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Definition Was ist ein Stakeholder?

Autor / Redakteur: kebi / Sarah Böttcher

Stakeholder bedeutet übersetzt „Teilhabe“ beziehungsweise „Anspruch“. Im betriebswirtschaftlichen Sinn sind damit Personengruppen gemeint, die ein wirtschaftliches, persönliches oder finanzielles Interesse daran haben auf den Erfolg einer Firma Einfluss zu nehmen.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

In unternehmerische Vorgänge sind stets zahlreiche Personengruppen, sogenannte Stakeholder involviert. Betriebswirtschaftler unterscheiden diese in interne und externe Anspruchsgruppen.

Beispiele für interne Stakeholder:

  • Eigentümer des Unternehmens
  • Manager
  • Mitarbeiter

An erster Stelle hat der Eigentümer das stärkste Interesse daran, dass sein Unternehmen erfolgreich ist. Er strebt möglichst hohe Gewinne an und investiert überschüssiges Kapital in neue Technologien. Er möchte seine persönlichen Ideen verwirklichen, sich und seinen Nachkommen ein Lebenswerk schaffen.

Da es um seinen eigenen finanziellen und beruflichen Erfolg geht, ist der Manager sehr eng an den Unternehmer gebunden. Die Mitarbeiter sind eine Personengruppe, deren Arbeitsplatzsicherheit und Verdienst entscheidend vom Erfolg des Unternehmens abhängen. Erkennt der Arbeitgeber die Fähigkeiten seiner Belegschaft an und können sich die Mitarbeiter entfalten, identifizieren sie sich mit ihrem Unternehmen.

Beispiele für externe Stakeholder:

  • Kapitalgeber, Banken, Aktionäre
  • Zulieferer
  • Kunden
  • Staat und Gesellschaft

Das Interesse der Kapitalgeber besteht darin, Geld gewinnbringend anzulegen. Um selbst erfolgreich zu sein, brauchen Zulieferer zuverlässige, zahlungsfähige Abnehmer. Kunden wünschen sich Leistungen und Produkte zu guten Konditionen. Parteien, Behörden, Organisationen, Verbände usw. sind ebenfalls auf zahlungskräftige Unternehmen angewiesen. Nur mit einer gut funktionierenden Infrastruktur, ausreichend Steuereinnahmen, Bildung, Natur, Kultur sowie einem geregelten Arbeitsmarkt bleibt die Gesellschaft stabil.

Risiken bei Missachtung einer Interessengruppe

Im schlimmsten Fall führt das Nichtbeachten der Stakeholder-Anforderungen in die Insolvenz. Beispiele hierfür sind:

  • Die Betriebsleitung behandelt die Mitarbeiter schlecht, was zu Leistungseinbrüchen, Illoyalität und Abwandern von qualifiziertem Personal führt.
  • Kundenbeschwerden werden nicht ernst genommen. Kunden wandern zur Konkurrenz ab und warnen vor den Produkten oder Dienstleistungen des Unternehmens.
  • Nachdem eine Verbraucherorganisation ein Produkt mit „mangelhaft“ bewertet hat, brechen die Verkaufszahlen ein.

Weitreichendes Stakeholder-Konzept

Jedes Unternehmen muss seine Stakeholder sowie deren Anforderungen und Erwartungen kennen. Im besten Fall richtet der Unternehmer seine Strategien und Ziele darauf aus, die Interessen der einflussreichsten Interessengruppen zu erfüllen. Dies geschieht aus der Überzeugung, dass ein Betrieb, der seine Stakeholder nicht ausreichend beachtet, langfristig nicht überleben kann.

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