Definition Was ist das Wachstumschancengesetz?

Von Hagedorn 2 min Lesedauer

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Mit dem Wachstumschancengesetz hat die Bundesregierung ein Vorhaben auf den Weg gebracht, dass die Investitionsbereitschaft und Innovationskraft der Wirtschaft steigern soll. Zudem soll es Unternehmen eine höhere Liquidität bringen.

Grundlagenwissen zum IT-Business(Bild:  © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)
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Das Wachstumschancengesetz heißt vollständig „Gesetz zur Stärkung von Wachstumschancen, Investitionen und Innovation sowie Steuervereinfachung und Steuerfairness“. Im Wesentlichen beinhaltet es Änderungen des Steuerrechts, die zu Entlastungen sowie Steuervereinfachungen führen sollen. Der Regierungsentwurf wurde am 17.11.2023 vom Bundestag beschlossen. Der Bundesrat jedoch zeigte sich ablehnend und rief am 24.11.2023 den Vermittlungsausschuss an. Dieser hat am 21.02.2024 eine geänderte Fassung des Wachstumschancengesetzes als Kompromiss beschlossen, der vom Bundestag am 23.11.2023 angenommen wurde. Die Zustimmung oder Ablehnung durch den Bundestag steht am 22.03.2024 an.

Welche Bereiche betrifft das Wachstumschancengesetz?

Das Wachstumschancengesetz wirkt sich auf zahlreichen Gebieten der Steuergesetzgebung aus. Das betrifft:

  • Einkommensteuergesetz (EStG) und Einkommensteuer-Durchführungsverordnung (EStDV)
  • Körperschaftsteuergesetz (KStG)
  • Gewerbesteuergesetz (GewStG)
  • Umsatzsteuergesetz (UStG)
  • Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz (ErbStG)

Außerdem sind die Abgabenordnung (AO) sowie einzelne Bereiche beim Außensteuergesetz (AStG), Umwandlungssteuergesetz (UmwStG), Forschungszulagengesetz (FZulG), Grunderwerbsteuergesetz (GrEStG) und im Handelsgesetzbuch (HGB) betroffen.

Verschiedene Anhebungen von Freigrenzen, Bemessungsgrundlagen und Pauschbeträgen

Häufig handelt es sich dabei um Änderungen bei Freigrenzen, Bemessungsgrundlagen oder Pauschbeträgen. So sieht das Wachstumschancengesetz eine Erhöhung der Freigrenze für Geschenke an Geschäftspartner und Kunden beziehungsweise deren Mitarbeiter vor. Auch sollen höhere Bemessungsgrundlagen beziehungsweise Anschaffungskosten bei der privaten Nutzung eines betrieblichen Elektrofahrzeugs angesetzt werden. Dazu kommen eine Erweiterung des Verlustvortrags, Änderungen bei der Rentenbesteuerung, die Anhebung des Pauschbetrages für Berufskraftfahrer und zahlreiche weitere Detailregelungen.

Wachstumschancengesetz soll Unternehmen mehr Optionsmöglichkeiten bringen

Darüber hinaus kommen im Wachstumschancengesetz einige Erweiterungen von Wahlmöglichkeiten vor. So soll beispielsweise die Option zur Körperschaftsteuer zukünftig sämtlichen Personengesellschaften offenstehen. Zeitlich begrenzt vom 01.04.2024 bis zum 31.12.2024 sollen überdies Unternehmen die Möglichkeit bekommen, sich statt einer linearen Abschreibung für eine degressive Abschreibung zu entscheiden. Für die Wohnungswirtschaft schließlich sind unter anderem Neureglungen bei Sonderabschreibungen sowie die Erweiterung von Unschädlichkeitsgrenzen für Wohnungsgenossenschaften und -vereine relevant.

Wie hoch wird die Entlastung der Wirtschaft durch das Wachstumschancengesetz ausfallen?

Insgesamt rechnen Experten mit einem Entlastungsvolumen von rund 3,2 Milliarden Euro durch das Wachstumschancengesetz in der vom Vermittlungsausschuss geänderten Fassung.

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