Definition Was ist eine Abschreibung?

Autor / Redakteur: zeroshope / Ira Zahorsky

Die Abschreibung ist ein Vorgang im Rechnungswesen. Er meint die Erfassung und (steuerliche) Geltendmachung der Wertminderung eines Wirtschaftsgutes. Begrifflich gibt es allerdings gelegentlich Verwirrungen und deshalb scheinbar eine Mehrdeutigkeit.

Firmen zum Thema

Grundlagenwissen zum IT-Business
Grundlagenwissen zum IT-Business
(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Unter dem Begriff der Abschreibung ist die Feststellung der Minderung eines Vermögenswertes, also von Anlage- oder Umlaufgütern, zu verstehen. Es handelt sich um einen Begriff aus dem Rechnungswesen. Der Vorgang der Abschreibung umfasst zwei Schritte: Erstens die verbindliche Erfassung und zweitens die Verrechnung der Wertminderung, beispielsweise in steuerlicher Hinsicht. Dies bedeutet, dass sich der abzuschreibende Betrag vorteilhaft auf die eigene Abgabelast auswirkt, da er den Gewinn schmälert. Entsprechend können nur Unternehmen, Freiberufler, Selbstständige und sonstige wirtschaftlich tätige juristische Personen Abschreibungen vornehmen.

Eine Abschreibung korrekt berechnen

Die Idee hinter der Abschreibung lautet, dass Wertverluste bestimmter Güter nicht zu vermeiden sind. Diese müssen deshalb als den Gewinn schmälernd in der Bilanz erfasst werden dürfen. Als Beispiel sei ein Computer genannt. Er kann aufgrund der folgenden Ereignisse an Wert verlieren:

  • technologischer Fortschritt
  • ungeeignet für neue Aufgaben
  • Ablauf bestimmter Lizenzen
  • Defekte durch zu langen Gebrauch

Der Gesetzgeber gestattet deshalb eine steuerrechtliche Abschreibung über die Alterswertminderung. Jahr für Jahr kann ein Teil der Anschaffungskosten geltend gemacht werden. Andere Abschreibungsarten sind die leistungsproportionale (z.B. gefahrene Kilometer Firmenwagen) oder die substanzbedingte (Abnutzung durch Verschleiß) Wertminderung.

Um die Abschreibung zu berechnen, gibt es sechs Methoden. Unternehmen, die gemäß dem Handelsrecht bilanzieren, können unter diesen frei wählen. In allen anderen Fällen legt § 7 Abst. 1 bis 5 Einkommensteuergesetz (EStG) eine Abschreibungstabelle für die einzelnen Wirtschaftsgüter fest. Die Methoden sind:

  • 1. linear: Jährlich wird der identische Betrag bis zur vollständigen Abschreibung geltend gemacht.
  • 2. geometrisch-degressiv: Jährlich wird der identische Prozentsatz abgezogen. Da die „0“ auf diese Weise nicht zu erreichen ist, darf einmal zur linearen Methode gewechselt werden.
  • 3. arithmetisch-degressiv: Jährlich wird ein sinkender Betrag bis zur vollwertigen Tilgung abgeschrieben. Ein Computer kostet beispielsweise 900 Euro. Im ersten Jahr werden 400 Euro abgeschrieben, im zweiten Jahr 300 Euro und im dritten Jahr noch 100 Euro.
  • 4. gebrochen: Diese Methode kombiniert zeitlichen und nutzungsbedingten Verschleiß. Sie wird allerdings nur ungern gewählt, da sich beispielsweise der Zeitwert eines Firmenwagens anzweifeln lässt.
  • 5. progressiv: Jedes Jahr steigt der abzuschreibende Betrag.
  • 6. leistungsbezogen: Abhängig von erbrachten Leistungen dürfen bestimmte Beträge abgeschrieben werden.

Verwirrung in den Begrifflichkeiten

Oft erscheint es als hätte die Abschreibung mehr als einen Sinn – beispielsweise im Unternehmen, um Verluste zu bilanzieren, und im Steuerrecht. Tatsächlich ist dies jedoch nicht der Fall. Abschreibungen sind stets rechtlich zulässig bilanzierte Wertminderungen. Steuerrechtliche Konsequenzen ergeben sich aus diesen nur logischerweise, da sie eben Einfluss auf das zu versteuernde Vermögen und den Gewinn haben.

(ID:47267306)