Definition Was ist ePA?

Autor / Redakteur: zeroshope / Sarah Böttcher

Bei dem Begriff ePA handelt es sich um die Abkürzung für die elektronische Patientenakte. Diese steht deutschen Patienten seit dem 1. Januar 2021 zur Verfügung. Sie soll Kosten senken und Behandlungen vereinfachen sowie verbessern.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Die elektronische Patientenakte (ePA) ist ein zentraler Baustein der Digitalisierung des Gesundheitswesens. Alle medizinischen Unterlagen (Befunde, Laborergebnisse, Rezepte, etc.) werden durch sie digital zur Verfügung gestellt. Auf diese Weise sollen drei Ziele erreicht werden: Erstens geht es um Einsparungen. Kosten sollen beispielsweise dadurch reduziert werden, dass bestimmte Tests wie z.B. Blutbilder nicht unnötiger Weise mehrfach von unterschiedlichen Fachärzten angeordnet werden müssen.

Zweitens sollen Behandlungen erleichtert werden. Ärzte können durch die ePA beispielsweise einfach ermitteln, ob die von ihnen verschriebenen Medikamente Wechselwirkungen mit anderen Präparaten zeigen. Drittens sollen Behandlungen auch verbessert werden. Durch die allgemein zur Verfügung gestellten Dokumente gelingt der interdisziplinäre Austausch auf effiziente Art.

Der Patient behält die Hoheit über seine Daten

Die ePA ist für Patienten allerdings nicht verpflichtend. Wer möchte, der kann über sein Smartphone oder Computer einen Antrag bei der eigenen Versicherung stellen, dass eine solche elektronische Akte angelegt wird. Es besteht allerdings kein Zwang. Der Patient bestimmt zudem, welche Daten in der ePA gespeichert werden – und welche Informationen er mit anderen Medizinern teilen möchte. Es ist für ihn beispielsweise möglich, Löschungen in der elektronischen Akte vorzunehmen. Ein Patient kann z.B. entscheiden, dass er Fachärzten nur Zugang zu Rezepten gibt, aber nicht zu Arztbriefen und ähnlichen Unterlagen.

Der Zeitplan für die Einführung der elektronischen Patientenakte

Federführend zuständig für die ePA ist die Gematik. Diese von den wichtigsten Akteuren des Gesundheitswesens getragene Gesellschaft stellt die notwendige Telematikinfrastruktur für die ePA zur Verfügung. Sie legte mit dem Gesetzgeber auch den Zeitplan für die Einführung des digitalen Angebots fest:

  • 1. Januar 2021: Patienten können eine elektronische Patientenakte beantragen.
  • 1. Januar 2021: Testphase in ausgewählten Arztpraxen startet.
  • 1. April bis 30. Juni 2021: Alle niedergelassenen Ärzte werden an die ePA angebunden.
  • 1. Juli 2021: Alle vertragsärztlichen Leistungserbringer (also auch Physiotherapeuten, etc.) müssen die Akte nutzen können.
  • 1. Januar 2022: Alle Krankenhäuser müssen die ePA befüllen können.

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