Definition Was ist DECT?

Autor / Redakteur: Christian Schreiber / Ira Zahorsky

Seit rund 30 Jahren ermöglicht die DECT-Technologie schnurlose Telefonate. In mehr als 110 Ländern eingesetzt, arbeitet das System durch Umwandlung von analogen in digitale Signale und überzeugt durch eine sehr gute Sprachqualität.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

DECT (Digital Enhanced Cordless Telecommunications) ist ein in Europa entwickelter Standard für schnurlose Telefone im Festnetzbereich. Grundsätzlich beträgt die Reichweite innerhalb von Gebäuden unter günstigen Bedingungen rund 50 Meter, wobei Häuser mit besonders dicken Wänden (vor allem im Altbau) die Übertragung der Funkwellen behindern können. Bei der Benutzung im Freien ist eine Distanz von etwa 300 Metern erreichbar. Seit der Markteinführung im Jahr 1992 verbreiteten sich Telefone mit DECT-Technologie weltweit und sind heute in den meisten Ländern zu finden. Lediglich Japan verfügt über ein eigenes System. In den USA wurde der DECT-Standard 2005 eingeführt.

Häufiger Einsatz im privaten Bereich

Etwa 75 Prozent der rund um die Erde betriebenen 800 Millionen DECT-Funktelefone werden im privaten Bereich genutzt. Obwohl der Ausbau des Mobilfunknetzes stark fortgeschritten ist, wissen viele Anwender die Vorteile der Kommunikation über DECT-Telefone sehr zu schätzen. Das System besteht dabei in aller Regel aus zwei Komponenten, die permanent miteinander in Verbindung stehen: Basisstation und Mobilteil. Die Basisstation fungiert als zentrale Schnittstelle zwischen dem Telefonschluss einerseits und dem Funksender andererseits. Möglich ist ferner die direkte Kopplung oder Anmeldung von DECT-Mobilteilen an einen Router oder einen Repeater. Moderne Modelle ermöglichen hier einen einfacheren und bequemeren Betrieb, da die Basisstation entfällt.

Mit VoIP koppelbar

VoIP (Voice over IP) funktioniert mit modernen DECT-Festnetztelefonen durch die Verbindung des mobilen Endgerätes mit dem kabelgebundenen Netzwerk via Router/Repeater. Je nach genutztem VoIP-Dienst ergeben sich aus dieser Koppelung nützliche Zusatzfunktionen, die eine große Flexibilität bedeuten und sich insbesondere bei geschäftlicher Nutzung in kleinen oder mittleren Unternehmen als sinnvoll erweisen. So lassen sich beispielsweise mehrere Sprechstellen im Haus oder Büro einrichten, an denen Anrufe entgegengenommen, weitergeleitet oder auf sonstige Weise bearbeitet werden können. Die Vorteile einer VoIP-DECT-Kopplung sind unter anderem:

  • höhere Reichweite von bis zu 40 m im Haus
  • weitgehende Abhörsicherheit
  • gute Energieeffizienz
  • eigener, vom WLAN unabhängiger Frequenzbereich
  • bessere Klangqualität
  • kostenfreie interne Kommunikation

Zukunftsfähiges System

Das DECT-System dürfte wohl auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. So wird aktuell an einer Erhöhung der Datengeschwindigkeit beim Senden und Empfangen gearbeitet und das Angebot von Smartphones ausgebaut, die Verbindungen sowohl über das Mobilfunknetz als auch über DECT aufbauen können. Hinzu kommen verschiedene Smart-Home-Funktionen, die sich über das Festnetz-Telefon ansteuern lassen sollen.

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