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Was ist GAIA-X?

| Autor / Redakteur: zeroshope / Heidemarie Schuster

Grundlagenwissen zum IT-Business
Grundlagenwissen zum IT-Business (Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

GAIA-X bezeichnet ein von Deutschland angestoßenes Projekt, eine europäische Dateninfrastruktur zu schaffen. Diese soll sicher, transparent, verfügbar und souverän sein. Ziel ist es, sich von US-Cloud-Anbietern zu befreien.

In der digitalen Welt hat Europa bislang den Anschluss verpasst. Dies gilt insbesondere für Deutschland als das größte Mitgliedsland der EU. Keine der bekannten Cloud-Lösungen stammt aus der "alten Welt", sondern fast ausnahmslos aus den USA. Dabei werden diese Verfahren immer wichtiger. Die Bundesrepublik unternimmt den Versuch, Abhilfe zu schaffen. Dafür hat die deutsche Regierung das Projekt Gaia-X angestoßen, durch das eine europäische Dateninfrastruktur entstehen soll. Der Name leitet sich der von der griechischen Gottheit Gaia ab, die aus dem Chaos entsteht und die Personifikation der Erde ist.

Gaia-X einfach verständlich erklärt

Federführend bei Gaia-X ist das deutsche Wirtschaftsministerium. Unterstützt wird es von zahlreichen Akteuren aus der Wirtschaft sowie der Wissenschaft. Wenn diese Teilnehmer von einer europäischen Dateninfrastruktur sprechen, meinen sie damit eigentlich eine gigantische europäische Cloud. Diese soll nach den folgenden Gesichtspunkten entstehen:

  • Datensouveränität: Es geschieht nichts mit den Informationen, das die Nutzer nicht selbst anstoßen. Sie werden beispielsweise nicht zur Vermarktung verwendet.
  • Transparenz: Es ist zu jeder Zeit klar, wie Gaia-X arbeitet und wie Daten verwendet werden. Hierfür kommen vor allem offene Technologien zum Einsatz.
  • Einladung für innovative Vorhaben: Gaia-X soll sich als Wiege für Innovationen eignen. Im Prinzip hofft die deutsche Regierung, dass mit diesem Projekt die Basis für europäische Unternehmen gelegt wird, im Bereich der Digitalisierung aufzuholen.
  • Der Staat selbst ist dabei nur Impulsgeber und neutraler Mittler. Konkrete Entwicklungsarbeit leistet er nicht, um sich nicht dem Verdacht auszusetzen, er würde "Hintertüren" zum Ausspähen einbauen.
  • Durch offene Schnittstellen soll die Infrastruktur grundsätzlich für jeden interessierten Technologiepartner anschlussfähig sein.

Der Fahrplan

Das Projekt wurde erstmals im Oktober 2019 vorgestellt. Kurz danach wurden diverse Anwendungsbeispiele publiziert, um den Mehrwert von Gaia-X zu beweisen. 2020 soll eine rechtsfähige Gesellschaft entstehen, die das "Tagesgeschäft" übernimmt. Ende 2020 soll der "Proof of Concept" erbracht sein. Anschließend soll der konkrete Aufbau der Dateninfrastruktur beginnen. Wann Gaia-X komplett fertiggestellt sein wird, steht noch nicht fest.

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