Definition Was ist ein Schnellladegerät?

Autor / Redakteur: zeroshope / Ira Zahorsky

Ein Schnellladegerät ist in der IT für eine zügigere Energieversorgung von Akkus verantwortlich als sie herkömmliche Modelle bieten können. Es kommt primär für Mobilgeräte zum Einsatz. Es basiert auf der stufenweisen Abgabe von höherer Spannung.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Schnellladegeräte basieren auf der so genannten „Quick Charge“-Technologie, die von Qualcomm für die eigenen mobilen Prozessoren entwickelt wurde. Inzwischen steht sie aber durch Reverse-Engineering für alle modernen Prozessoren von Smartphones zur Verfügung – wenn auch unter unterschiedlichen Namen. Samsung spricht für die eigene Exynos-Reihe beispielsweise von Adaptive Fast Charge. Alle seit 2017 veröffentlichten iPhones können ebenfalls mit einem Schnellladegerät betrieben werden. Qualcomms Erstversion (Quick Charge 1.0) kam bereits 2013 auf den Markt.

Das Problem des schnellen Ladens und die Lösung

Lange wurden Mobilgeräte über USB-2.0-Kabel geladen. Deren Spannung ist auf 5 Volt festgelegt. Die Stecker arbeiteten zudem lediglich mit 2 Ampere. Geladen werden konnte also nur mit 10 Watt (5x2), um Überhitzung auszuschließen. Qualcomm entwickelte ein System mit einem speziellen Chip und einem passenden Kabel, um dieses Problem zu umgehen. Das Ganze funktioniert wie folgt:

  • Der Stecker stellt eine höhere Spannung bereit.
  • Diese wird allerdings nicht gleichmäßig abgegeben, sondern in Stufen.
  • Diese richten sich nach den Anforderungen des Mobilgeräts.
  • Der Prozessor teilt diese mit.
  • Temperatursensoren schützen vor Überhitzung.
  • Die Begrenzung der Ladeleistung wird durch den elektrischen Widerstand im USB-Kabel umgangen.

Die weitere Entwicklung

Die Quick-Charge-Technologie wurde seit 2013 konsequent weiterentwickelt. Dabei half einerseits die Konkurrenz, die zu Innovationen gezwungen hat. Anderseits sind neuartige Stecker und USB-C-Kabel aber auch von Hause aus in der Lage, mit höheren Spannungen zu arbeiten. Seit Ende 2017 kommen vor allem diese Kabel zum Einsatz. Sie können teilweise bereits auch für größere Geräte als Smartphones eingesetzt werden.

„Schnellladekabel“ funktionieren nicht mit einem Schnellladegerät

Etwas verwirrend ist allerdings, dass es zudem auch so genannte „Schnellladekabel“ gibt, die aber nicht mit den gängigen Schnellladegeräten funktionieren. Sie schließen die Datenleitung der USB-Anschlüsse kurz, um so dem Gerät zu signalisieren, dass sie eine nicht limitierte Stromstärke unter den Bedingungen der Spannung des Netzteils tragen können. Ein Schnellladegerät benötigt die Datenleitung allerdings für die Spannungssteuerung. Diese Schnellladekabel können teilweise sogar gefährlich für die Geräte sein.

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