Neuer Social Media Hype Was ist eigentlich Clubhouse und wie kommt man dort rein?

Autor / Redakteur: Viviane Krauss / Lena Müller

Du kommst hier nicht rein ... oder vielleicht doch? Die neue App Clubhouse erfährt aktuell einen regelrechten Hype. Was dahinter steckt und warum es gar nicht so einfach ist, ins Clubhouse einzutreten, verraten wir Ihnen hier.

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Welcome on board – um die App Clubhouse nutzen zu können, wird eine exklusive Einladung benötigt.
Welcome on board – um die App Clubhouse nutzen zu können, wird eine exklusive Einladung benötigt.
(Bild: gemeinfrei / Pexels )

Der Hype um die App „Clubhouse“ erinnert an die Anfänge von WhatsApp oder Snapchat. Vor allem die Exklusivität der neuen Social-Media-Plattform macht diese noch beliebter – und führt bei vielen zu der sogenannten „Fear of missing out“. Doch was kann die App, von der alles sprechen, überhaupt?

Clubhouse ist eine sogenannte „Audio-only-App“ – es können also keine Fotos geteilt, keine Kommentare geschrieben und keine Beiträge geliked werden. Dies ist bereits ein großer Unterschied zu anderen beliebten Social-Media-Plattformen wie Instagram oder Facebook. Als Nutzer der App ist es möglich, aktiv oder passiv an Gesprächsrunden teilzunehmen, so ist Clubhouse zugleich Live-Podcast und Podiumsdiskussion. Jedoch ist die App bisher nur für Apple User erhältlich und um mitzumachen, braucht es eine exklusive Einladung.

Eine neue Kommunikationsform in der Krise

Die amerikanische App Clubhouse steht seit April 2020 im App-Store als Download bereit und erlebte auch kurze Zeit später ihren ersten Boom. Durch die weltweit geltenden Beschränkungen war (und ist) Clubhouse eine gute Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.

Als Anwender können Sie jederzeit Räume erstellen, um ein Gespräch zu beginnen – ohne Video. Den Teilnehmern fallen dabei unterschiedliche Rollen zu. Der Moderator leitet die Diskussion und kann andere User zu Sprechern machen, die sich aktiv am Gespräch beteiligen. Diejenigen, die sich im Hintergrund halten möchten, werden Zuhörer genannt. Möchten Sie selbst kein Moderator sein, können Sie Räumen auch beitreten, anstatt sie selbst zu eröffnen.

Die Nutzer, die sich an der Diskussion beteiligen wollen, senden ihre Beiträge als Audioschnipsel in die Räume. Dadurch wird eine Unterhaltung in der Gruppe gewähreistet, ohne dass alle Teilnehmer durcheinander oder gleichzeitig reden. Die Gesprächsthemen reichen von Sport bis hin zu Politik oder Finanzen.

Da gerade durch die Corona-Pandemie digitale Kommunikationsmöglichkeiten ein wichtiger Bestandteil geworden sind, ist Clubhouse auch für Freelancer und Angestellte in digitalen Berufen eine interessante Möglichkeit, sich zu vernetzen und fortzubilden.

Ohne persönliche Einladung keine Registrierung

Bevor Sie Clubhouse nutzen können, müssen Sie die App downloaden. Das ist im Moment jedoch nur für Apple User möglich. Zusätzlich, und hier wird es kompliziert, brauchen Sie eine Einladung eines bereits registrierten Mitglieds von Clubhouse. Jeder Nutzer kann allerdings nur eine begrenzte Zahl an Einladungen versenden. Laut Angaben der Gründer liegt das daran, dass es sich bei der aktuellen App-Version noch um eine Testversion handelt. Hätte Clubhouse zu viele User, würde die Software zusammenbrechen.

Datenschutz ein Fremdwort?

Um Kritikpunkte kommt jedoch auch diese App nicht herum. Ein großes Problem stellt aktuell der Datenschutz bei Clubhouse dar. Angefangen bei der persönlichen Einladung: Die „Invites“ werden über die private Handynummer verschickt. Um dies umzusetzen, müssen die registrierten Mitglieder der App Zugriff auf ihr Telefonbuch erlauben. Damit begehen die Nutzer strenggenommen einen Datenschutzverstoß, da sie das Einverständnis der Betroffenen (in dem Fall alle eingespeicherten Kontakte) für den Upload auf einen Server eines US-Unternehmens nicht einholen. Zusätzlich werden die Gespräche anscheinend aufgezeichnet. Laut den Gründern von Clubhouse geschieht dies, um Hasskommentare und rassistische Bemerkungen besser nachverfolgen zu können. Dennoch warnt der Deutsche Journalistenverbund: „Datenschutz scheint bei Clubhouse ein Fremdwort zu sein.“

Fazit

Die neue Audio-Plattform Clubhouse kann eine sehr gute Alternative zu Videochats und Telefonkonferenzen werden – gerade in Zeiten einer weltweiten Pandemie und daraus folgenden Beschränkungen. Die Mischung aus Live-Podcast, Podiumsdiskussion und Networking macht die neue App für viele unterschiedliche Personengruppen interessant. Jedoch sollte es möglich sein, Clubhouse auch ohne persönliche Einladung und auf allen Smartphones nutzen zu können, um niemanden auszuschließen. Zusätzlich bleibt es fraglich, ob die Nutzung in Deutschland auf Grund des mangelnden Datenschutzes problemlos möglich bleibt.

Dieser Beitrag stammt von unserem Schwesterportal Marconomy.

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