Definition Was ist die Grundrente?

Autor / Redakteur: Diderot / Andreas Bergler

Seit dem 1. Januar 2021 haben alle Geringverdiener einen Anspruch auf Grundrente. Voraussetzung für die vollumfängliche Zahlung dieser Leistung ist eine Rentenbeitragszeit von mindestens 35 Jahren.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Für diese Rente braucht es keinen Antrag

Die Deutsche Rentenversicherung prüft von sich aus, ob dem Versicherten eine Grundrente zusteht. Ab Juli 2021 gehen die ersten Grundrenten an Neurentner. Bei positivem Bescheid leistet die Rentenkasse alle Zahlungen rückwirkend zum 1. Januar 2021.

Unterstützung für Geringverdiener

Die Grundrente richtet sich an Geringverdiener. Mit ihr soll Menschen, die ein langes Arbeitsleben hinter sich gebracht haben, mehr als nur die Grundsicherung zustehen. Schätzungen sprechen von ungefähr 1,3 Millionen Anspruchsberechtigten. Darunter werden sich viele Frauen befinden, denn Frauen waren aus Familienrücksicht vermehrt in Teilzeit beschäftigt. Auch viele Ostdeutsche, die auf niedrigem Lohnniveau gearbeitet haben, können von der Grundrente profitieren.

Die Anwartschaftszeiten

Voraussetzung für den Grundrenten-Bezug ist eine ausreichend lange Rentenbeitragszeit. Diese Beitragszeit errechnet sich zum einen aus den Jahren in sozialversicherungspflichtiger Tätigkeit. Zum anderen gibt es alternative Anrechnungszeiten:

  • Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung oder Pflege
  • Pflichtbeitragszeiten bei Pflege von Angehörigen oder Kindererziehung
  • Ersatzzeiten (zum Beispiel Zeiten der politischen Haft in der DDR)
  • Zeiten, in denen Leistungen wegen Krankheit oder Reha gezahlt worden sind

Zu den anrechnungsfähigen Zeiten für die Grundrente zählen nicht die Zeiten der Schulausbildung/des Studiums, Zeiten des Arbeitslosengeld-Bezuges, Zeiten der freiwilligen Rentenbeiträge sowie Zurechnungszeiten. Ergibt sich aus allen addierten anrechnungsfähigen Rentenbeitragszeiten eine Anwartschaft von 33 Jahren, zahlt die Rentenkasse eine Teil-Grundrente. Diese Zeit zwischen 33 und 35 Anwartschaftsjahren wird Gleitzone genannt. Erst ab mindestens 35 Beitragsjahren erhält der anspruchsberechtigte Rentner die volle Grundrente.

Wer ist Geringverdiener?

Die Grundrentenzahlungen sollen nach Willen der Koalition Geringverdienern zukommen - damit diese auch im Alter am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. In diesem Sinne sind die Voraussetzungen für eine Grundrente erfüllt, wenn der Durchschnittsverdienst des Rentners nicht höher als 80 Prozent vom bundesweiten Durchschnittsverdienst betragen hat. Aber es gibt auch eine Grenze nach unten: Hat der Rentner weniger als 30 Prozent dieses Durchschnittsverdienstes erworben, steht ihm keine Grundrente zu.

Entgeltpunkte schaffen Überblick

Der eigene Anspruch auf eine Grundrente lässt sich leicht überblicken. Ausschlaggebend sind die Entgeltpunkte, auch EP genannt. Diese Punkte schreibt die Rentenversicherung jedes Jahr den Arbeitnehmern gut. Sie dienen zur Errechnung des späteren Rentenanspruchs. Wer mit seinem Gehalt exakt auf dem bundesdeutschen Durchschnittsverdienst liegt, bekommt 1,0 EP aufs Rentenkonto. 0,8 Entgeltpunkte stehen also für die 80-Prozentgrenze, bis zu der Grundrente gezahlt wird.

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