Definition Was ist ein Organigramm?

Autor / Redakteur: Laimingas / Andreas Bergler

Organigramme dienen dazu, den Aufbau, die Strukturen und Aufgabenverteilungen von Unternehmen und anderen Organisationen anschaulich darzustellen. Gleichzeitig bilden sie auch die internen Hierarchien und die jeweilige Position von Mitarbeitenden ab.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Geschichtliche Entwicklung

Es gibt keinen eindeutigen Beleg, aber der Entwurf für das erste neuzeitliche Organigramm stammt wahrscheinlich von Daniel McCallum, einem US-amerikanischen Eisenbahnmanager. Die grafische Ausführung übernahm der Ingenieur und Bauzeichner George Holt Henshaw. 1855 entstanden, bildete das illustrierte Organigramm die damalige New York & Erie Railroad Eisenbahngesellschaft ab.

In den folgenden Jahrzehnten bis hinein in die 1920er Jahre wurden Organigramme fast ausschließlich von Ingenieuren genutzt. Der damalige englische Begriff lautete „Organizational Chart“, geprägt von William C. Brinton. Brinton, ebenfalls Ingenieur, benutzte den Ausdruck in seinem 1914 erschienen Buch „Graphic Methods for Presenting Facts“ (übersetzt: „Methoden zur grafischen Darstellung von Fakten“). In der Folgezeit hielten Organigramme dann allmählich auch Einzug in andere Wirtschaftszweige.

Drei Hauptkategorien von Organigrammen

Das optische Erscheinungsbild von Organigrammen hat sich seit den Anfängen kaum verändert. In der Regel handelt es sich um eine vertikale oder horizontale Darstellung, wobei die vertikale Variante „von oben nach unten“ die meistverwendete ist. Je nach Anforderung und Unternehmens- beziehungsweise Organisationsform unterscheidet man drei Hauptkategorien: hierarchische, flache und Matrix-Organigramme.

Hierarchische Organigramme

Diese Form ist die häufigste und wird in der Regel vertikal ausgeführt. Unternehmenshierarchien sind sehr einfach abzulesen, da die internen Strukturen ganz einfach von oben nach unten abgebildet werden. An der Spitze befindet sich die Geschäftsleitung, der Vorstand oder der Inhaber. Darunter werden die verschiedenen Abteilungen wie Vertrieb, Marketing, Produktion, Controlling usw. genannt sowie die dazugehörigen Mitarbeiter mit abnehmender Verantwortlichkeit.

Flache Organigramme

Flache Organigramme bestehen häufig nur aus zwei Ebenen, sodass mittlere Führungsebenen nur selten oder gar nicht aufgeführt werden. Die Darstellung erfolgt meist horizontal. In Unternehmen und Organisationen dieser Art - in neuerer Zeit vor allem junge Startups - übernehmen die Mitarbeiter einen großen Teil der Verantwortung, etwa indem sie bei wichtigen Entscheidungen direkt miteinbezogen werden.

Matrix-Organigramme

Diese Form kommt seltener zum Einsatz als die beiden anderen. Es handelt sich dabei um einen Mix aus flachem und hierarchischem Organigramm, der vor allem Verwendung findet, wenn Mitarbeiter eines Unternehmens mehreren Führungskräften zugeordnet sind.

Vor- und Nachteile von Organigrammen

Vorteilhaft an Organigrammen ist, dass sie relativ leicht zu erstellen sind, Zuständigkeiten und Verantwortungsbereiche eindeutig abbilden und verschiedene Abteilungen in einem Unternehmen gut strukturieren.

Es gibt aber auch Nachteile. Zum einen handelt es sich nicht selten um eine extreme Vereinfachung, was besonders häufig bei großen Konzernen der Fall ist. Denn ein Punkt, der in einem kleinen oder mittelständischen Betrieb eine einzelne Abteilung darstellt, kann in einem Konzern ein ganzes Unternehmen bedeuten. Zum anderen können Organigramme schnell veralten, wenn Führungskräfte und Mitarbeiter kündigen, neues Personal eingestellt wird oder Abteilungen geschaffen oder aufgelöst werden.

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