Definition Was ist der Digitale Impfpass?

Autor / Redakteur: andi_dd / Heidi Schuster

Der digitale Impfpass bestätigt die Impfung gegen Covid-19 und ergänzt den analogen Impfpass. Er fungiert als standardisierte und interoperable Impfbescheinigung innerhalb der EU. Auch weitere Staaten erkennen den Impfnachweis an.

Grundlagenwissen zum IT-Business
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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Im Zuge der fortschreitenden Impfungen gegen Corona hat der EU-Rat einheitliche Kriterien für einen digitalen Impfnachweis beschlossen. Die EU-Kommission hat anschließend eine entsprechende Verordnung erarbeitet. Die Entwicklung der digitalen Impfbescheinigung liegt im Verantwortungsbereich der Mitgliedsländer, sie müssen sich jedoch an die vereinbarten Standards zu Aspekten wie Kompatibilität und Datenschutz halten. In Deutschland haben die beiden Unternehmen IBM und Ubirch eine Lösung für den digitalen Impfnachweis entwickelt.

Digitaler Impfpass: Inhalt und Zweck

Die Impfbescheinigung erfolgt in der Form eines QR-Codes, der alle zentralen Daten zum Geimpften und zum Impfschutz enthält. Die EU setzt auf Datenminimalismus – der Impfnachweis beinhaltet ausschließlich Informationen, die zur Überprüfung des Impfschutzes unverzichtbar sind. Dazu gehören:

  • Vorname und Name
  • Geburtsdatum
  • Impftermin
  • Impfstoff
  • Land und Aussteller

Sensible Daten wie die Wohnadresse finden sich im digitalen Impfpass nicht. Die Inhalte beschränken sich auf die wesentlichen Fakten, die zur Identitätsüberprüfung und Kontrolle des Impfstatus erforderlich sind.

Diese digitale Impfbescheinigung ist eine freiwillige Ergänzung zum analogen Impfnachweis. Die digitale Variante soll die Überprüfung im EU-Ausland erleichtern: Im Gegensatz zur digitalen EU-Impfbescheinigung sind die gedruckten Impfpässe nicht standardisiert, das erschwert Beamten und Dienstleistern in anderen Ländern die Kontrolle. Ein digitaler Impfpass schafft Abhilfe.

Technische Umsetzung des digitalen Impfnachweises

In Deutschland stellen Impfzentren, Ärzte, Krankenhäuser und Apotheken den digitalen Impfpass aus. Die dafür notwendigen Daten übertragen sie manuell aus dem analogen Impfpass oder übernehmen sie elektronisch aus einer Vorlage. Im Impfprotokollierungssystem sind die Informationen zu diesem Zweck vorübergehend zentral gespeichert – die dauerhafte Speicherung erfolgt ausschließlich dezentral auf den Smartphones der Nutzer.

Die verantwortliche Stelle übergibt den Geimpften einen Ausdruck, der neben den persönlichen Daten und den Impfdaten einen QR-Code enthält. Diesen scannen Nutzer danach in eine dafür geeignete App ein – momentan kommen die beiden quelloffenen Anwendungen Corona-Warn-App und CovPass-App sowie die proprietäre Luca-App infrage. Dieser Vorgang lässt sich beliebig oft wiederholen. Verwahren Geimpfte den Papierausdruck auf, können sie den QR-Code zum Beispiel bei einem Smartphone-Wechsel erneut einscannen.

Überprüfung des Impfschutzes durch Behörden und Dienstleister

Sämtliche Prüfberechtigte können den QR-Code des digitalen Impfpasses mit der CovPassCheck-App auslesen. Sie erhalten sofort die relevanten Informationen angezeigt und können die Daten mit den Angaben in einem Lichtbildausweis abgleichen. Dieser Abgleich mit einem Personalausweis oder einem anderen Ausweisdokument ist unerlässlich: Nur so stellen die Prüfenden fest, ob die kontrollierte Person mit dem Geimpften übereinstimmt. Dienstleister wie Securitys, Konzertveranstalter und Co. können die App kostenlos nutzen.

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