledigt werden. Man spricht deshalb beim IT-Recht von einer so genannten Querschnittsrechtsmaterie, von der alle Rechtsbereiche durchzogen werden.

Allgemein lässt sich festhalten, dass IT-Recht das Recht aller Lebenssachverhalte ist, die in großem Umfang von elektronischer Datenverarbeitung sowie der damit zusammenhängenden Soft- und Hardware geprägt werden und an denen mindestens eine juristische oder natürliche Person als Rechtssubjekt beteiligt ist.

Weitere Entwicklung

Mit der fortschreitenden Digitalisierung wächst auch die Bedeutung des IT-Rechts in direkt proportionaler Weise. Ein Basiswissen auf diesem Gebiet muss heute praktisch jeder Jurist mitbringen, auch wenn er sich nicht auf Informationstechnologierecht spezialisiert hat. Die gesetzlichen Anforderungen, die vor allem an Unternehmen in puncto Datenschutz und Datensicherheit gestellt werden, gewinnen immer mehr an Bedeutung und erfordern eine IT-Compliance mit entsprechenden Richtlinien, von denen Kapitalgesellschaften in besonderem Maße betroffen sind, beispielsweise im Hinblick auf eine eventuelle persönliche Haftung von Unternehmensführungen.

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