Definition Was ist ein Flussdiagramm?

Autor / Redakteur: Laimingas / Andreas Bergler

Flussdiagramme dienen der Darstellung von Prozessen, Systemen oder Algorithmen. Neben der reinen Visualisierung sind sie gleichzeitig eine Hilfe bei der Planung und Optimierung von Abläufen, weshalb sie auch als Ablaufdiagramme bezeichnet werden.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Geschichte

Das Konzept wurde zum ersten Mal vorgestellt im Jahr 1921 von den beiden US-amerikanischen Wirtschaftsingenieuren Lillian und Frank Gilbreth. Sie präsentierten der American Society of Mechanical Engineers (ASME) ein Flussdiagramm, das auf Grafiken basierte, um Geschäftsprozesse abzubilden, und prägten mit „Flow Process Chart“ auch den entsprechenden englischen Begriff.

Eine Weiterentwicklung erfuhren Flussdiagramme durch den ebenfalls als Wirtschaftsingenieur tätigen Allan H. Morgensen. Er nutzte sie als Tools für Konferenzen, um Mitarbeitern in seinem Unternehmen Methoden für ein effizienteres Arbeiten vorzustellen.

Zwei Studenten von Morgensen, Ben S. Graham und Art Spinanger, waren besonders begeistert von dem System und nutzten es in den 1940er Jahren zur Arbeitsvereinfachung in verschiedenen Unternehmen, darunter Procter & Gamble. Die ASME schließlich veröffentlichte 1947 einen Satz von Symbolen, um eine Vereinheitlichung bei der Darstellung von Flussdiagrammen zu erreichen. Ab 1949 wurden sie dann auch zur Planung und Optimierung von Computerprogrammen verwendet.

Bedeutung der verschiedenen Symbole und Formen

Die verwendeten grafischen Formen eines Flussdiagramms sind nicht willkürlich gewählt, sondern beschreiben jeweils definierte Prozesse oder Unterprozesse. Verknüpft werden sie mit Pfeilen oder Flusslinien, um die schrittweisen Abläufe aufzuzeigen. Die Palette der Symbole ist breit gefächert, allerdings treten vier Formen besonders häufig auf. Diese sind:

  • Start- und Ende-Symbol: ein Rechteck mit abgerundeten Ecken steht für den Anfang und das Ende von Flussdiagrammen
  • Prozess-Symbol: ein Rechteck für die Markierung eines einzelnen Prozess- oder Aktionsschrittes; dies ist die am häufigsten vorkommende Form in einem Flussdiagramm
  • Entscheidungssymbol: eine Raute, die für eine Frage mit den möglichen Antworten richtig/falsch oder ja/nein steht; daran schließt sich eine Verzweigung an, die je nach Antwort den weiteren Ablauf eines Prozesses beschriebt
  • Ein- und Ausgangssymbol: ein Parallelogramm, mit dem beispielsweise ein Dateneingang oder -ausgang dargestellt wird; statt Daten können hier auch vorhandene oder neu generierte Ressourcen auftauchen

Anwendungsbereiche für Flussdiagramme

Grundsätzlich können Flussdiagramme zur Dokumentation und Analyse von Prozessen sowie deren Optimierung eingesetzt werden. Sie bieten sich in diesem Zusammenhang an für die Verwendung in Unternehmen, etwa im Vertrieb und im Marketing, in der Konstruktion und Produktion, aber auch in Bildungseinrichtungen und ähnlichen Institutionen.

Wichtig ist, dass immer die Zielgruppe Berücksichtigung findet, für die ein Flussdiagramm erstellt wird, denn das wesentliche Ziel ist eine klare und eindeutige Kommunikation, um die dargestellten Prozesse in ihren Einzelschritten nachvollziehen zu können.

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