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Definition Was ist ein Freelancer?

Autor / Redakteur: Jelsag / Dr. Andreas Bergler

Ein Freelancer ist ein Selbstständiger, der für Unternehmen als freier Mitarbeiter tätig wird. Aufträge und Projekte führen Freelancer persönlich aus. Sie unterliegen keinem Weisungsrecht durch ihre Auftraggeber.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Freelancer sind freie Mitarbeiter, die in der Regel von mehreren Arbeitgebern Aufträge erhalten. Meist handelt es sich dabei um hochqualifizierte Spezialisten, die für ihre Auftraggeber aufgrund von Werkverträgen oder projektbezogen tätig werden. Der Einsatz von Freelancern ist in praktisch allen Branchen möglich, in der Praxis greifen jedoch vor allem Unternehmen in den Bereichen IT, Consulting, Medien und Werbung auf diese Arbeitsform zurück. Beim Finanzamt sind Freelancer je nach der Art ihrer Tätigkeit als selbstständige Freiberufler oder Gewerbetreibende registriert.

Freelancer versus Freiberufler

Freelancer und Freiberufler sind keine identischen Begriffe. Als freier Mitarbeiter kann praktisch jeder tätig werden, sofern für die angebotene Arbeitsleistung ein Markt besteht. Ausschlaggebend ist die Art des Arbeitsverhältnisses: Freelancer erbringen ihre Arbeitsleistung persönlich und agieren dabei als selbstständige Unternehmer. Im Gegensatz zu Angestellten unterliegen sie weder der Sozialversicherungspflicht noch dem Weisungsrecht des Arbeitgebers.

Der Status als Freiberufler richtet sich dagegen nach der Art der Tätigkeit. Geregelt wird er durch die Liste der sogenannten freien Berufe, zu denen unter anderem Ärzte, Rechtsanwälte, Steuerberater, Architekten, Dolmetscher und Übersetzer sowie Publizisten zählen. Um eine freiberufliche – und folglich keine gewerbliche – Tätigkeit handelt es sich bei Angehörigen der freien Berufe auch dann, wenn sie Mitarbeiter beschäftigen, solange sie an der Leistungserbringung ihres Unternehmens direkt beteiligt sind und sich nicht ausschließlich auf Leitung und Organisation beschränken.

Merkmale der Tätigkeit als Freelancer

Neben der Abwesenheit von Sozialversicherungspflicht und Weisungsgebundenheit weist die Tätigkeit als freier Mitarbeiter einige andere wesentliche Merkmale auf:

  • Freelancer werden nicht in die Organisationsstrukturen ihrer Auftraggeber eingebunden.
  • Über Arbeitsort und Arbeitszeit können sie frei bestimmen.
  • In der Regel werden sie aufgrund befristeter Werkverträge tätig.
  • Für ihre Arbeit erhalten sie kein Gehalt, sondern ein auftragsbezogenes Honorar. Die Abrechnung kann pauschal oder pro Arbeitsstunde erfolgen.
  • Freelancer haben keinen Anspruch auf Kündigungsschutz, bezahlten Urlaub oder Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall.
  • Sie akquirieren ihre Aufträge und Auftraggeber selbst.

Freelancer und Scheinselbstständigkeit

Im Konfliktfall ist die Clearing-Stelle der Rentenversicherung dafür zuständig, zu klären, ob es sich bei einer Freelancer-Tätigkeit um eine echte Selbstständigkeit oder eine Scheinselbstständigkeit handelt. Letztere wird als Sozialbetrug gewertet. Der Arbeitgeber umgeht damit Sozialabgaben sowie arbeitsrechtliche Regelungen, die dem Schutz von Arbeitnehmern dienen.

Indikatoren für eine Scheinselbständigkeit sind beispielsweise:

  • Dauerhafte Tätigkeit für einen einzigen Auftraggeber (in der Praxis gilt hier die Regelung, dass 5/6 des Gesamteinkommens von diesem Arbeitgeber stammen)
  • Vorgaben des Unternehmens über Arbeitszeit und Arbeitsort
  • Weisungsgebundene Arbeit und wirtschaftliche Abhängigkeit des freien Mitarbeiters
  • Integration in ein bestehendes Team
  • Nutzung der Arbeitsmittel des Auftraggebers.

Wenn Scheinselbstständigkeit nachgewiesen wird, ergeben sich daraus sowohl für das Unternehmen als auch für den bisherigen freien Mitarbeiter arbeits- und steuerrechtliche Folgen.

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