Definition Was ist ein Schuldner?

Autor / Redakteur: Christian Schreiber / Sarah Gandorfer

Einzelpersonen oder Unternehmen, die ihrer Zahlungspflicht nicht innerhalb einer vorgeschriebenen Frist nachkommen, werden ab diesem Zeitpunkt zum Schuldner. Dies gilt grundsätzlich auch für längerfristige Verträge wie etwa von Mobilfunkanbietern.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Wer eine Warenlieferung veranlasst hat, eine Dienstleistung in Anspruch nimmt oder sich vertraglich zu einer wiederkehrenden Zahlung für bestimmte Angebote verpflichtet hat, steht einmaligen oder regelmäßigen Forderungen gegenüber. In dieser Phase eines Handelsgeschäftes, eines Werk- oder Dienstleistungsvertrages wird der Zahlungspflichtige finanzbuchhalterisch als Debitor bezeichnet. Debitoren können sein:

  • Natürliche Personen (z. B. der Kunde eines Mobilfunkanbieters, der einen Smartphone-Vertrag nutzt).
  • Gesellschaften (etwa eine GmbH als Mieter von Geschäftsräumen).
  • Juristische Personen des öffentlichen Rechts (beispielsweise eine staatliche Behörde, die auf IT-Dienstleistungen externer Anbieter zurückgreift).

Grundsätzlich ergibt sich eine rechtmäßig bestehende Forderung gemäß § 241 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) entweder aus gesetzlichen Normen oder aber aus einem individuellen Vertrag. Die zahlungspflichtige Partei ist solange Debitor, wie sie die Gegenleistung in Form der vereinbarten Zahlung noch nicht erbracht hat.

Zahlungsfrist verstrichen: Wenn der Debitor zum Schuldner wird

Kommt der Zahlungspflichtige innerhalb der vorgesehenen oder vertraglich vereinbarten Frist der Forderung des Gläubigers (= Zahlungsempfängers) nicht oder nicht in voller Höhe nach, wird er zum Schuldner. Tatsächlich bestehende und unbestrittene Ansprüche können – je nach Rechtsnorm und vertraglicher Gestaltung – ab diesem Zeitpunkt in aller Regel umgehend eingefordert werden. Bleiben Geldzahlungen aus, kann zunächst das außergerichtliche Mahnverfahren betrieben und der Schuldner (nochmals) zur Zahlung aufgefordert werden. Auch die Einschaltung eines Inkassobüros oder eines Rechtsanwalts kann in dieser Phase sinnvoll sein. Der nächste Schritt bei weiterhin ausbleibender Zahlung ist dann die Einleitung gerichtlicher Schritte zur Durchsetzung der Forderung.

Schuldnerrechte beachten

Schuldner haben nicht nur Pflichten, sondern auch Rechte. So dürfen offene Forderungen grundsätzlich nur nach dem Erlass eines gerichtlichen Vollstreckungsbescheides bzw. eines Urteils zwangsweise eingetrieben werden. Bestimmte, zum Lebensunterhalt benötigte Gegenstände sind nicht pfändbar. Und schließlich muss die Höhe der Forderung immer auch in einem gesunden Verhältnis zum Vorgehen passen. Bei einer offenen Schuld von 80 EUR wird es demnach kaum angemessen sein, wenn der vom Gläubiger beauftragte Gerichtsvollzieher den Pkw des Schuldners pfändet.

Vorgang genau prüfen

Bevor Maßnahmen gegen einen Schuldner eingeleitet werden, sollte der Gläubiger stets genau prüfen, ob die betroffene Forderung tatsächlich besteht. So kann es beispielsweise sein, dass der Vertrag über ein gemietetes Smartphone bereits ausgelaufen ist oder – bei einer Online-Bestellung – die Ware noch gar nicht versandt wurde. Es empfiehlt sich deshalb, möglichst frühzeitig das Gespräch mit den potenziellen Schuldnern zu suchen und die Sachlage gemeinsam zu erörtern.

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