Definition Was ist Fog Computing?

Autor / Redakteur: chrissikraus / Sarah Böttcher

Fog Computing ist ein Konzept für eine lokale Netzwerkstruktur zur Datenverarbeitung in vernetzten Systemen wie beispielsweise IoT-Systemen, das Vorteile von Edge und Cloud Computing vereint.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Fog Computing ist ein architektonisches Konzept für die Verarbeitung großer Datenmengen vor Ort. Der Name kommt daher, dass man sich quasi lokal eine eigene kleine cloudähnliche Struktur schafft. Und weil diese lokale Cloud nicht wie eine Wolke in weiter Ferne schwebt, sondern sich wie Nebel zwischen die Infrastruktur vor Ort legt, spricht man von Fog (englisch für Nebel) Computing. Fog Computing wird oft im Zusammenhang mit Edge Computing erwähnt. Die beiden Konzepte unterscheiden sich voneinander und können nicht synonym verwendet werden.

Datenverarbeitung in Edge oder Cloud

Beim Edge Computing findet die Verarbeitung wichtiger Daten genau dort statt, wo sie anfallen. Sensordaten werden nicht in die Cloud oder ins betriebliche Rechenzentrum geschickt, sondern direkt lokal analysiert. Das kann vor allem bei größeren Datenmengen für bessere Verarbeitungszeiten sorgen und ist zum Beispiel bei teil- oder voll automatisierten Echtzeitsystemen wichtig für einen reibungslosen Ablauf.

Edge Computing wird häufig Cloud Computing direkt gegenübergestellt. Beim Cloud Computing werden alle Sensordaten in die Cloud übertragen und dort auf einem Server verarbeitet. Endgeräte müssen abwarten, bis der Server die verarbeiteten Daten oder die daraus entstandenen Kommandos zurückschickt. Bei Echtzeitsystemen mit hohem Datenaufkommen kann diese Übertragung zum Problem werden, zum Beispiel weil die Latenz zu hoch ist oder die durchgängige Verfügbarkeit cloudbasierter Systeme nicht garantiert werden kann. Die Stärken von Cloud Computing gegenüber Edge Computing liegen in der langfristigen Speicherung von Daten, der Skalierbarkeit der Rechenleistung auch für hochkomplexe Analysen und der weltweiten Erreichbarkeit der Daten.

Datenverarbeitung zwischen Edge und Cloud

Fog Computing findet gewissermaßen zwischen diesen beiden Extremen statt. Das Konzept dient ebenfalls der lokalen Verarbeitung gesammelter Daten, funktioniert aber tendenziell mehr wie ein Netzwerk. Edge Computing findet explizit nahe am oder sogar unmittelbar im Endgerät statt, während für Fog Computing eine Zwischenschicht aus Fog Nodes errichtet wird. Fog Nodes können verschiedenste lokale Geräte sein, die vernetzt sind und eine gewisse Leistung bereitstellen können, zum Beispiel Server, Router, Notebooks usw. Gemeinsam bilden sie die lokale Cloud und sind mit anderen Endgeräten aus dem Netzwerk (beispielsweise Sensoren, Aktoren) vernetzt. Fog Nodes empfangen Informationen von Endgeräten, führen Analysen durch und leiten die Ergebnisse an die entsprechenden Endgeräte weiter. So benötigt das Endgerät weniger Energie und Rechenleistung, bekommt aber dennoch in angemessener Zeit alle relevanten Informationen.

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